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Geldmarkt: Geldmenge und Kreditvergabe in der Eurozone ziehen an


07.09.15 10:20
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklung von Geldmenge und Kreditnachfrage ist ein Spiegelbild der Konjunktur, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die EZB verfolge deshalb eine ultra-expansive Geldpolitik, um diese beiden Komponenten anzutreiben. Tatsächlich seien beide in letzter Zeit gestiegen, aber ob dies auf die EZB zurückzuführen sei, bleibe umstritten. Trotz ZIRP, NIRP und QE bleibe das BIP-Wachstum in Q2/15 bei nur 0,3% (Q/Q) nach jeweils 0,4% in den beiden Vorquartalen.

Die Geldmenge M3 sei im Juli um 5,3% gestiegen (Juni 4,9%, M1 habe sich um 12,1% erhöht (11,7%). Die Definition M1 gelte bei Analysten als besonders zuverlässiger Frühindikator für die nächsten drei bis vier Quartale. Größte Sorgen habe bisher die schleppende Kreditnachfrage bereitet. Obwohl noch relativ niedrig, sei der Trend aufwärts gerichtet. Geld und Kredit seien damit kein Grund für weitere geldpolitische Unterstützungsmaßnahmen.

Die Inflationsrate in der Eurozone bleibe weiterhin sehr niedrig bei nahe 0% und bereite damit der EZB Kopfschmerzen. Sinkende Rohstoffpreise insbesondere bei Rohöl könnten die Rate sogar in den negativen Bereich drücken. Aber davon schon von Deflationsgefahren zu sprechen, sei übertrieben. Basiseffekte würden die Änderungsraten in der nächsten Periode wieder erhöhen. Ein zusätzlicher Handlungsbedarf für die EZB könne daraus nicht abgeleitet werden. Eine Erweiterung von QE bringe keinen Konjunkturimpuls.

Die EZB sei immer noch weit entfernt von der Position der FED, die immerhin eine Normalisierung der Zinsstruktur anstrebe. Stattdessen wolle die EZB an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik festhalten und ihre monatlichen Käufe von EUR 60 Mrd. Wertpapieren bis September 2016 fortsetzen. Die Ermahnungen der BIZ würden bei ihr ungehört verhallen. Die Nachteile dieser Geldpolitik würden von der EZB verdrängt. Die langfristigen Folgen würden ignoriert. (Ausgabe vom 06.09.2015) (07.09.2015/alc/a/a)