Heute im Fokus: Wachstum, Inflation, Beschäftigung


30.10.24 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Heute stehen Q3-Wachstumsraten zur Veröffentlichung an, so die Analysten der Helaba.

Den Auftakt würden das französische und das deutsche BIP geben. Vor allem die Schwäche der Industrie laste hierzulande auf der Dynamik, und obwohl sich das Konsumklima verbessert habe und die Inflation bei steigenden Realeinkommen sinke, sei die Konsumnachfrage noch gedämpft. Währenddessen habe sich der Dienstleistungssektor vergleichsweise robust präsentieren können, und alles in allem scheine ein Nullwachstum möglich.

In der Eurozone laufe es hingegen besser, obwohl auch dort eine Spaltung der konjunkturellen Dynamik zwischen schwacher Industrie und solidem Servicesektor zu konstatieren sei. Immerhin werde ein kleines Plus im Quartalsvergleich erwartet. In den USA stünden die Zeichen dagegen klar auf Expansion, wobei die Informationen zu den jüngeren Entwicklungen uneinheitlich seien.

So habe das Beige Book, der Fed-Konjunkturbericht, zuletzt nur noch in zwei Distrikten von Wachstum berichtet, während die Fed von Atlanta einen datenbasierten Ansatz verfolge und auf ein BIP-Wachstum von annualisiert rund 3% hinweise. Auch deswegen dürfte die Konsensschätzung wohl bei 3,0% liegen, während die Analysten etwas zurückhaltender seien. Selbst eine Enttäuschung in dieser Größenordnung werde aber kaum in der Lage sein, die Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed zu forcieren. Mit 96%iger Wahrscheinlichkeit gingen die Geldmarktakteure von einer Reduzierung des Leitzinsbandes um 25 BP in der kommenden Woche aus. Arbeitsmarkt und Inflationsdaten würden das Bild heute abrunden.

Bezüglich der deutschen Teuerung sei hervorzuheben, dass die Energiepreise einen dämpfenden Effekt hätten, ein Basiseffekt die Jahresrate aber nach oben schieben werde. Besonderes Augenmerk gelte daher wohl den Kern- und Dienstleistungspreisen. Die EZB werde sich wegen des Basiseffektes jedenfalls nicht vom Zinssenkungskurs abhalten lassen. In den USA liefere der ADP-Report einen Hinweis auf die offizielle Beschäftigungsentwicklung, die am Freitag anstehe. Das Sentiment bezüglich der Fed-Zinssenkungswahrscheinlichkeit könnte davon beeinflusst werden. (30.10.2024/alc/a/a)