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Großbritannien: Leitzinswende zur Jahresmitte 2016
06.01.16 12:51
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Der gesamtwirtschaftliche Erholungsprozess der letzten Jahre hat sich in Großbritannien auch 2015 weiter fortgesetzt, so die Analysten der NORD LB.
Die reale Wirtschaftsleistung habe sich in den ersten drei Quartalen des Jahres um jeweils mindestens +0,4% Q/Q erhöht. Für das Gesamtjahr zeichne sich insofern ein Wirtschaftswachstum in einer Größenordnung von gut 2% ab. Dabei habe aber vor allem die britische Industrie zunehmend unter der relativen Stärke des Britischen Pfunds - vor allem gegenüber dem Euro - zu leiden. Dies werde jedoch von einer sehr soliden Binnennachfrage kompensiert. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote sei im Jahresverlauf von 5,7% (Januar) bis auf 5,3% am aktuellen Rand zurückgegangen - und die damit einhergehende Verbesserung der Haushaltseinkommen habe das Wachstum in Großbritannien entsprechend stützen können.
Dennoch habe die Bank of England (BoE) in 2015 keine Veränderung ihrer geldpolitischen Ausrichtung vorgenommen. Die Bank Rate liege nach wie vor bei 0,50%, das Wertpapierankaufprogramm sei nicht weiter angepasst worden. In den letzten Monaten sei es allerdings zu einer Verschiebung beim Abstimmungsergebnis gekommen. Hier herrsche mittlerweile keine Einstimmigkeit im Entscheidungsgremium der BoE, dem Monetary Policy Committee (MPC), mehr. Mit einer Ausnahme hätten sich allerdings bis zuletzt alle Entscheidungsträger für eine Beibehaltung des expansiven geldpolitischen Kurses ausgesprochen. An möglichen Veränderungen des Abstimmungsergebnisses im MPC werde man in den kommenden Monaten viel über den Zeitpunkt einer Zinswende in Großbritannien ablesen können.
Der Grund für das bisherige Stillhalten der BoE liege in den noch immer äußerst niedrigen Inflationsraten. Dafür sei in erster Linie die Rohstoffpreisverfall und hier vor allem die Rohölpreisentwicklung verantwortlich. Allerdings habe sich gezeigt, dass die Londoner Notenbank weniger Deflationssorgen plagen würden als beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB). Wiederholt hätten die Entscheidungsträger um BoE-Chef Mark Carney darauf verwiesen, dass die niedrigen Inflationsraten aufgrund der Rohölpreisbewegungen nicht überbewertet werden sollten. In den kommenden Monaten dürften die Teuerungsraten wieder zulegen. Zwar würden die Analysten der NORD LB auf absehbare Zeit keine Bewegung bis zur Zielinflationsrate bei 2% sehen, die Phase der Nullinflation oder gar negativer Raten sollte aber bereits auf kurze Sicht der Vergangenheit angehören.
Für 2016 würden die Analysten der NORD LB mit einer Fortsetzung der positiven konjunkturellen Entwicklung rechnen. In Verbindung mit allmählich steigenden Inflationsraten dürfte dann auch die Zinswende für die BoE allmählich auf die Agenda rücken. Eine erste Zinsanhebung würden sie allerdings frühestens zur Jahresmitte erwarten. Von dieser Perspektive sollte auf mittlere Sicht auch das Pfund profitieren, so dass für den Euro die Marke von 0,70 GBP wieder ins Blickfeld rücken dürfte. Einen großen Unsicherheitsfaktor werde im neuen Jahr die "Brexit-Thematik" darstellen. Es gebe zwar aktuell noch keinen Termin für das Referendum, es zeichne sich aber ab, dass Premier Cameron bereits 2016 über den EU-Verbleib abstimmen lassen wolle. (06.01.2016/alc/a/a)
Die reale Wirtschaftsleistung habe sich in den ersten drei Quartalen des Jahres um jeweils mindestens +0,4% Q/Q erhöht. Für das Gesamtjahr zeichne sich insofern ein Wirtschaftswachstum in einer Größenordnung von gut 2% ab. Dabei habe aber vor allem die britische Industrie zunehmend unter der relativen Stärke des Britischen Pfunds - vor allem gegenüber dem Euro - zu leiden. Dies werde jedoch von einer sehr soliden Binnennachfrage kompensiert. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote sei im Jahresverlauf von 5,7% (Januar) bis auf 5,3% am aktuellen Rand zurückgegangen - und die damit einhergehende Verbesserung der Haushaltseinkommen habe das Wachstum in Großbritannien entsprechend stützen können.
Der Grund für das bisherige Stillhalten der BoE liege in den noch immer äußerst niedrigen Inflationsraten. Dafür sei in erster Linie die Rohstoffpreisverfall und hier vor allem die Rohölpreisentwicklung verantwortlich. Allerdings habe sich gezeigt, dass die Londoner Notenbank weniger Deflationssorgen plagen würden als beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB). Wiederholt hätten die Entscheidungsträger um BoE-Chef Mark Carney darauf verwiesen, dass die niedrigen Inflationsraten aufgrund der Rohölpreisbewegungen nicht überbewertet werden sollten. In den kommenden Monaten dürften die Teuerungsraten wieder zulegen. Zwar würden die Analysten der NORD LB auf absehbare Zeit keine Bewegung bis zur Zielinflationsrate bei 2% sehen, die Phase der Nullinflation oder gar negativer Raten sollte aber bereits auf kurze Sicht der Vergangenheit angehören.
Für 2016 würden die Analysten der NORD LB mit einer Fortsetzung der positiven konjunkturellen Entwicklung rechnen. In Verbindung mit allmählich steigenden Inflationsraten dürfte dann auch die Zinswende für die BoE allmählich auf die Agenda rücken. Eine erste Zinsanhebung würden sie allerdings frühestens zur Jahresmitte erwarten. Von dieser Perspektive sollte auf mittlere Sicht auch das Pfund profitieren, so dass für den Euro die Marke von 0,70 GBP wieder ins Blickfeld rücken dürfte. Einen großen Unsicherheitsfaktor werde im neuen Jahr die "Brexit-Thematik" darstellen. Es gebe zwar aktuell noch keinen Termin für das Referendum, es zeichne sich aber ab, dass Premier Cameron bereits 2016 über den EU-Verbleib abstimmen lassen wolle. (06.01.2016/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


