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Geldpolitik führt erneut zu einer "irrational exuberance"


08.09.14 11:40
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Üblicherweise untersucht ein Finanzanalyst die Konjunkturentwicklung einer Volkswirtschaft, schließt aus Frühindikatoren auf die künftige Entwicklung und bildet sich eine Meinung über den weiteren Trend an den Aktien- und Rentenmärkten, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Das könnte man ja auch einmal umdrehen. Zuerst den Börsentrend untersuchen und daraus Rückschlüsse auf die weitere Konjunkturentwicklung ziehen. Doch gegenwärtig führe das nur zur Verzweiflung.

An den 17 weltweit wichtigsten Börsen befänden sich die Kurse in einem steilen Aufwärtstrend. Der globale Index habe mit 10.000 Punkten einen historischen Höchststand erreicht. Mehrmals sei die 200-Tages-Linie getestet worden. Selbst der letzte Rückschlag sei überwunden. Wir sind im Wolkenkuckucksheim, so die Experten von "fairesearch". Die Weltwirtschaft befinde sich in oder vor einer Boom-Phase. Mit zunehmender Kapazitätsauslastung würden die Unternehmensgewinne kräftig ansteigen. Neue Investitionen würden wie ein Multiplikator wirken.

Die Renditen seien in allen Laufzeiten in einem Abwärtstrend. Selbst die 30-jährige US-Treasury rentiere in der Börsengeschichte jetzt weniger als die reale BIP-Wachstumsrate. Die Ankündigung einer US-Leitzinserhöhung habe nichts geändert. In der Eurozone liege er jetzt nur noch 0,05%. Die Weltwirtschaft stehe vor einer Rezession oder gar Depression sowie Deflation. Schulden und Soll-Zinsen würden zwar nominal gleich bleiben, aber in realer Rechnung steigen. Schuldner würden Bankrott gehen. Es drohe eine globale Banken-Krise.

Einen solch krassen Gegensatz habe es noch nie gegeben. An welchem Modell solle sich ein Investor nun orientieren? Was immer er mache, könne nur falsch sein. Aktien und Renten jetzt zu verkaufen, könne genauso verkehrt sein wie kaufen.

Am 05.12.1996 habe Alan Greenspan eine solche Situation als "irrational exu-berance" bezeichnet. Sie sei eine Folge der ultra-expansiven Geldpolitik der Notenbanken mit einem starken Anstieg der Geldmenge, die erneut zu einer Blasenbildung geführt habe. Mit einer hohen Liquiditätsquote und einem Anteil von Edelmetallen könne sie erfolgreich überwunden werden. Nur sorgfältig ausgewählte Aktien im Depot. (08.09.2014/alc/a/a)