Höhere Inflation unter Trump?


22.11.24 09:35
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Wenn der künftige US-Präsident Donald Trump seine politischen Pläne, wie angekündigt umsetzt, dürfte die Inflation steigen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Finanzexperten würden mit mehr Wachstum, höheren Defiziten, höheren Schulden und dadurch höherer Inflation rechnen. Nach dem rasanten Anstieg der Inflation nach dem Ende der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren sei diese wieder deutlich zurückgegangen. Im Oktober dieses Jahres habe die Inflation gegenüber dem Vormonat allerdings wieder leicht um 0,2% zugelegt und liege nun mit 2,6% weiterhin leicht über dem Zielniveau von 2,0%.

Trump würde versuchen, seine Wahlversprechen umzusetzen und vor allem gegen China die Zölle zu erhöhen. Auch die Pläne von Steuersenkungen, die Abschiebung von Migranten und die protektionistische Handelspolitik könnten für höhere Inflation sorgen. Auf höhere Inflationszahlen könnte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit einer strafferen Geldpolitik reagieren. Viele Marktbeobachter gingen davon aus, dass Trump - wie während seiner ersten Amtszeit - erheblichen Druck auf die US-Notenbank ausüben und auch die Unabhängigkeit der Fed angegriffen werden könnte.

Allerdings könnte eine höhere Inflation auch zu Trumps Kryptonit werden, denn dass die Teuerung beim Volk gar nicht gut ankomme, hätten gerade erst die US-Präsidentschaftswahlen gezeigt: Die höhere Inflation gelte als wichtiger Grund für die Wahlniederlage von Kamala Harris. Hingegen könnten die Aussichten auf Steuersenkungen und Deregulierung von Trumps Regierung die Aktienmärkte auf absehbare Zeit wieder stützen und zu einem Anstieg der Anleihenrenditen führen.

Der Wechselkurs EUR/USD sei heute unter die charttechnische Unterstützung von 1,0500 gefallen und notiere aktuell bei 1,0467. Die nächste Unterstützung finde sich bei 1,0448. Würde auch diese unterbrochen, könnte sich der Abwärtstrend beschleunigen und sich möglicherweise Richtung Parität fortsetzen. (22.11.2024/alc/a/a)