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Finanzmärkte: Chancen und Risiken
14.04.20 10:15
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ebenso schockierend wie die Nachrichten über die ständig steigenden Zahlen von Corona Infizierten und Toten wirken derzeit die dauernden Abwärtsrevisionen von Konjunkturerwartungen durch Sachverständige und Forscher, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Welt Handelsorganisation (WTO) befürchte einen Einbruch um 13% bis 32%. Die OECD berichte über stark steigende Arbeitslosenzahlen in den wichtigsten Volkswirtschaften. Nach Analysen von Konjunkturforschern seien die Länder der Eurozone in eine Rezession eingetreten. Für Deutschland werde ein Einbruch insbesondere im zweiten Quartal 2020 vorhergesagt. Die amerikanische FED reagiere auf das atemberaubende Tempo des Anstiegs der Arbeitslosenzahlen mit Konjunkturhilfsprogrammen in Höhe von USD 2,3 Billionen. Die Schwellenländer würden in einer Schuldenfalle stecken, die wohl in manchen zum Staatsbankrott führen dürfte. Und wie würden die Finanzmärkte reagieren?
Sehr unterschiedlich. Geld- und Rentenmärkte seien mit negativen Realrenditen in allen Laufzeiten als Alternativen für Kapitalanlagen ausgeschieden. Die Aktienmärkte würden zwar durch die Konjunkturprognosen belastet, aber die Geldspritzen durch die Zentralbanken seien eine starke Stütze als "Schmiermittel" für den Optimismus. An den Devisenmärkten stünden die Währungskurse der Schwellen- und Entwicklungsländer unter Druck. An den Märkten für Edelmetalle habe der Goldpreis in Euro pro Unze einen historischen Höchststand erreicht. Der Anstieg der Preise an den Immobilienmärkten scheine zum Stillstand gekommen zu sein.
Wie könne sich ein Anleger in einer solch verfahrenen Situation verhalten? Geld- und Rentenmärkte dürften wohl weiterhin von der ultraexpansiven Geldpolitik der Zentralbanken bestimmt werden. Das könnte so lange anhalten, bis die Preissteigerungsrate für die Lebenshaltungskosten wieder einen Aufwärtstrend zeige.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stelle einen erheblichen Kapitalabfluss aus den Emerging Market Economies (EME) fest, der die heimischen Währungen unter Druck bringe. Die Spreads zu den Renditen der US-Treasuries würden sich aus und verstärken die Abflüsse weiten. Die lokalen Zentralbanken würden durch die schwachen Devisenkurse und die Auswirkungen von COVID-19 vor besondere Herausforderungen gestellt. An den Aktienmärkten halte die extreme Volatilität weiter an; zu einem eindeutigeren Trendwechsel seien begründete und glaubhafte Entwicklungen von Medikamenten gegen COVID-19 erforderlich. Für die Stabilität des USD an den Devisenmärkten sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich fundamentale Daten wie die Staatsverschuldung (zurzeit USD 23,8 Billionen) und das Leistungsbilanzdefizit als Einflussfaktoren wieder durchsetzen würden. Die größten Risiken würden gegenwärtig in den Rentenmärkten der Schwellen- und Entwicklungsländer stecken, die in USD hoch verschuldet seien.
Der eigentliche Grund für den gegenwärtigen Kursauftrieb an den Aktienmärkten sei die ungeheure Liquiditätsausweitung der Zentralbanken. Hier z.B. die US-FED. Und jetzt kämen noch US-Dollar 2,3 Billionen hinzu. Betrachte man auch noch die steigende Verschuldung in der ganzen Welt, dann könne das nur inflationär wirken und sei "bullish" für Gold.
Die Corona-Krise werde in die Geschichte eingehen wie die Weltwirtschaftskrise 1929 oder die von 2008. Dauer und Auswirkungen seien noch gar nicht genau abzusehen. Die Krise werde bekämpft durch eine ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken und eine starke Ausweitung der Staatsverschuldung durch die Fiskalpolitik. Beide würden das gesamte Weltwährungssystem bedrohen. Die Rentenmärkte, insbesondere in den Schwellenländern, würden noch immer ein hohes Risiko aufweisen. (Ausgabe vom 13.04.2020) (14.04.2020/alc/a/a)
Die Welt Handelsorganisation (WTO) befürchte einen Einbruch um 13% bis 32%. Die OECD berichte über stark steigende Arbeitslosenzahlen in den wichtigsten Volkswirtschaften. Nach Analysen von Konjunkturforschern seien die Länder der Eurozone in eine Rezession eingetreten. Für Deutschland werde ein Einbruch insbesondere im zweiten Quartal 2020 vorhergesagt. Die amerikanische FED reagiere auf das atemberaubende Tempo des Anstiegs der Arbeitslosenzahlen mit Konjunkturhilfsprogrammen in Höhe von USD 2,3 Billionen. Die Schwellenländer würden in einer Schuldenfalle stecken, die wohl in manchen zum Staatsbankrott führen dürfte. Und wie würden die Finanzmärkte reagieren?
Sehr unterschiedlich. Geld- und Rentenmärkte seien mit negativen Realrenditen in allen Laufzeiten als Alternativen für Kapitalanlagen ausgeschieden. Die Aktienmärkte würden zwar durch die Konjunkturprognosen belastet, aber die Geldspritzen durch die Zentralbanken seien eine starke Stütze als "Schmiermittel" für den Optimismus. An den Devisenmärkten stünden die Währungskurse der Schwellen- und Entwicklungsländer unter Druck. An den Märkten für Edelmetalle habe der Goldpreis in Euro pro Unze einen historischen Höchststand erreicht. Der Anstieg der Preise an den Immobilienmärkten scheine zum Stillstand gekommen zu sein.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stelle einen erheblichen Kapitalabfluss aus den Emerging Market Economies (EME) fest, der die heimischen Währungen unter Druck bringe. Die Spreads zu den Renditen der US-Treasuries würden sich aus und verstärken die Abflüsse weiten. Die lokalen Zentralbanken würden durch die schwachen Devisenkurse und die Auswirkungen von COVID-19 vor besondere Herausforderungen gestellt. An den Aktienmärkten halte die extreme Volatilität weiter an; zu einem eindeutigeren Trendwechsel seien begründete und glaubhafte Entwicklungen von Medikamenten gegen COVID-19 erforderlich. Für die Stabilität des USD an den Devisenmärkten sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich fundamentale Daten wie die Staatsverschuldung (zurzeit USD 23,8 Billionen) und das Leistungsbilanzdefizit als Einflussfaktoren wieder durchsetzen würden. Die größten Risiken würden gegenwärtig in den Rentenmärkten der Schwellen- und Entwicklungsländer stecken, die in USD hoch verschuldet seien.
Der eigentliche Grund für den gegenwärtigen Kursauftrieb an den Aktienmärkten sei die ungeheure Liquiditätsausweitung der Zentralbanken. Hier z.B. die US-FED. Und jetzt kämen noch US-Dollar 2,3 Billionen hinzu. Betrachte man auch noch die steigende Verschuldung in der ganzen Welt, dann könne das nur inflationär wirken und sei "bullish" für Gold.
Die Corona-Krise werde in die Geschichte eingehen wie die Weltwirtschaftskrise 1929 oder die von 2008. Dauer und Auswirkungen seien noch gar nicht genau abzusehen. Die Krise werde bekämpft durch eine ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken und eine starke Ausweitung der Staatsverschuldung durch die Fiskalpolitik. Beide würden das gesamte Weltwährungssystem bedrohen. Die Rentenmärkte, insbesondere in den Schwellenländern, würden noch immer ein hohes Risiko aufweisen. (Ausgabe vom 13.04.2020) (14.04.2020/alc/a/a)


