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Internationale Investment Positionen der Eurozone: Netto Verschuldung von ungefähr 8% des BIP
21.12.16 08:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mitte 2016 wies die internationale Investment Position der Eurozone eine netto Verschuldung von EUR 0,9 Billionen oder ungefähr 8% des BIP der Eurozone aus, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Um diesen Betrag hätten die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland die Guthaben überstiegen. Die Leistungsbilanz habe in den zwölf vorangegangenen Monaten einen Überschuss von EUR 348,7 Mrd. oder rund 3,3% des BIP gezeigt.
Ganz anders stelle sich die Situation in den USA dar. Bei einem Defizit in der Leistungsbilanz von rund USD 500 Mrd. in zwölf Monaten habe sich Mitte 2016 die internationale Investment Position auf USD 8,042 Billionen Schulden gegenüber dem Rest der Welt bei einem realen BIP von USD 18,5 Billionen oder 43,4% des BIP gestellt.
Bei diesen Fundamentals müsste der USD eigentlich abwerten. Die Carry Trader, die wegen erwarteter Zinserhöhungen in den USA zugunsten des USD spekulieren würden, würden ein erhebliches Risiko eingehen. Die USA seien der größte Schuldner der Welt. Und der USD sei kein "sicherer Hafen"! Die angebliche Lokomotivfunktion der US-Volkswirtschaft für die Welt zeige sich jedenfalls nicht in der Außenwirtschaft. Eine Volkswirtschaft mit der höchsten Staatsverschuldung, dem größten Leistungsbilanzdefizit und der höchsten Auslandsverschuldung in der Welt könne ökonomisch kaum "vorbildlich" sein.
An den Devisenmärkten werde eine Währung mit einem solchen fundamentalen Hintergrund üblicherweise sehr vorsichtig bewertet. Da sie abwertungsverdächtig sei, würden die Märkte einen Zinsaufschlag gegenüber anderen Währungen mit besseren Fundamentals verlangen. Dieser Aufschlag solle das Abwertungsrisiko ausgleichen. Am Euro könne man zwar auch Kritik üben, aber die Staatsverschuldung sei mit rund 95% des BIP niedriger als in den USA mit 105% des BIP, die Leistungsbilanz weise hier einen Überschuss aus, und die internationale Investment Position sei im Gegensatz zu den USA fast ausgeglichen. Das Wachstum lasse in beiden Regionen zu wünschen übrig.
Somit spreche für den USD nur noch die vom Handel erwartete Zinsausweitung zwischen USD und EUR. Doch diese Spekulation stehe ebenfalls auf tönernen Füßen. Seit 2008 würden die internationalen Zentralbanken ein weitgehend paralleles Verhalten eigen. Die FED gehe zwar voran und gebe die Richtung vor, doch die anderen würden ihr folgen. In den USA seien von den Finanzmärkten mindestens drei Zinserhöhungen in 2017 vorweggenommen. Mit weiteren Schritten werde die FED sehr vorsichtig sein wegen der hohen Staatsverschuldung, die von jetzt USD 19,5 Billionen unter dem neuen Präsidenten Trump in Richtung USD 30 Billionen ansteigen werde. Der Schuldendienst gehe in den jährlichen Haushalt ein. Bei einem Zinssatz von 4% würden allein Soll-Zinsen in Höhe des gegenwärtigen Budgetdefizits anfallen.
Und die EZB könne nicht ewig bei ihrem gegenwärtig ultra-expansiven Kurs bleiben. ZIRP und NIRP würden längerfristig mehr Schaden als Nutzen anrichten. Investments würden mangels Renditen in immer riskantere Anlageformen fließen. Die Verschuldung beschleunige sich, und die Bereitschaft zu Reformen sinke. Die monatlichen Käufe von Anleihen in Höhe von EUR 80 Mrd. würden Ende März zurückgeführt, aber bis Ende 2017 um monatlich EUR 60 Mrd. verlängert. Somit sei das noch keine Wende in der Geldpolitik. Die Kritik an diesem Kurs werde immer lauter. Eine Zunahme der Inflation in 2017 dürfte die Börsen in ihrer Skepsis noch antreiben und in Antizipation der Wende zu steigenden Zinsen führen. Die Finanzmärkte würden erfahrungsgemäß solche Entwicklungen sechs bis neun Monate vorausnehmen.
Der USD stehe nahe seinem 14 Jahreshoch, größtenteils wegen der Schwäche des Chinesischen Yuans infolge der umfangreichen Mittelabflüsse. Investments in US-Wertpapieren seien eine riskante Anlage. In 2017 würden die Märkte global Zinserhöhungen antizipieren. Protektionistische Tendenzen würden drohen, die Volatilitäten noch zu erhöhen. (Ausgabe vom 20.12.2016) (21.12.2016/alc/a/a)
Um diesen Betrag hätten die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland die Guthaben überstiegen. Die Leistungsbilanz habe in den zwölf vorangegangenen Monaten einen Überschuss von EUR 348,7 Mrd. oder rund 3,3% des BIP gezeigt.
Ganz anders stelle sich die Situation in den USA dar. Bei einem Defizit in der Leistungsbilanz von rund USD 500 Mrd. in zwölf Monaten habe sich Mitte 2016 die internationale Investment Position auf USD 8,042 Billionen Schulden gegenüber dem Rest der Welt bei einem realen BIP von USD 18,5 Billionen oder 43,4% des BIP gestellt.
An den Devisenmärkten werde eine Währung mit einem solchen fundamentalen Hintergrund üblicherweise sehr vorsichtig bewertet. Da sie abwertungsverdächtig sei, würden die Märkte einen Zinsaufschlag gegenüber anderen Währungen mit besseren Fundamentals verlangen. Dieser Aufschlag solle das Abwertungsrisiko ausgleichen. Am Euro könne man zwar auch Kritik üben, aber die Staatsverschuldung sei mit rund 95% des BIP niedriger als in den USA mit 105% des BIP, die Leistungsbilanz weise hier einen Überschuss aus, und die internationale Investment Position sei im Gegensatz zu den USA fast ausgeglichen. Das Wachstum lasse in beiden Regionen zu wünschen übrig.
Somit spreche für den USD nur noch die vom Handel erwartete Zinsausweitung zwischen USD und EUR. Doch diese Spekulation stehe ebenfalls auf tönernen Füßen. Seit 2008 würden die internationalen Zentralbanken ein weitgehend paralleles Verhalten eigen. Die FED gehe zwar voran und gebe die Richtung vor, doch die anderen würden ihr folgen. In den USA seien von den Finanzmärkten mindestens drei Zinserhöhungen in 2017 vorweggenommen. Mit weiteren Schritten werde die FED sehr vorsichtig sein wegen der hohen Staatsverschuldung, die von jetzt USD 19,5 Billionen unter dem neuen Präsidenten Trump in Richtung USD 30 Billionen ansteigen werde. Der Schuldendienst gehe in den jährlichen Haushalt ein. Bei einem Zinssatz von 4% würden allein Soll-Zinsen in Höhe des gegenwärtigen Budgetdefizits anfallen.
Und die EZB könne nicht ewig bei ihrem gegenwärtig ultra-expansiven Kurs bleiben. ZIRP und NIRP würden längerfristig mehr Schaden als Nutzen anrichten. Investments würden mangels Renditen in immer riskantere Anlageformen fließen. Die Verschuldung beschleunige sich, und die Bereitschaft zu Reformen sinke. Die monatlichen Käufe von Anleihen in Höhe von EUR 80 Mrd. würden Ende März zurückgeführt, aber bis Ende 2017 um monatlich EUR 60 Mrd. verlängert. Somit sei das noch keine Wende in der Geldpolitik. Die Kritik an diesem Kurs werde immer lauter. Eine Zunahme der Inflation in 2017 dürfte die Börsen in ihrer Skepsis noch antreiben und in Antizipation der Wende zu steigenden Zinsen führen. Die Finanzmärkte würden erfahrungsgemäß solche Entwicklungen sechs bis neun Monate vorausnehmen.
Der USD stehe nahe seinem 14 Jahreshoch, größtenteils wegen der Schwäche des Chinesischen Yuans infolge der umfangreichen Mittelabflüsse. Investments in US-Wertpapieren seien eine riskante Anlage. In 2017 würden die Märkte global Zinserhöhungen antizipieren. Protektionistische Tendenzen würden drohen, die Volatilitäten noch zu erhöhen. (Ausgabe vom 20.12.2016) (21.12.2016/alc/a/a)


