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Fixed-Income-Strategie - Präferenz immer noch für High Yield


24.01.14 17:02
ING Investment Management

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Seit der globalen Finanzkrise und der sich daran anschließenden expansiven Geldpolitik an den entwickelten Märkten hat sich High Yield (HY) als eine der erfolgreichsten Assetklassen erwiesen, so Koen Straetmans, Senior Multi-Asset-Stratege bei ING Investment Management.

Ab 2009 habe die Performance globaler Hochzinsanleihen sogar die der internationalen Aktienmärkte übertroffen. Das gelte sowohl für Global und Euro HY als auch (bis Ende 2012) für US High Yield gegenüber ihren jeweiligen Aktienmärkten. Bei kontinuierlich sinkenden Renditen auf Staatsanleihen der Kernstaaten hätten sich die Investoren nach höher rentierlichen Anlageformen umsehen müssen. Auch davon hätten Hochzinsanleihen profitiert. Diese Jagd nach Rendite habe die verschiedenen Spread-Produkte zwar gleichmäßig begünstigt, doch sei High Yield wohl eine der wenigen Spread-Kategorien, die immer noch einen Zustrom von Anlagekapital verbuchen könnten. Die HY-Credit-Spreads und -Renditen seien seit den in der Finanzkrise erreichten Spitzenwerten deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig seien die Ausfallraten im HY-Bereich gesunken, da sich die Unternehmen refinanziert und ihre Bilanzen saniert hätten.

Bis 2012 habe High Yield besser abgeschnitten als die Aktienmärkte. Ab Ende 2012 würden sich HY und Aktien zunehmend angleichen. Dann habe der allmähliche Anstieg der bis dahin extrem niedrigen Renditen langlaufender US-Treasuries eingesetzt. Über den gesamten Zeitraum seit 2009 habe die Korrelation zwischen der relativen Renditekennziffer von Global High Yield im Verhältnis zu Aktien und zehnjährigen US-Treasuries bei signifikant negativen 0,81 gelegen.

Die Stärke der Korrelation zwischen der relativen Wertentwicklung von HY und Aktien sowie langlaufenden Staatsanleihen sei möglicherweise auch ein Indiz dafür, wie wichtig der Zustrom von Anlagekapital für diese Assetklasse sei. Das gehe Hand in Hand mit dem allgemeinen Trend von Anleihen hin zu Aktien, der seit letztem Jahr zu beobachten sei und von Bernankes Tapering-Ankündigung im Mai 2013 ausgelöst worden sei. Während die Anlegerschaft anfangs noch mit massiven Kapitalabflüssen auf diese Ankündigung reagiert habe, seien die Investitionsströme im weiteren Verlauf bewusst in Richtung Aktienmärkte der Industrieländer gelenkt worden. Dabei sei es bislang geblieben.

Doch die Kluft zwischen aufstrebenden und entwickelten Märkten bleibe bestehen. Ebenso wie die EMD-Märkte seien seit Mai auch die EM-Aktienmärkte bei Investoren in Ungunst gefallen. Mit Ausnahme des HY-Segments finde ein genereller Exodus an den Anleihenmärkten statt. Solange dieser (relative) Trend anhält, setzen die Experten von ING Investment Management bei ihrer Gewichtung von Spread-Produkten auf Hochzinsanleihen.

Bei der Umschichtung von Anleihen in Aktien und von Liquidität in Wachstumstitel dürfte HY im Spread-Produkt-Spektrum weiterhin gut abschneiden. Die anhaltend üppige Liquidität begünstige die Renditejagd. In einem Umfeld, in dem die Anleiherenditen weiter sinken würden, steche HY als besonders positiv hervor. Mit einer Rendite im oberen Bereich von 5 Prozent (Barclay Global HY Index) sei das Carry-Risiko-Verhältnis nach wie vor attraktiv. Das gelte ebenso für die Anleiherenditen von der Euro-Peripherie (Spanien, Italien, Portugal, Irland) und sogar EMD-Hartwährungsanleihen (EMD HC). EMD HC habe allerdings mit strukturellen Problemen zu kämpfen, die dazu führen würden, dass Anleger diesem Segment zunehmend den Rücken kehren würden. Vor allem aber habe sich die positive Renditelücke zwischen HY und in Euro denominierten Investment Grade Credits (IGC) 2013 kaum verändert. Das Carry-Risiko-Verhältnis bei IGC erhalte daher negative Noten und die Experten seien hier entsprechend untergewichtet.

Nicht zuletzt würden die Experten auch wegen seiner Wachstumsorientierung auf HY setzen: Von allen Spread-Produkten würden Hochzinsanleihen die höchste Korrelation mit Aktien aufweisen, die Unternehmen hätten sich günstig refinanziert und die HY-Ausfallraten dürften niedrig bleiben. (24.01.2014/alc/a/a)