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FED verschiebt Leitzinsanhebung, Wahrscheinlichkeit einer nochmals expansiveren EZB-Geldpolitik steigt
05.10.15 12:01
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat auf ihrer September-Sitzung den Leitzins bei 0 bis 0,25% belassen, wobei es sich aber um eine ausgesprochen enge Entscheidung gehandelt haben soll, so die Analysten von Postbank Research.
Das begleitende Pressestatement sowie die Äußerungen von Janet Yellen auf der anschließenden Pressekonferenz seien aber überraschend dovish ausgefallen. So habe die FED nicht nur auf die anhaltend niedrige Inflation hingewiesen, sondern sei auch auf die gesunkenen, marktbasierten Inflationserwartungen eingegangen. Mit der Erreichung ihrer Zielgröße von 2% für die Kerninflationsrate rechne sie nunmehr auch erst für das Jahr 2018. Wesentlichen Einfluss auf die Verschiebung der Leitzinsanhebung hätten auch der Zustand der globalen Konjunktur sowie die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten gehabt, die nach Ansicht der Notenbank Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick der USA darstellen würden.
Die Äußerungen seitens der US-Notenbank würden nach Einschätzung der Analysten aber auch zeigen, dass sie dennoch weiterhin eine baldige Abkehr von der Nullzinspolitik anstrebe. Die Analysten würden nunmehr davon ausgehen, dass sie ihren Leitzins erstmals im Dezember anhebe. Das Risiko einer weiteren Verschiebung sei aber nicht unerheblich und könnte insbesondere in den Fällen einer nachhaltigen Abschwächung der Dynamik am Arbeitsmarkt oder neuerlicher Turbulenzen an den Finanzmärkten zum Tragen kommen.
Die EZB habe im Anschluss an ihre September-Sitzung nicht nur ihr Bekenntnis zum bestehenden Anleiheankaufprogramm erneuert, sondern eine verstärkte Bereitschaft signalisiert, dieses, falls erforderlich, über September 2016 hinaus auszudehnen oder aber das monatliche Ankaufvolumen zu erhöhen. Zudem habe sie die Grenze für den Erwerb von Anteilen an einer einzelnen Emission einer Staatsanleihe von bislang 25% auf 33% angehoben. Für das derzeitige Ankaufverhalten habe die beschlossene Änderung zwar keine größere Relevanz, jedoch habe sich die EZB durch diese Maßnahme frühzeitig Spielraum verschafft, ihr Ankaufprogramm zukünftig auszudehnen, ohne dabei rasch durch eine Knappheit an erwerbsfähigen Papieren behindert zu werden.
Befördert werden könnte die Neigung der EZB, ihre Geldpolitik nochmals expansiver zu gestalten, durch die gestiegene Unsicherheit hinsichtlich der US-Zinspolitik. Sollte sich die Zinswende in den USA noch weiter verzögern, könnte dies zu einer Aufwertung des Euro führen, gegen die sich die EZB voraussichtlich stemmen würde. Allerdings würden die Analysten damit nur für den Fall rechnen, dass die FED in diesem Jahr nicht mehr aktiv werden sollte. Die Analysten würden deshalb weiterhin davon ausgehen, dass die EZB ihr Anleiheankaufprogramm planmäßig bis September 2016 durchziehen werde. Das Risiko einer Aufstockung oder zeitlichen Ausdehnung sei aber eindeutig gestiegen. (Ausgabe Oktober 2015) (05.10.2015/alc/a/a)
Das begleitende Pressestatement sowie die Äußerungen von Janet Yellen auf der anschließenden Pressekonferenz seien aber überraschend dovish ausgefallen. So habe die FED nicht nur auf die anhaltend niedrige Inflation hingewiesen, sondern sei auch auf die gesunkenen, marktbasierten Inflationserwartungen eingegangen. Mit der Erreichung ihrer Zielgröße von 2% für die Kerninflationsrate rechne sie nunmehr auch erst für das Jahr 2018. Wesentlichen Einfluss auf die Verschiebung der Leitzinsanhebung hätten auch der Zustand der globalen Konjunktur sowie die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten gehabt, die nach Ansicht der Notenbank Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick der USA darstellen würden.
Die EZB habe im Anschluss an ihre September-Sitzung nicht nur ihr Bekenntnis zum bestehenden Anleiheankaufprogramm erneuert, sondern eine verstärkte Bereitschaft signalisiert, dieses, falls erforderlich, über September 2016 hinaus auszudehnen oder aber das monatliche Ankaufvolumen zu erhöhen. Zudem habe sie die Grenze für den Erwerb von Anteilen an einer einzelnen Emission einer Staatsanleihe von bislang 25% auf 33% angehoben. Für das derzeitige Ankaufverhalten habe die beschlossene Änderung zwar keine größere Relevanz, jedoch habe sich die EZB durch diese Maßnahme frühzeitig Spielraum verschafft, ihr Ankaufprogramm zukünftig auszudehnen, ohne dabei rasch durch eine Knappheit an erwerbsfähigen Papieren behindert zu werden.
Befördert werden könnte die Neigung der EZB, ihre Geldpolitik nochmals expansiver zu gestalten, durch die gestiegene Unsicherheit hinsichtlich der US-Zinspolitik. Sollte sich die Zinswende in den USA noch weiter verzögern, könnte dies zu einer Aufwertung des Euro führen, gegen die sich die EZB voraussichtlich stemmen würde. Allerdings würden die Analysten damit nur für den Fall rechnen, dass die FED in diesem Jahr nicht mehr aktiv werden sollte. Die Analysten würden deshalb weiterhin davon ausgehen, dass die EZB ihr Anleiheankaufprogramm planmäßig bis September 2016 durchziehen werde. Das Risiko einer Aufstockung oder zeitlichen Ausdehnung sei aber eindeutig gestiegen. (Ausgabe Oktober 2015) (05.10.2015/alc/a/a)
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