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Geldpolitik: Leitzinsen vorerst abwärts
02.12.24 12:56
Hauck Aufhäuser Lampe
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflationslage hat sich 2024 weltweit nachhaltig entspannt, so Dr. Alexander Krüger von Hauck & Aufhäuser in seinem "Kapitalmarkt-Ausblick 2025".
Hier und da bestünden zwar noch Schönheitsfehler, weil etwa Dienstleistungspreise hoch seien. Aus dem Flirt führender Notenbanken mit 2,0%-Preiszielen sei mancherorts sogar vorübergehend mehr geworden. Für die Geldpolitik bestehe nach Erachten der Experten von Hauck & Aufhäuser damit ein klares Signal, dass eine restriktive Ausrichtung nicht mehr nötig sei. Auch wenn wir meinen, dass sich eine beständige und punktgenaue Preiszielerfüllung allgemein kaum einstellen wird, so winkt zunächst aber eine Phase mit Quasi-Preisstabilität, so die Experten von Hauck & Aufhäuser. In dieser würden Inflationsraten nicht über 2,5% hinausragen. Leitzinsen hätten damit das Potenzial, weiter zu sinken. Ihre derzeit bremsende Wirkung auf die Wirtschaft nehme somit noch ab oder entfalle. Letzteres sei bei Erreichen des neutralen Leitzinsbereichs der Fall, der von Land zu Land verschieden sei. Im Euroraum reiche er wohl von 1,75% bis 2,75%, für die USA von 2,25% bis 3,25%. Ein Vorstoß in den expansiven Bereich dürfte nur erfolgen, wenn Konjunkturen stärker als von den Experten von Hauck & Aufhäuser erwartet nachlassen würden. Alles in allem würden sich Leitzinssenkungen wohl in erster Linie auf das erste Halbjahr 2025 konzentrieren.
Die Experten von Hauck & Aufhäuser würden erwarten:
• FED: Der Inflationsausblick erlaube der Notenbank aus Sicht der Experten eine weniger restriktive Ausrichtung. Für die Zeit bis Mai 2025 würden sie mit vier kleinen Zinsschritten und einer dann oberen Zielspanne von 3,75% rechnen. Gleichzeitig werde der Liquiditätsentzug von 60 Mrd. USD pro Monat wohl reduziert oder aufgegeben, damit die Bilanzverkürzung nicht ein Rausfallen des effektiven Tagesgeldsatzes aus dieser Spanne verursache. Ansonsten wäre die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik nicht gegeben. Im Wege höherer Zölle und einem voraussichtlichen Verbraucherpreisanstieg auf rund 3,0% bereits Mitte 2025 dürfte die FED zinsseitig dann stillhalten. Hierfür spreche auch die ausufernde US-Staatsverschuldung. Da die Taktzahl der Wirtschaft aus Sicht der Experten von Hauck & Aufhäuser hochbleiben werde, steige der Leitzins wegen der höheren Inflationsrate im vierten Quartal wohl auf 4,00%.
• EZB: Ein preisstabiles Umfeld sei nahezu erreicht. Da vorerst mindestens Quasi-Preisstabilität in Aussicht stehe, habe die Notenbank angekündigt, ihren Fokus stärker auf die Konjunktur zu legen. Letztere werde voraussichtlich eher gemächlich unterwegs sein. Den Einlagesatz dürfte die EZB bis Juni 2025 daher auf 2,00% senken. Dort habe er konjunkturneutral gewirkt. Wegen der preistreibenden Wirkung von US-Zöllen würden die Experten von Hauck & Aufhäuser für den weiteren Jahresverlauf mit einer abwartenden Haltung rechnen. Je stärker Zölle die EWU-Konjunktur allerdings bremsen würden, desto mehr könne die EZB auch ein tieferes Zinsniveau für angemessen halten. Die fehlende Harmonie von Lohn- und Produktivitätswachstum dürfte sie daran nicht hindern.
• Bank of England: Bei einer solide zunehmenden Wirtschaftsleistung in Großbritannien und einer erhöhten Inflationsrate werde die Notenbank ihren aktuell noch restriktiven Kurs voraussichtlich schrittweise weiter verringern. Die Experten von Hauck & Aufhäuser würden mit quartalsweisen Zinssenkungen rechnen, die im August 2025 bei 4,00% enden würden.
• Bank of Japan: Gegen den allgemeinen Trend werde es wohl wenige Mini-Zinserhöhungen geben. Strukturschwächen in Japan würden die Bank of Japan bremsen.
Angesichts der aus ihrer Sicht bestehenden Inflationsrisiken hätten die Experten von Hauck & Aufhäuser für 2025 im Blick, dass Leitzinsen eventuell weniger als in ihrem Basisszenario sinken würden. Die Experten würden hier vor allem auf einen durch Protektionismus, Demografie, Dekarbonisierung und Staatsverschuldung unterschwellig bestehenden und möglicherweise höher als von ihnen prognostiziert ausfallenden Preisdruck schauen. Sei die Quasi-Preisstabilität gefährdet, seien regionale Zinspausen eine probate Notenbankreaktion. (02.12.2024/alc/a/a)
Hier und da bestünden zwar noch Schönheitsfehler, weil etwa Dienstleistungspreise hoch seien. Aus dem Flirt führender Notenbanken mit 2,0%-Preiszielen sei mancherorts sogar vorübergehend mehr geworden. Für die Geldpolitik bestehe nach Erachten der Experten von Hauck & Aufhäuser damit ein klares Signal, dass eine restriktive Ausrichtung nicht mehr nötig sei. Auch wenn wir meinen, dass sich eine beständige und punktgenaue Preiszielerfüllung allgemein kaum einstellen wird, so winkt zunächst aber eine Phase mit Quasi-Preisstabilität, so die Experten von Hauck & Aufhäuser. In dieser würden Inflationsraten nicht über 2,5% hinausragen. Leitzinsen hätten damit das Potenzial, weiter zu sinken. Ihre derzeit bremsende Wirkung auf die Wirtschaft nehme somit noch ab oder entfalle. Letzteres sei bei Erreichen des neutralen Leitzinsbereichs der Fall, der von Land zu Land verschieden sei. Im Euroraum reiche er wohl von 1,75% bis 2,75%, für die USA von 2,25% bis 3,25%. Ein Vorstoß in den expansiven Bereich dürfte nur erfolgen, wenn Konjunkturen stärker als von den Experten von Hauck & Aufhäuser erwartet nachlassen würden. Alles in allem würden sich Leitzinssenkungen wohl in erster Linie auf das erste Halbjahr 2025 konzentrieren.
Die Experten von Hauck & Aufhäuser würden erwarten:
• EZB: Ein preisstabiles Umfeld sei nahezu erreicht. Da vorerst mindestens Quasi-Preisstabilität in Aussicht stehe, habe die Notenbank angekündigt, ihren Fokus stärker auf die Konjunktur zu legen. Letztere werde voraussichtlich eher gemächlich unterwegs sein. Den Einlagesatz dürfte die EZB bis Juni 2025 daher auf 2,00% senken. Dort habe er konjunkturneutral gewirkt. Wegen der preistreibenden Wirkung von US-Zöllen würden die Experten von Hauck & Aufhäuser für den weiteren Jahresverlauf mit einer abwartenden Haltung rechnen. Je stärker Zölle die EWU-Konjunktur allerdings bremsen würden, desto mehr könne die EZB auch ein tieferes Zinsniveau für angemessen halten. Die fehlende Harmonie von Lohn- und Produktivitätswachstum dürfte sie daran nicht hindern.
• Bank of England: Bei einer solide zunehmenden Wirtschaftsleistung in Großbritannien und einer erhöhten Inflationsrate werde die Notenbank ihren aktuell noch restriktiven Kurs voraussichtlich schrittweise weiter verringern. Die Experten von Hauck & Aufhäuser würden mit quartalsweisen Zinssenkungen rechnen, die im August 2025 bei 4,00% enden würden.
• Bank of Japan: Gegen den allgemeinen Trend werde es wohl wenige Mini-Zinserhöhungen geben. Strukturschwächen in Japan würden die Bank of Japan bremsen.
Angesichts der aus ihrer Sicht bestehenden Inflationsrisiken hätten die Experten von Hauck & Aufhäuser für 2025 im Blick, dass Leitzinsen eventuell weniger als in ihrem Basisszenario sinken würden. Die Experten würden hier vor allem auf einen durch Protektionismus, Demografie, Dekarbonisierung und Staatsverschuldung unterschwellig bestehenden und möglicherweise höher als von ihnen prognostiziert ausfallenden Preisdruck schauen. Sei die Quasi-Preisstabilität gefährdet, seien regionale Zinspausen eine probate Notenbankreaktion. (02.12.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


