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Ist das Helikoptergeld bereits gelandet?
05.10.16 08:34
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Helikoptergeld - In der Theorie wird dieses Instrument bereits seit Jahrhunderten diskutiert, so Matthias Hoppe, Senior Vice President, Portfoliomanager bei Franklin Templeton Solutions.
Der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler David Hume solle das Konzept angeblich im 18. Jahrhundert erfunden haben. Der einflussreiche britische Ökonom John Maynard Keynes habe sich in den 1930er-Jahren darauf bezogen und 1969 habe der amerikanische Volkswirt Milton Friedman (der später einen Nobelpreis erhalten habe) über den wortwörtlichen Abwurf von Bargeld aus Helikoptern gesprochen, damit die Bürger es aufsammeln könnten. Die Theorie dahinter sei, dass die Zentralbank in einer Volkswirtschaft, die deutlich unter ihren Möglichkeiten bleibe, das Wirtschaftswachstum und die Inflation dadurch ankurble, dass sie im Prinzip Geld "drucke" und es vorbehaltlos an die Öffentlichkeit verteile.
In den meisten Fällen seien "Helikoptergeld"-Programme in modernen, fortgeschrittenen Volkswirtschaften jedoch niemals ernsthaft als akzeptable geldpolitische Instrumente in Erwägung gezogen worden. Es gebe historische Beispiele für ihre Umsetzung (Weimarer Republik in den 1920er Jahren und Simbabwe in den 1990er Jahren beispielsweise), aber meist mit verheerenden Folgen für die Inflation. In den letzten Monaten sei diese Art von Geldpolitik jedoch verstärkt ins Gespräch gebracht worden, sowohl in den Medien als auch von den geldpolitischen Entscheidungsträgern. Im März dieses Jahr habe Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), das Helikoptergeld als "äußerst interessantes Konzept" bezeichnet.
Tatsächlich sei es interessant, dass diese alte Idee jetzt wieder aufgegriffen werde. Man beachte, dass man bereits acht Jahre lang beobachtet habe, wie global koordinierte QE-Initiativen in einem noch nie zuvor dagewesenem Ausmaß auf den Weg gebracht worden seien. Keine davon habe jemals wirklich ihr Ziel erreicht, abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass Anleger in höhere Risiken gedrängt worden seien und die Preise für Vermögenswerte zugenommen hätten. Tatsächlich hätten einige Zentralbanken, darunter die Bank of Japan und die EZB, bereits das Konzept der herkömmlichen quantitativen Lockerung hinter sich gelassen und negative Zinsen eingeführt. Faktisch werde damit Banken, die Einlagen im Bestand halten würden, eine Gebühr auferlegt, um sie zur Kreditvergabe zu bewegen. Trotz all dieser aggressiven Maßnahmen sei bislang jedoch noch keine deutliche Inflation der Verbraucherpreise eingetreten, ganz zu schweigen von nachhaltiger Nachfrage und nachhaltigem Wachstum.
Warum glaube der Experte, dass es beim Helikoptergeld anders sein würde? Um einen besseren Rahmen für diese Diskussion zu schaffen, sollte man eine Frage beantworten: Wie würden sich sogenannte Helikoptergeld-Konjunkturprogramme und aggressive QE-Geldpolitik voneinander unterscheiden?
Es gebe mehrere Wege, wie eine Zentralbank ein Helikopterprogramm umsetzen könnte. Nein, das Geld würde nicht wortwörtlich aus einem Hubschrauber abgeworfen (obwohl dies Stoff für eine amüsante Reality-TV-Show liefern würde). Wahrscheinlicher wäre es, dass die Zentralbanken neu aufgelegte Staatsanleihen kaufen würden. Die Erlöse dieser Anleihen (das neu gedruckte Geld) würde dann dazu genutzt, um vielleicht Infrastrukturprojekte zu finanzieren oder für eine einmalige Steuersenkung, wie dies der ehemalige Gouverneur der US-Notenbank (Federal Reserve, kurz FED), Ben Bernanke, 2002 vorgeschlagen habe. In beiden Fällen würde das neu geschaffene Geld dazu genutzt werden, um Staatsanleihen zu kaufen, genau wie bei den QE-Programmen. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Maßnahmen sei, dass bei einem Helikopterabwurf die Zentralbank verspreche, die Anleihen niemals zu verkaufen und das Geld, das für ihren Kauf geschaffen worden sei, niemals aus dem Verkehr zu ziehen. Auf diese Weise schenke die Zentralbank gewissermaßen die Barmittel der Öffentlichkeit. Theoretisch sollte dies die Verbraucher dazu veranlassen, ihre Ausgaben zu erhöhen, die Preise dürften steigen und letztendlich auch das nominale BIP-Wachstum zunehmen.
Die Befürworter eines Helikopterexperiments würden den Unterschied zu aktuellen QE-Programmen darin sehen, dass direkte Geldtransfers an die Öffentlichkeit die Effizienz dieses Instruments erhöhen würden, indem die Gesamtnachfrage direkt beeinflusst werde. Man müsse dann nicht auf indirekte Effekte durch künstlich niedrige Zinsniveaus hoffen, die durch groß angelegte Aufkäufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen geschaffen worden seien. Da die Öffentlichkeit und die Verbraucher wissen würden, dass das zusätzliche Geld nicht aus dem Verkehr gezogen werde, wären diese Marktteilnehmer eher geneigt, es auszugeben, was das nachhaltige Wirtschaftswachstum ankurbeln würde. Herkömmliche QE-Maßnahmen hätten bislang dieses Ziel verfehlt. In gewisser Hinsicht sei der Experte jedoch der Ansicht, dass eine Spielart des Helikoptergeldes faktisch bereits existiere.
Man betrachte die Freigebigkeit, mit der viele Zentralbanken nach der Finanzkrise in den Jahren 2008-2009 weltweit Staatsanleihen aufgekauft hätten. Und ein Großteil der neu aufgelegten Staatsanleihen sei in den Bilanzen der Zentralbanken dieser Welt gelandet.
Obwohl die QE-"Experimente", die nach 2008 angelaufen seien, theoretisch nur als vorübergehende Lösung geplant gewesen seien, sei der Experte der Ansicht, dass man realistisch davon ausgehen könne, dass die Zentralbanken weltweit nicht die Absicht hätten, die zusätzliche Liquidität, die sie geschaffen hätten, jemals wieder abzubauen, d. h. die Anleihen zurück an den Finanzmarkt zu verkaufen. Obwohl dies niemals ausdrücklich kommuniziert worden sei, sei dies im Prinzip die Botschaft, die die Maßnahmen und Reden der geldpolitischen Entscheidungsträger vermitteln würden. In diesem Sinne sei das Helikoptergeld in so mancher Hinsicht bereits Realität. Aber wo seien die Ausgaben?
Es mute heutzutage ironisch an, dass die Zentralbanken es mit Inflationsraten zu tun hätten, die weit unter den normalen Zielwerten lägen, während Regierungen es abgelehnt hätten, zur Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen expansive finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Insbesondere in den Industrieländern beobachte man, dass die Finanzpolitik im historischen Vergleich straff bleibe, obwohl die langfristigen Zinsen auf Rekordtiefs gesunken seien. Sei die Frage angemessen, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn Regierungen aggressiv in Straßen, Schulen, umweltfreundliche Technologien, staatliche Versorgungsbetriebe oder Ähnliches investieren würden (der Experte nenne das ein "altmodisches Konjunkturprogramm"), wenn sie im Prinzip kostenfrei Kredite aufnehmen könnten? Warum seien die Zentralbanken die einzigen Institutionen, die handlungswillig scheinen, während die Regierungen im Prinzip abwarten würden? Vielleicht würden sich die Politiker selbst nur allzu gut kennen und sich bei Helikoptergeldprogrammen zurückhalten aus Angst, der Versuchung nicht widerstehen können, immer wieder zur verbotenen Frucht zu greifen, sobald sie ihren süßen Nektar zum ersten Mal gekostet hätten.
Wenn Helikoptergeld wie oben beschrieben zur Finanzierung öffentlicher Projekte genutzt würde, wäre dies voraussichtlich vorteilhaft für das nominale Wachstum. Es würde kurzfristig die Inflationserwartungen anheizen und wahrscheinlich langfristig für höhere Inflation sorgen. Nichtsdestoweniger rechne der Experte nicht damit, dass eine derartige Geldpolitik in der näheren Zukunft umgesetzt werde. Bei der FED-Konferenz in Jackson Hole im August hätten die Zentralbanker dieser Welt keine Andeutungen gemacht, dass ihre Besorgnis hinsichtlich des Wachstums oder der Inflation zugenommen hätte oder sie neue geldpolitische Instrumente benötigen würden, um tatsächlich ihre Inflationsziele zu erreichen.
Unterm Strich werde das Helikoptergeld in seiner reinsten Form wohl so bald nicht Realität werden, allerdings sei eine Umsetzung nun nicht mehr komplett auszuschließen. Finanz- und geldpolitische Maßnahmen könnten stärker aufeinander abgestimmt werden, beispielsweise in Japan.
Betrachte man das Gesamtbild, würde der Experte zu bedenken geben, dass die expansive Geldpolitik, die man seit mehreren Jahrzehnten erlebe, bereits reelle und beobachtbare Marktverzerrungen verursacht habe (z. B. die Blase im US-Markt für Wohnimmobilien im Jahr 2008). Und die Umsetzung der weltweiten QE-Programme mit der Absicht, die Verzerrungen von 2008 zu kompensieren, stelle eine Fortführung jener geldpolitischen Maßnahmen dar. Obwohl der Experte bezweifle, dass ein Helikoptergeldprogramm derzeit ein kluger Schritt wäre, würde er dieses Instrument als eine weitere Ausprägung der unorthodoxen Geldpolitik betrachten. Theoretisch könnte ein solches Programm von Erfolg gekrönt sein, wenn es straff geführt werde und es Regeln und Vorschriften gebe, die seinen Missbrauch zu politischen Zwecken verhindern würden. Realistisch betrachtet seien dies allerdings wohl keine rationalen Erwartungen. (Ausgabe Oktober 2016) (05.10.2016/alc/a/a)
Der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler David Hume solle das Konzept angeblich im 18. Jahrhundert erfunden haben. Der einflussreiche britische Ökonom John Maynard Keynes habe sich in den 1930er-Jahren darauf bezogen und 1969 habe der amerikanische Volkswirt Milton Friedman (der später einen Nobelpreis erhalten habe) über den wortwörtlichen Abwurf von Bargeld aus Helikoptern gesprochen, damit die Bürger es aufsammeln könnten. Die Theorie dahinter sei, dass die Zentralbank in einer Volkswirtschaft, die deutlich unter ihren Möglichkeiten bleibe, das Wirtschaftswachstum und die Inflation dadurch ankurble, dass sie im Prinzip Geld "drucke" und es vorbehaltlos an die Öffentlichkeit verteile.
In den meisten Fällen seien "Helikoptergeld"-Programme in modernen, fortgeschrittenen Volkswirtschaften jedoch niemals ernsthaft als akzeptable geldpolitische Instrumente in Erwägung gezogen worden. Es gebe historische Beispiele für ihre Umsetzung (Weimarer Republik in den 1920er Jahren und Simbabwe in den 1990er Jahren beispielsweise), aber meist mit verheerenden Folgen für die Inflation. In den letzten Monaten sei diese Art von Geldpolitik jedoch verstärkt ins Gespräch gebracht worden, sowohl in den Medien als auch von den geldpolitischen Entscheidungsträgern. Im März dieses Jahr habe Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), das Helikoptergeld als "äußerst interessantes Konzept" bezeichnet.
Tatsächlich sei es interessant, dass diese alte Idee jetzt wieder aufgegriffen werde. Man beachte, dass man bereits acht Jahre lang beobachtet habe, wie global koordinierte QE-Initiativen in einem noch nie zuvor dagewesenem Ausmaß auf den Weg gebracht worden seien. Keine davon habe jemals wirklich ihr Ziel erreicht, abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass Anleger in höhere Risiken gedrängt worden seien und die Preise für Vermögenswerte zugenommen hätten. Tatsächlich hätten einige Zentralbanken, darunter die Bank of Japan und die EZB, bereits das Konzept der herkömmlichen quantitativen Lockerung hinter sich gelassen und negative Zinsen eingeführt. Faktisch werde damit Banken, die Einlagen im Bestand halten würden, eine Gebühr auferlegt, um sie zur Kreditvergabe zu bewegen. Trotz all dieser aggressiven Maßnahmen sei bislang jedoch noch keine deutliche Inflation der Verbraucherpreise eingetreten, ganz zu schweigen von nachhaltiger Nachfrage und nachhaltigem Wachstum.
Warum glaube der Experte, dass es beim Helikoptergeld anders sein würde? Um einen besseren Rahmen für diese Diskussion zu schaffen, sollte man eine Frage beantworten: Wie würden sich sogenannte Helikoptergeld-Konjunkturprogramme und aggressive QE-Geldpolitik voneinander unterscheiden?
Es gebe mehrere Wege, wie eine Zentralbank ein Helikopterprogramm umsetzen könnte. Nein, das Geld würde nicht wortwörtlich aus einem Hubschrauber abgeworfen (obwohl dies Stoff für eine amüsante Reality-TV-Show liefern würde). Wahrscheinlicher wäre es, dass die Zentralbanken neu aufgelegte Staatsanleihen kaufen würden. Die Erlöse dieser Anleihen (das neu gedruckte Geld) würde dann dazu genutzt, um vielleicht Infrastrukturprojekte zu finanzieren oder für eine einmalige Steuersenkung, wie dies der ehemalige Gouverneur der US-Notenbank (Federal Reserve, kurz FED), Ben Bernanke, 2002 vorgeschlagen habe. In beiden Fällen würde das neu geschaffene Geld dazu genutzt werden, um Staatsanleihen zu kaufen, genau wie bei den QE-Programmen. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Maßnahmen sei, dass bei einem Helikopterabwurf die Zentralbank verspreche, die Anleihen niemals zu verkaufen und das Geld, das für ihren Kauf geschaffen worden sei, niemals aus dem Verkehr zu ziehen. Auf diese Weise schenke die Zentralbank gewissermaßen die Barmittel der Öffentlichkeit. Theoretisch sollte dies die Verbraucher dazu veranlassen, ihre Ausgaben zu erhöhen, die Preise dürften steigen und letztendlich auch das nominale BIP-Wachstum zunehmen.
Man betrachte die Freigebigkeit, mit der viele Zentralbanken nach der Finanzkrise in den Jahren 2008-2009 weltweit Staatsanleihen aufgekauft hätten. Und ein Großteil der neu aufgelegten Staatsanleihen sei in den Bilanzen der Zentralbanken dieser Welt gelandet.
Obwohl die QE-"Experimente", die nach 2008 angelaufen seien, theoretisch nur als vorübergehende Lösung geplant gewesen seien, sei der Experte der Ansicht, dass man realistisch davon ausgehen könne, dass die Zentralbanken weltweit nicht die Absicht hätten, die zusätzliche Liquidität, die sie geschaffen hätten, jemals wieder abzubauen, d. h. die Anleihen zurück an den Finanzmarkt zu verkaufen. Obwohl dies niemals ausdrücklich kommuniziert worden sei, sei dies im Prinzip die Botschaft, die die Maßnahmen und Reden der geldpolitischen Entscheidungsträger vermitteln würden. In diesem Sinne sei das Helikoptergeld in so mancher Hinsicht bereits Realität. Aber wo seien die Ausgaben?
Es mute heutzutage ironisch an, dass die Zentralbanken es mit Inflationsraten zu tun hätten, die weit unter den normalen Zielwerten lägen, während Regierungen es abgelehnt hätten, zur Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen expansive finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Insbesondere in den Industrieländern beobachte man, dass die Finanzpolitik im historischen Vergleich straff bleibe, obwohl die langfristigen Zinsen auf Rekordtiefs gesunken seien. Sei die Frage angemessen, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn Regierungen aggressiv in Straßen, Schulen, umweltfreundliche Technologien, staatliche Versorgungsbetriebe oder Ähnliches investieren würden (der Experte nenne das ein "altmodisches Konjunkturprogramm"), wenn sie im Prinzip kostenfrei Kredite aufnehmen könnten? Warum seien die Zentralbanken die einzigen Institutionen, die handlungswillig scheinen, während die Regierungen im Prinzip abwarten würden? Vielleicht würden sich die Politiker selbst nur allzu gut kennen und sich bei Helikoptergeldprogrammen zurückhalten aus Angst, der Versuchung nicht widerstehen können, immer wieder zur verbotenen Frucht zu greifen, sobald sie ihren süßen Nektar zum ersten Mal gekostet hätten.
Wenn Helikoptergeld wie oben beschrieben zur Finanzierung öffentlicher Projekte genutzt würde, wäre dies voraussichtlich vorteilhaft für das nominale Wachstum. Es würde kurzfristig die Inflationserwartungen anheizen und wahrscheinlich langfristig für höhere Inflation sorgen. Nichtsdestoweniger rechne der Experte nicht damit, dass eine derartige Geldpolitik in der näheren Zukunft umgesetzt werde. Bei der FED-Konferenz in Jackson Hole im August hätten die Zentralbanker dieser Welt keine Andeutungen gemacht, dass ihre Besorgnis hinsichtlich des Wachstums oder der Inflation zugenommen hätte oder sie neue geldpolitische Instrumente benötigen würden, um tatsächlich ihre Inflationsziele zu erreichen.
Unterm Strich werde das Helikoptergeld in seiner reinsten Form wohl so bald nicht Realität werden, allerdings sei eine Umsetzung nun nicht mehr komplett auszuschließen. Finanz- und geldpolitische Maßnahmen könnten stärker aufeinander abgestimmt werden, beispielsweise in Japan.
Betrachte man das Gesamtbild, würde der Experte zu bedenken geben, dass die expansive Geldpolitik, die man seit mehreren Jahrzehnten erlebe, bereits reelle und beobachtbare Marktverzerrungen verursacht habe (z. B. die Blase im US-Markt für Wohnimmobilien im Jahr 2008). Und die Umsetzung der weltweiten QE-Programme mit der Absicht, die Verzerrungen von 2008 zu kompensieren, stelle eine Fortführung jener geldpolitischen Maßnahmen dar. Obwohl der Experte bezweifle, dass ein Helikoptergeldprogramm derzeit ein kluger Schritt wäre, würde er dieses Instrument als eine weitere Ausprägung der unorthodoxen Geldpolitik betrachten. Theoretisch könnte ein solches Programm von Erfolg gekrönt sein, wenn es straff geführt werde und es Regeln und Vorschriften gebe, die seinen Missbrauch zu politischen Zwecken verhindern würden. Realistisch betrachtet seien dies allerdings wohl keine rationalen Erwartungen. (Ausgabe Oktober 2016) (05.10.2016/alc/a/a)


