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Inflation: Die letzte Meile ist die schwerste
23.02.24 11:22
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Hartnäckige Inflation, anhaltend hoher Lohndruck und übertriebene Zinssenkungsfantasien treiben die Kapitalmärkte um, so Bastian Ernst, CIIA, CEFA bei der Weberbank.
Die Inflationsrate habe ihre Höchststände inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Bereits seit einigen Monaten entwickele sich die Teuerungsrate kontinuierlich rückläufig. Die weitere Entwicklung dürfte sich jedoch erheblich langsamer vollziehen als bisher - oder wie die Notenbankerinnen und Notenbanker sagen würdne: "Die letzte Meile bei der Inflation ist die schwerste". Diese Metapher für den Abbau der Inflation als Analogie zum Laufsport meine, dass es vergleichsweise leicht sei, die Inflation von einem hohen Niveau in die Richtung von 3 Prozent zu senken. Die Inflation nachhaltig auf das Ziel von rund 2 Prozent zu senken, sei dagegen erheblich schwieriger.
Dies würden auch die in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Verbraucher- sowie Erzeugerpreise in den USA zeigen. In beiden Fällen sei der Preisauftrieb höher ausgefallen als erwartet. So hätten die US-Verbraucher im Januar eine aufs Jahr hochgerechnete Teuerung von 3,1 Prozent hinnehmen müssen. Die Kernrate, welche die stärker schwankenden Veränderungen der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammere, zeige sich mit 3,9 Prozent besonders hartnäckig.
Gleichzeitig bewirke der robuste Arbeitsmarkt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten in besserer wirtschaftlicher Verfassung seien als erhofft. Dies sei ein positives Zeichen für die US-Wirtschaft, da der private Konsum den Löwenanteil der US-Wirtschaftsleistung generiere. Es sei jedoch auch klar, dass die jüngsten Zahlen zum Lohnwachstum - eine Rate von 4,5 Prozent in den USA - nicht mit dem Inflationsziel von 2 Prozent vereinbar seien.
Die Erkenntnis, dass die Inflation langsamer sinke als erhofft, habe sich nun auch bei den Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern durchgesetzt. Zum Ende des Jahres 2023 sei geradezu Euphorie ausgebrochen, dass der Kampf gegen die Inflation bald erfolgreich beendet sei. In der Folge seien am Markt bis Ende 2024 sechs Leitzinssenkungen in den USA erwartet worden.
Seit Jahresbeginn habe jedoch ein gewisses Umdenken stattgefunden, und die übertriebenen Zinssenkungsfantasien würden zurückgehen. Derzeit würden nur noch drei bis vier Leitzinssenkungen durch die US-amerikanische Notenbank erwartet. Dies habe auch Anleiherenditen wieder ansteigen lassen, welche zum Jahresende stark gesunken seien. Damit ergebe sich eine erneute Gelegenheit, attraktive Renditeniveaus zu sichern.
Ab Sommer würden die Analysten dann jedoch tatsächlich erste Zinssenkungen erwarten, was die Rentenkurse unterstützen dürfte. Daher würden sie empfehlen, den Anteil von Anleihen mit langen Laufzeiten im Depot zu erhöhen, um das Zinsniveau zu sichern und die Chance auf Kursgewinne zu verstärken. Hochwertige Unternehmensanleihen seien dabei besonders attraktiv, da die Unternehmen fundamental sehr solide aufgestellt seien und mit diesen Unternehmenspapieren ein zusätzlicher Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen vereinnahmt werden könne.
An der Börse seien Technologieunternehmen, welche potenziell vom Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren könnten, im vergangenen Jahr kräftig beflügelt worden. Dabei hätten sich Anlegerinnen und Anleger überwiegend auf die hiermit verbundenen Chancen fokussiert. Vereinzelt würden sich erste Anzeichen zeigen, dass durch das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz auch Risiken für etablierte Geschäftsmodelle entstünden. KI sei nicht nur revolutionär, sondern auch disruptiv, und wo Gewinner seien, könne es auch Verlierer geben.
Es sei aus Sicht der Analysten verfrüht, um eindeutige, langfristige Gewinner oder Verlierer im Bereich der KI-Anwendungen auszumachen. Deshalb würden sie empfehlen, Chancen entlang der Wertschöpfungskette zu suchen. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, überböten sich die Unternehmen derzeit darin, kritische Infrastruktur für KI-Anwendungen aufzubauen. Dies dürfte Unternehmen aus den Bereichen Chips, Halbleiterausrüstung sowie Datenzentren weiterhin profitieren lassen. Auch die sich dem Ende neigende Gewinnberichtssaison habe in diesen Segmenten gezeigt, dass die Auftragsbücher der Unternehmen kräftig wachsen würden. (23.02.2024/alc/a/a)
Die Inflationsrate habe ihre Höchststände inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Bereits seit einigen Monaten entwickele sich die Teuerungsrate kontinuierlich rückläufig. Die weitere Entwicklung dürfte sich jedoch erheblich langsamer vollziehen als bisher - oder wie die Notenbankerinnen und Notenbanker sagen würdne: "Die letzte Meile bei der Inflation ist die schwerste". Diese Metapher für den Abbau der Inflation als Analogie zum Laufsport meine, dass es vergleichsweise leicht sei, die Inflation von einem hohen Niveau in die Richtung von 3 Prozent zu senken. Die Inflation nachhaltig auf das Ziel von rund 2 Prozent zu senken, sei dagegen erheblich schwieriger.
Dies würden auch die in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Verbraucher- sowie Erzeugerpreise in den USA zeigen. In beiden Fällen sei der Preisauftrieb höher ausgefallen als erwartet. So hätten die US-Verbraucher im Januar eine aufs Jahr hochgerechnete Teuerung von 3,1 Prozent hinnehmen müssen. Die Kernrate, welche die stärker schwankenden Veränderungen der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammere, zeige sich mit 3,9 Prozent besonders hartnäckig.
Gleichzeitig bewirke der robuste Arbeitsmarkt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten in besserer wirtschaftlicher Verfassung seien als erhofft. Dies sei ein positives Zeichen für die US-Wirtschaft, da der private Konsum den Löwenanteil der US-Wirtschaftsleistung generiere. Es sei jedoch auch klar, dass die jüngsten Zahlen zum Lohnwachstum - eine Rate von 4,5 Prozent in den USA - nicht mit dem Inflationsziel von 2 Prozent vereinbar seien.
Seit Jahresbeginn habe jedoch ein gewisses Umdenken stattgefunden, und die übertriebenen Zinssenkungsfantasien würden zurückgehen. Derzeit würden nur noch drei bis vier Leitzinssenkungen durch die US-amerikanische Notenbank erwartet. Dies habe auch Anleiherenditen wieder ansteigen lassen, welche zum Jahresende stark gesunken seien. Damit ergebe sich eine erneute Gelegenheit, attraktive Renditeniveaus zu sichern.
Ab Sommer würden die Analysten dann jedoch tatsächlich erste Zinssenkungen erwarten, was die Rentenkurse unterstützen dürfte. Daher würden sie empfehlen, den Anteil von Anleihen mit langen Laufzeiten im Depot zu erhöhen, um das Zinsniveau zu sichern und die Chance auf Kursgewinne zu verstärken. Hochwertige Unternehmensanleihen seien dabei besonders attraktiv, da die Unternehmen fundamental sehr solide aufgestellt seien und mit diesen Unternehmenspapieren ein zusätzlicher Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen vereinnahmt werden könne.
An der Börse seien Technologieunternehmen, welche potenziell vom Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren könnten, im vergangenen Jahr kräftig beflügelt worden. Dabei hätten sich Anlegerinnen und Anleger überwiegend auf die hiermit verbundenen Chancen fokussiert. Vereinzelt würden sich erste Anzeichen zeigen, dass durch das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz auch Risiken für etablierte Geschäftsmodelle entstünden. KI sei nicht nur revolutionär, sondern auch disruptiv, und wo Gewinner seien, könne es auch Verlierer geben.
Es sei aus Sicht der Analysten verfrüht, um eindeutige, langfristige Gewinner oder Verlierer im Bereich der KI-Anwendungen auszumachen. Deshalb würden sie empfehlen, Chancen entlang der Wertschöpfungskette zu suchen. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, überböten sich die Unternehmen derzeit darin, kritische Infrastruktur für KI-Anwendungen aufzubauen. Dies dürfte Unternehmen aus den Bereichen Chips, Halbleiterausrüstung sowie Datenzentren weiterhin profitieren lassen. Auch die sich dem Ende neigende Gewinnberichtssaison habe in diesen Segmenten gezeigt, dass die Auftragsbücher der Unternehmen kräftig wachsen würden. (23.02.2024/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


