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Flächenbrand von QE-Tapering?
06.02.14 08:38
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit der frühere US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor einem halben Jahr die Drosselung der Anleihenkäufe durch die FED ankündigte (QE Tapering), hält eine massive Kapitalflucht aus den Schwellenländern an und führt zu starken Verlusten an den dortigen Finanzmärkten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Kursverluste bei Aktien und Renten würden verstärkt durch zusätzliche Einbußen bei den Devisenkursen. Inzwischen würden sich auch die großen Industrieländer um die Schwellenländer sorgen. Die dortigen Inflationsraten würden steigen, Notenbanken hätten Leitzinsen erhöht, das Geld werde knapp, die Leistungsbilanzen würden Defizite ausweisen, soziale Unruhen seien an der Tagesordnung.
Eine sich abzeichnende Konjunkturflaute in Ländern, die vorher zu den Konjunkturmotoren der Weltwirtschaft gezählt hätten, bedrohe jetzt auch die Exportwirtschaft der Industrieländer. Diese würden jetzt über die Krise in den Schwellenländern beraten wollen. Auswirkungen auf die ganze Weltwirtschaft durch deflationäre Kräfte seien nicht mehr auszuschließen. Ende letzten Jahres habe die OECD über "virulente Episoden" spekuliert, die den Schwellenländern möglicherweise bevorstünden. Inzwischen seien die Kurseinbußen an den Finanzmärkten so umfangreich, dass schon wieder Fragen nach einem weltweiten Flächenbrand gestellt würden.
Inzwischen erscheine es sehr unwahrscheinlich, dass der Kapitalabfluss sobald abbreche. Die FED habe ihre monatlichen Anleihenkäufe erst zweimal von USD 85 Mrd. auf inzwischen 65 Mrd. gedrosselt und werde damit fortfahren. Das US-BIP sei nach ersten Schätzungen im 4Q13 um annualisiert 3,2% gestiegen und liefere damit genügend Gründe, um das QE-Tapering fortzusetzen. Im Gesamtjahr 2013 sei das reale US-BIP um schätzungsweise 1,9% gewachsen, nach 2,8% im Vorjahr. Trotz der Prognosen von rund 3% in 2014 sei noch nicht mit einem sich selbst tragenden Aufschwung zu rechnen, sodass die FED ihre Nullzinspolitik noch ein ganzes Jahr fortsetzen dürfte.
Erwartungen einer Rücksichtnahme der FED auf die Schwellenländer würden wenig realistisch erscheinen. Die USA hätten selbst genug Konjunkturprobleme. Am schwierigsten gestalte sich die Budgetpolitik, wo eine erneute Anhebung der bereits absurd hohen Schuldenobergrenze erforderlich werde. Die Inflationsprobleme scheinen gering, aber nur weil die Statistik die Berechnungsmethoden geändert hatte, so der Experte. Nach den Rechenmethoden, die bis in die 1980er Jahre gegolten hätten, liege der Anstieg der Konsumentenpreise bei fast 10% (Quelle: Shadow Government Statistics). Und der offizielle Ausweis einer leicht gesunkenen Arbeitslosenquote täusche darüber hinweg, dass die Zahl der Bezieher von Lebensmittelmarken auf einen neuen Höchststand geklettert sei.
Die "quantitativen Lockerungen" seien das falsche Mittel gewesen, um der Konjunkturimpulse zu geben. Die Liquidität sei in die Finanzmärkte in immer riskantere Regionen und Instrumente geströmt. Reformen in der Budgetpolitik dagegen seien völlig ausgeblieben. Die ständige Zuführung von Liquidität von der Notenbank hin zu den Finanzmärkten wirke wie eine Droge. Der Süchtige brauche eine immer stärkere Dosierung, um jedes Mal "high" zu werden. Jetzt werde die Dosierung gedrosselt (Tapering).
Die Belastungen der Schwellenländer durch Kapitalabflüsse als Folge des QE Tapering würden anhalten. Die Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Devisenturbulenzen könnten auch zu drastischen Einschnitten führen. Vorsicht bleibe angebracht. (Ausgabe vom 05.02.2014) (06.02.2014/alc/a/a)
Kursverluste bei Aktien und Renten würden verstärkt durch zusätzliche Einbußen bei den Devisenkursen. Inzwischen würden sich auch die großen Industrieländer um die Schwellenländer sorgen. Die dortigen Inflationsraten würden steigen, Notenbanken hätten Leitzinsen erhöht, das Geld werde knapp, die Leistungsbilanzen würden Defizite ausweisen, soziale Unruhen seien an der Tagesordnung.
Eine sich abzeichnende Konjunkturflaute in Ländern, die vorher zu den Konjunkturmotoren der Weltwirtschaft gezählt hätten, bedrohe jetzt auch die Exportwirtschaft der Industrieländer. Diese würden jetzt über die Krise in den Schwellenländern beraten wollen. Auswirkungen auf die ganze Weltwirtschaft durch deflationäre Kräfte seien nicht mehr auszuschließen. Ende letzten Jahres habe die OECD über "virulente Episoden" spekuliert, die den Schwellenländern möglicherweise bevorstünden. Inzwischen seien die Kurseinbußen an den Finanzmärkten so umfangreich, dass schon wieder Fragen nach einem weltweiten Flächenbrand gestellt würden.
Erwartungen einer Rücksichtnahme der FED auf die Schwellenländer würden wenig realistisch erscheinen. Die USA hätten selbst genug Konjunkturprobleme. Am schwierigsten gestalte sich die Budgetpolitik, wo eine erneute Anhebung der bereits absurd hohen Schuldenobergrenze erforderlich werde. Die Inflationsprobleme scheinen gering, aber nur weil die Statistik die Berechnungsmethoden geändert hatte, so der Experte. Nach den Rechenmethoden, die bis in die 1980er Jahre gegolten hätten, liege der Anstieg der Konsumentenpreise bei fast 10% (Quelle: Shadow Government Statistics). Und der offizielle Ausweis einer leicht gesunkenen Arbeitslosenquote täusche darüber hinweg, dass die Zahl der Bezieher von Lebensmittelmarken auf einen neuen Höchststand geklettert sei.
Die "quantitativen Lockerungen" seien das falsche Mittel gewesen, um der Konjunkturimpulse zu geben. Die Liquidität sei in die Finanzmärkte in immer riskantere Regionen und Instrumente geströmt. Reformen in der Budgetpolitik dagegen seien völlig ausgeblieben. Die ständige Zuführung von Liquidität von der Notenbank hin zu den Finanzmärkten wirke wie eine Droge. Der Süchtige brauche eine immer stärkere Dosierung, um jedes Mal "high" zu werden. Jetzt werde die Dosierung gedrosselt (Tapering).
Die Belastungen der Schwellenländer durch Kapitalabflüsse als Folge des QE Tapering würden anhalten. Die Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Devisenturbulenzen könnten auch zu drastischen Einschnitten führen. Vorsicht bleibe angebracht. (Ausgabe vom 05.02.2014) (06.02.2014/alc/a/a)


