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Green-Bonds-Markt wächst: NN IP prognostiziert 300 Milliarden Euro


21.12.20 09:45
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - 2021 wird große Veränderungen mit sich bringen, von denen der Green-Bonds-Markt in Europa sehr profitieren wird, so die Experten von NN Investment Partners.

Zum einen werde die finale Version des Green Bond Standards der Europäischen Union veröffentlicht. Zum anderen werde die EU ab dem 2. Quartal grüne Anleihen im Wert von schätzungsweise 225 Mrd. EUR emittieren. Dies entspreche einem Drittel des Corona-Konjunkturpakets. Außerdem würden 2021 etliche Länder in den Markt einsteigen und erstmalig grüne Anleihen emittieren. Daher schätze NN Investment Partners (NN IP), dass der globale Markt für Green Bonds 2021 um 300 Mrd. EUR auf 1 Billion EUR zunehmen werde.

Die Summe der jährlichen Emissionen grüner Anleihen habe 2019 bei 200 Mrd. EUR gelegen und werde in diesem Jahr in etwa auf gleichem Niveau liegen. Für 2021 erwarte das Green-Bond-Team von NN IP einen Anstieg der Emissionen um 50%, wodurch der gesamte globale Markt für grüne Anleihen auf 1 Billion EUR anwachsen werde.

In erster Linie würden die EU-Taxonomie und der EU Green Bond Standard für einen Anstieg des Marktes für grüne Anleihen sorgen, basierend auf dem "Sustainable Action Plan" der EU zur Finanzierung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Laut EU-Taxonomie werde eine Aktivität als "nachhaltig" oder "grün" eingestuft, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zu einem oder mehreren von sechs Umweltzielen leiste oder anderen Aktivitäten ermögliche, einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Außerdem dürfe keinem anderen Umweltziel geschadet werden und der soziale sowie Governance-Schutz müsse eingehalten werden. Der EU Green Bond Standard verlange, dass die wirtschaftliche Aktivität, die eine Anleihe finanziere, an der EU-Taxonomie ausgerichtet sei.

NN IP sei davon überzeugt, dass die Verabschiedung der ersten Version der neuen EU-Taxonomie und des EU Green Bond Standards eine langfristig positive Auswirkung auf die Integrität und Transparenz des europäischen Green-Bonds-Marktes haben und als Blaupause für die Regulierung in anderen Ländern dienen werde. Die Gründe:

- Der schnell wachsende Markt für grüne Anleihen werde weiter standardisiert und professionalisiert

- Das Wissen über die Umweltverträglichkeit wirtschaftlicher Aktivitäten sowie über die Möglichkeiten eines Übergangs zu mehr Nachhaltigkeit steige

- Investoren würden einen zunehmend detaillierten Überblick darüber erhalten, in was sie investieren würden, und könnten somit fundiertere Entscheidungen treffen

- Emittenten würden mehr Orientierung erhalten, um grüne Assets oder Aktivitäten zu identifizieren

NN IP sei daher der Meinung, dass diese Gesetzesvorlage das Wachstum des weltweiten Green-Bonds-Marktes beschleunigen könnte, indem sie zusätzliche Sektoren wie z. B. die Industrie dazu bewege, grüne Anleihen zu emittieren. Derzeit werde der Markt von Finanzunternehmen, Versorgungsunternehmen und regierungsnahen Emittenten dominiert.

Jovita Razauskaite, Portfolio Manager Green Bond, NN Investment Partners, sage: "Diese neuen Vorschriften läuten ein Jahrzehnt ein, das ein Wendepunkt im Klimaschutz sein könnte. Europa nimmt mit seinem Ziel, bis 2050 kohlenstoffneutral zu sein, dabei eine Vorreiterrolle ein. ESG und Green Finance sind tatsächlich im Mainstream angekommen. Die Pandemie hat ebenfalls einen positiven Effekt, da viele Länder offensichtlich mehr Finanzmittel benötigen, und da grüne Ziele wichtiger denn je sind, wird der Markt für grüne Anleihen allgemein als große Chance gesehen."

Darüber hinaus erwarte NN IP, dass die Entwicklung des Green-Bonds-Marktes von Ländern angespornt werde, die ihre ersten Green Bonds im Jahr 2021 emittieren wollten. Dazu würden unter anderem Italien, Spanien, Großbritannien, Dänemark, die Ukraine und Slowenien zählen. Des Weiteren würden schon bekannte Emittenten wie die Niederlande, Frankreich und Deutschland erneut in den Markt einsteigen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Insgesamt sei die Pipeline grüner Staatsanleihen umfangreich und deutlich größer als in den Vorjahren.

Nicht zuletzt werde die Emission neuer Next Generation EU-Bonds, von denen 225 Mrd. EUR zwischen 2021 und 2023 für Umweltprojekte eingesetzt würden, den supranationalen Anteil am globalen Green-Bond-Universum deutlich vergrößern. Die EU werde voraussichtlich im 2. Quartal 2021 mit der Emission dieser Anleihen beginnen, um die nationalen Konjunktur- und Resilienzpläne der Mitgliedsländer zu unterstützen. (21.12.2020/alc/a/a)