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Die Federal Reserve will den Trend umkehren
17.10.22 11:00
La Française AM
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Der September ist der vorläufige Höhepunkt eines bereits historischen Jahres 2022, so François Rimeu, Senior Strategist bei La Française Asset Management.
Obwohl die Rückgänge an den Aktienmärkten beträchtlich gewesen seien, sei er im Vergleich zu den Ausschlägen an den Anleihemärkten gering gewesen.
Zu der Situation hätten beigetragen:
- Britische 10-jährige Zinsen würden um 121 Basispunkte steigen
- 10-jährige US-Realzinsen würden um 87 Basispunkte steigen
- Europäische Realzinsen würden 90 Basispunkte höher schließen
Um Veränderungen ähnlichen Ausmaßes zu finden, sollte man sich auf die volatilsten Perioden der letzten Jahrzehnte beziehen, wie z.B. den Oktober 2008. Es gibt zwar viele Erklärungsansätze, aber drei Ereignisse scheinen einen größeren Einfluss als andere zu haben, so die Experten von La Française Asset Management.
In chronologischer Reihenfolge: Die am 13 September veröffentlichten US-Inflationszahlen hätten die Hoffnungen der Finanzmärkte auf einen Rückgang des Inflationsrisikos enttäuscht. Die Umfragen der New Yorker FED hätten auf eine Abschwächung der Inflationserwartungen gehofft, was durch die Umfragen der University of Michigan bekräftigt worden sei.
Auch die Teilkomponenten der ISM- und PMI-Indikatoren für die Preise hätten weniger Aufwärtsdruck gezeigt. Die Bekanntgabe der Inflationsrate von 8,3 gegenüber 8,1% (und eine vergleichbare Überraschung bei der Kerninflation, Quelle Bloomberg) habe somit den Markterwartungen widersprochen. Die Wareninflation sei sicherlich rückläufig, aber die Dienstleistungsinflation nehme weiter zu, sodass nach wie vor ein Inflationsrisiko bestehe.
Die Federal Reserve habe daraufhin ihre Rede von Jackson Hole bekräftigt. Die Institution werde ihre Finanzbedingungen weiter straffen, um eine Preis-Lohn-Spirale zu vermeiden, die zu einer Entankerung der Inflationserwartungen führen würde. Deshalb werde die FED ihren Kurs fortsetzen, der letztlich darauf abziele, die Preise für Vermögenswerte (insbesondere Immobilien) zu senken und die Arbeitslosenquote zu erhöhen.
Die Veröffentlichung der über den Markterwartungen liegenden "Dots" mit einem von den FED-Mitgliedern für Ende 2023 erwarteten Zinssatz von 4,625% habe den Markt ebenfalls überrascht und zum Rückgang der Anleihemärkte beigetragen. In Verbindung mit der Anfang des Monats veröffentlichten Inflationszahl seien die Auswirkungen auf die Realzinsen sehr stark gewesen. (Ausgabe Macro flash Oktober 2022) (17.10.2022/alc/a/a)
Obwohl die Rückgänge an den Aktienmärkten beträchtlich gewesen seien, sei er im Vergleich zu den Ausschlägen an den Anleihemärkten gering gewesen.
Zu der Situation hätten beigetragen:
- Britische 10-jährige Zinsen würden um 121 Basispunkte steigen
- 10-jährige US-Realzinsen würden um 87 Basispunkte steigen
Um Veränderungen ähnlichen Ausmaßes zu finden, sollte man sich auf die volatilsten Perioden der letzten Jahrzehnte beziehen, wie z.B. den Oktober 2008. Es gibt zwar viele Erklärungsansätze, aber drei Ereignisse scheinen einen größeren Einfluss als andere zu haben, so die Experten von La Française Asset Management.
In chronologischer Reihenfolge: Die am 13 September veröffentlichten US-Inflationszahlen hätten die Hoffnungen der Finanzmärkte auf einen Rückgang des Inflationsrisikos enttäuscht. Die Umfragen der New Yorker FED hätten auf eine Abschwächung der Inflationserwartungen gehofft, was durch die Umfragen der University of Michigan bekräftigt worden sei.
Auch die Teilkomponenten der ISM- und PMI-Indikatoren für die Preise hätten weniger Aufwärtsdruck gezeigt. Die Bekanntgabe der Inflationsrate von 8,3 gegenüber 8,1% (und eine vergleichbare Überraschung bei der Kerninflation, Quelle Bloomberg) habe somit den Markterwartungen widersprochen. Die Wareninflation sei sicherlich rückläufig, aber die Dienstleistungsinflation nehme weiter zu, sodass nach wie vor ein Inflationsrisiko bestehe.
Die Federal Reserve habe daraufhin ihre Rede von Jackson Hole bekräftigt. Die Institution werde ihre Finanzbedingungen weiter straffen, um eine Preis-Lohn-Spirale zu vermeiden, die zu einer Entankerung der Inflationserwartungen führen würde. Deshalb werde die FED ihren Kurs fortsetzen, der letztlich darauf abziele, die Preise für Vermögenswerte (insbesondere Immobilien) zu senken und die Arbeitslosenquote zu erhöhen.
Die Veröffentlichung der über den Markterwartungen liegenden "Dots" mit einem von den FED-Mitgliedern für Ende 2023 erwarteten Zinssatz von 4,625% habe den Markt ebenfalls überrascht und zum Rückgang der Anleihemärkte beigetragen. In Verbindung mit der Anfang des Monats veröffentlichten Inflationszahl seien die Auswirkungen auf die Realzinsen sehr stark gewesen. (Ausgabe Macro flash Oktober 2022) (17.10.2022/alc/a/a)


