FOMC-Sitzung im Fokus - Keine Leitzinserhöhung erwartet


13.03.15 16:09
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Reden zu den US-Parlamentariern betonte im Februar die US-Notenbankchefin Janet Yellen, dass die FED auf ihren Sitzungen im März und April wohl keine Leitzinserhöhung vornehmen und diese erst dann vollziehen wird, wenn die Datenlage die Währungshüter "reasonable confident" macht, dass die Inflation sich wieder der Zielmarke von 2% annähert, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Eine Änderung der "forward guidance" (zur Orientierung über die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik) wäre dabei ein erster Schritt, um in der Folge auf eingehende Konjunkturdaten flexibler reagieren zu können. Auf der FOMC-Sitzung am Mittwoch dürften die US-Notenbanker die Formulierung "patient" bezüglich einer Normalisierung ihrer Geldpolitik nicht mehr verwenden. Die Notenbanker hätten somit die Gelegenheit, auf jeder FOMC-Sitzung von Juni an zu einem entsprechenden Zinserhöhungsschritt.

Der Aufbau an US-Arbeitsstellen habe sowohl im Februar 2015 als auch im gleitenden Sechsmonatsdurchschnitt mit je rund 295.000 Personen das Ergebnis des Kalenderjahres 2014 übertroffen (Zuwachs pro Monat: 260.000 Stellen). Die Arbeitslosenquote schramme auch mit aktuell 5,5% schon das von den Währungshütern bisher unterstellte Niveau der Vollbeschäftigung - in ihrer zentralen Projektion würden die FOMC-Mitglieder für die längere Sicht bisher die Spannbreite von 5,2 bis 5,5% erwarten. Wegen des immer noch nur mageren Jahreszuwachses bei den Stundenverdiensten (2,0%) würden die Analysten aber weiterhin eine Leitzinsanhebung um 25 BP erst im September erwarten.

Sollte nun die Spannbreite zur Arbeitslosenquote weiter abgesenkt werden, reduziere sich folglich auch der Anpassungsdruck beim Leitzinsniveau. Auf die längere Sicht werde bisher im Median ein Niveau von 3,75% angepeilt, wobei die Zentralbanker auch aktuell wohl erneut betonen würden, dass keine Eile mit der Anhebung auf dieses Niveau bestehe. Für das Schlussquartal 2016 hätten im Dezember 2014 die Notenbanker im Median die Marke von 2,5% erwartet.

Würden die Ölpreise (Brent, US-Dollar) auf dem aktuellen Niveau verharren, würden sie in 2015 ihr 2014er Durchschnittsniveau um rund 40% unterschreiten. Zudem habe der US-Dollar handelsgewichtet seit dem letzten Sommer um rund 12% zugelegt. Einige FED-Mitglieder seien der Meinung, dass die günstigen Öl- und Importpreise als vorübergehende Einflussgrößen beim längerfristigen Inflationsausblick weniger stark beachtet werden sollten. Der Schwerpunkt sollte bei robuster Binnenkonjunktur und dem Arbeitsmarkt liegen.

Aber es gebe auch FED-Vertreter mit der Sorge, dass man zu frühzeitig auf einen Pfad der geldpolitischen Normalisierung einschwenke. Bei anhaltendem disinflationärem Druck hätten sie ein zu frühzeitiges Anziehen der geldpolitischen Zügel befürchtet, das dann wieder korrigiert werden müsse. Insofern würden vor allem die aktualisierten Projektionen der FOMC-Mitglieder zur Konjunktur und zum Leitzins genau darauf hin abgeklopft werden, ab wann mit einer Leitzinserhöhung zu rechnen sei.

Neben den geldpolitischen Verlautbarungen der US-Notenbanker dürften in der kommenden Woche vor allem die ZEW-Umfragen in Deutschland Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Beflügelt durch die anhaltende Talfahrt des Euro und neue Rekordstände an den deutschen Aktienmärkten, sollte die Stimmung der Finanzanalysten in Deutschland - trotz der ungelösten Situation in Griechenland - weiter anziehen. Dies dürfte in den ZEW-Umfragen am Dienstag zum Ausdruck kommen, wo die Analysten für März mit einem Anstieg der Konjunkturerwartungen um 5,0 auf 58,0 Punkte rechnen würden.

Die ZEW-Lagebeurteilung und auch die Erwartungen seien innerhalb der letzten vier Monate um stattliche 42 bzw. 57 Punkte angestiegen. Verglichen dazu dürfte der Aufwind im Berichtsmonat etwas geringer ausfallen (Lagebeurteilung von 45,5 auf 50,0 Punkte).

Am Donnerstag sollte die Schweizer Nationalbank (SNB) keine neuen geldpolitischen Weichenstellungen vornehmen. Die norwegische Notenbank, die Norkes Bank, dürfte aber am gleichen Tag ihr Leitzinsniveau um 25 BP auf 1,00% absenken. Die Jahresinflationsrate (insgesamt: 1,9%, Kernrate: 2,4%) liege nahezu auf Augenhöhe mit dem Inflationsziel der Währungshüter (2,5%). Es sei wohl die Absicht der Notenbanker, die Währung zu schwächen und dem Nicht-Ölsektor der Volkswirtschaft zusätzliche Konjunkturimpulse zu liefern. Das Zinstief bei den Leitzinsen sollte mit 1,0% aber damit auch im restlichen Jahresverlauf Bestand haben. (13.03.2015/alc/a/a)





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