Kézizálog Zrt.-Unternehmensanleihe: Starke Marktstellung und hohe Margen


25.09.13 16:46
fixed-income.org

Wolfratshausen (www.anleihencheck.de) - Nach Ansicht von Christian Schiffmacher, Experte von "fixed-income.org" - Die Plattform für Emittenten und Investoren am Anleihemarkt - überwiegen bei der neuen Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1HQFG3 / WKN A1HQFG) von Kézizálog Zrt. die Chancen.

Die Kézizálog Zrt., eines der führenden Unternehmen der ungarischen Pfandkreditbranche, begebe ihre erste öffentliche Unternehmensanleihe in Deutschland, Österreich und Ungarn. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren biete die Gesellschaft einen Kupon von 7,750%.

Die Anleihe habe ein Volumen von bis zu 20 Mio. Euro zuzüglich eines möglichen Aufstockungsbetrags von 5 Mio. Euro, das Rating laute BB+. Die Anleihe könne über die Website des Unternehmens gezeichnet werden. Ab dem 1. Oktober 2013 werde sie in den Handel im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen.

In Ungarn werde der Markt für Pfandleihen sowohl von Privatpersonen als auch von kleinen und mittelgroßen Unternehmen als Alternative zur klassischen Bankfinanzierung genutzt. Die Nachfrage nach Pfanddarlehen wachse laut Kézizálog seit Jahren, insbesondere seit ungarische Banken ihre Kreditvergaben verschärft hätten und der Bedarf an kurzfristiger Liquidität steige. Die Pfandleihe sei daher in Ungarn weiter verbreitet als Deutschland und werde auch von bürgerlichen Schichten genutzt.

Die Kézizálog Zrt. biete kurzfristige Pfanddarlehen (zwei Wochen bis maximal sechs Monate) für Privatpersonen sowie kleine und mittelgroße Unternehmen. Die vereinbarte Kreditdauer betrage im Durchschnitt drei Monate. Als Pfand würden überwiegend Gold und Schmuck, Antiquitäten, Gemälde, Möbel sowie Kunstgegenstände dienen. Der wertmäßige Anteil von Gold und Schmuck betrage 90%. Die von Kézizálog gewährte maximale Beleihungsgrenze liege bei 70% des ermittelten Marktwertes der zu verpfändenden Gegenstände.

Bei jeder Kreditvergabe werde im Voraus eine Bearbeitungsgebühr gezahlt. Am Ende der vereinbarten Laufzeit könnten Kunden die hinterlegten Pfandsicherheiten durch die Zahlung aller entstandenen Kosten (Zinsen sowie ggf. Verzugszinsen) auslösen oder den Kredit gegen eine zusätzliche Gebühr verlängern. Würden die Kredite weder ausgelöst noch verlängert, mache Kézizálog von ihrem Verwertungsrecht Gebrauch. Im Durchschnitt würden ca. 90% der Pfandgegenstände am Ende der regulären Kreditlaufzeit vom Kreditnehmer ausgelöst. Die übrigen 10% würden über die Muttergesellschaft Lombard oder andere Händler verwertet.

Kézizálog habe vier Niederlassungen in Budapest und eine in Szombathely. Zudem habe die Gesellschaft eine Präsenz in der Wiener Niederlassung der Lombard Gruppe. Kézizálog beschäftige 32 Mitarbeiter (Stand: Dezember 2012). Mit einem Marktanteil von rund 35% sei man nach eigenen Angaben eines der bedeutendsten Pfandhäuser in Ungarn. Kézizálog refinanziere sich derzeit zu rund 80% über langjährige Geschäftsbeziehungen mit verschiedenen Banken sowie zu rund 20% über eigene Mittel.

Rund 100 m vom Stephansdom in Wien entfernt entstünden auf ca. 570 m² neue Räumlichkeiten, in denen Kunden nicht ausgelöste Pfandgegenstände erwerben und ersteigern sowie Schmuck gegen Pfand hierlegen könnten.

Um die starke Marktposition zu festigen, möchte Kézizálog die Finanzierungsstruktur optimieren und weiter wachsen. 40% des Emissionserlöses sollten zur Reduzierung von bestehenden Kreditlinien genutzt werden. Hierdurch werde auch die Zinsbelastung gesenkt, die derzeit im Durchschnitt 11% betrage.

60% des Emissionserlöses sollten für das weitere Wachstum genutzt werden, insbesondere für eine flexiblere und unabhängigere Finanzierung von Pfandleihen, den Kauf von Portfolios kleinerer Pfandleihhäuser und die Eröffnung weiterer Geschäfte, z.B. in Wien. Um den westeuropäischen Anforderungen Rechnung zu tragen, habe Kézizálog die Anleihe mit einem umfassenden Treuhandkonzept ausgestattet. So gewährleiste das Unternehmen sowohl die definierte Mittelverwendung als auch die Bestellung erstrangiger Sicherheiten (Vermögensgegenstände und Forderungen) zur Zinszahlung und Rückzahlung des angelegten Kapitals am Laufzeitende.

Kézizálog habe in Ungarn mit dem Lombard Bond I ca. 6,4 Mio. Euro privat platziert und ermögliche den Anlegern nun eine Wandlung der von ihnen gezeichneten Wertpapiere in die neue Anleihe. Die ungarischen Anleihegläubiger würden damit eine fungible Anleihe erhalten, daher sei mit einer hohen Umtauschquote zur rechnen. Neuinvestoren könnten daher davon ausgehen, dass ein gewisses Volumen bei der Anleihe erreicht werden dürfte, was auch für deutsche Anleger die Fungibilität erhöhe.

Zu den Stärken des Unternehmens würden eine starke Marktstellung, die Pfanddarlehen, die i.d.R. (branchenüblich) überbesichert seien,hohe Margen und die Besicherung der Anleihe durch Vermögensgegenstände und Forderungen gehören.

Als Schwächen zähle man die Währungsrisiken (Pfandleihe im Wesentlichen in HUF, Aktivitäten und Verschuldung in EUR, Goldpreis in USD).

Kézizálog habe eine starke Marktstellung und üppige Margen. Die Pfandleihe sei in Ungarn weiter verbreitet als in Deutschland und werde auch von bürgerlichen Schichten und Unternehmen genutzt. Ein wesentlicher Grund hierfür sei eine Kreditverknappung, da der ungarische Bankensektor unter Druck stehe.

Im operativen Geschäft profitiere Kézizálog davon, es erschwere jedoch auch die Refinanzierung. Daher würden die Aktivitäten im Euroraum (Österreich) insbesondere bei der Verwertung Sinn machen. Als Risiko seien in erster Linie Währungsrisiken zu nennen (Aktivitäten in HUF, Verschuldung in EUR, Goldpreis in USD). Aufgrund der Kurzfristigkeit der Pfanddarlehen würden die Risiken überschaubar erscheinen. Unter anderem durch die Umtauschmöglichkeit der HUF-Anleihe in die neue Anleihe sei ein liquider Handel wahrscheinlich.

Insgesamt überwiegen aus Sicht der Experten von "fixed-income.org" bei der Anleihe die Chancen. (25.09.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.