Heute im Fokus: Britische Inflation


16.10.24 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Vorfeld der morgigen EZB-Ratssitzung gibt es heute keine wegweisenden Datenveröffentlichungen mehr und auch die Notenbankvertreter befinden sich in der "blackout period", sodass es wohl keinen Grund für Zweifel an der nahezu vollständig eskomptierten Zinssenkung um 25 Basispunkte geben wird, so die Analysten der Helaba.

Gleichwohl seien in den kommenden Wochen und Monaten die eingehenden Konjunktur- und Inflationsentwicklungen im Blick zu behalten, denn der Zinspfad sei nicht im Vorhinein festgelegt, und die EZB werde datenabhängig von Meeting zu Meeting neu entscheiden.

In Großbritannien befinde sich die Notenbank (BoE), wie auch EZB und Fed, auf Zinssenkungskurs. Die BoE-Geldpolitiker müssten ihre Entscheidungen ebenso wie die Kollegen in den USA und der Eurozone unter dem Eindruck eines gemischten Datenkranzes treffen. So seien die Wachstumszahlen nicht durchweg überzeugend, der Arbeitsmarkt aber in einer soliden Verfassung. Die Arbeitslosenquote sei zuletzt gesunken und liege mit 4,0% auf einem niedrigen Niveau. Vor allem aber sei das Inflationsbild gespalten. Die Servicepreisinflation sei zuletzt gestiegen und weiterhin erhöht, während die Gesamtteuerung etwa auf dem Zielniveau liege.

Mit den heute anstehenden Septemberwerten der Verbraucherpreise werde sich an diesem Bild wenig ändern. Sowohl die Gesamtteuerung als auch die Kernteuerung würden den Weg der Disinflation fortführen. Auch dank niedriger Energiepreise dürfte sich ein nur moderates Plus beim Verbraucherpreisindex einstellen, sodass die Jahresrate unter die 2%-Marke rutsche. Auch bei den Servicepreisen und dem Kernindex sollte es zu rückläufigen Jahresraten kommen. Mithin würden die marktseitigen Erwartungen, dass die BoE im November die Zinsen nochmals senken werde, tendenziell untermauert. Geldmarktakteure würden dies mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 95% handeln. (16.10.2024/alc/a/a)