(K)ein Ende der Leitzinserhöhungen in Sicht?


30.03.23 09:15
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Turbulente Ereignisse haben die Finanzmärkte in den letzten Wochen dominiert, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Doch die Notenbanken würden sich weiter mit Zinserhöhungen gegen die nach wie vor hohen Inflationsraten stemmen. Die EZB habe sich zuletzt unbeeindruckt von den Unruhen an den Märkten gezeigt und den Leitzins erneut um 0,50 Prozent auf mittlerweile 3,50 Prozent erhöht.

Nach den letzten beiden Leitzinsanhebungen im März durch die Europäische Zentralbank und jene der US-Notenbank FED (um 0,25 Prozent auf 4,75 bis 5,00 Prozent) scheinen die Erwartungen der Marktteilnehmer mittlerweile deutlich gebremst und würden (zumindest nach den nächsten Sitzungen im Mai) allmählich in Richtung Zinspause schwenken. EZB-Chefin Christine Lagarde habe sich im Gegensatz zu vergangenen Sitzungen äußerst bedeckt über künftige Zinsschritte im Euroraum gezeigt. FED-Chef Powell habe ebenfalls weitere Schritte offen gelassen und Marktteilnehmer würden dies sogar als Signal für kommende Zinssenkungen in den USA deuten.

Die von Analysten und Volkswirten befürchtete Rezession sei bisher weitgehend ausgeblieben. Auch der gestern gerade veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gebe Hoffnung. Der viel beachtete Frühindikator für die deutsche Wirtschaft habe sich wider Erwarten doch deutlich aufgehellt (93,3 Punkte statt erwarteter 91 Punkte). Auch wenn Werte unter 100 grundsätzlich die Gefahr einer Rezession signalisieren würden, so sei das immerhin der fünfte Anstieg in Folge und gebe Hoffnung, dass ein Wirtschaftseinbruch vermieden werden könne.

Und eben hier komme das Thema Inflation wieder stärker ins Spiel. Einerseits hätten sich die Energiepreise doch deutlich erholt (insbesondere Öl und Gas), andererseits seien gewisse Rohstoffe in der Preisentwicklung zuletzt wieder deutlich gestiegen (z. B. Kupfer seit Mitte 2022 + 30 Prozent). Einer jüngst durchgeführten, globalen Umfrage von Dun & Bradstreet zufolge betrachte nahezu die Hälfte der befragten Unternehmensleiter die Preisentwicklung im Energiesektor nach wie vor als besonders kritisch.

Darüber hinaus seien insbesondere die "Zweitrundeneffekte" (d. h. Lohnsteigerungen) immer noch von hoher Dynamik geprägt. Und das nicht nur in Europa, wo die Kernrate der Inflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) ungebremst hoch sei. Auch in den USA habe sich die Lohndynamik de-facto bisher nur leicht abgeschwächt.

Von daher sollte es nicht überraschen, wenn in den nächsten Monaten auch wieder Zinserhöhungen diskutiert würden und die aktuelle Meinungslage einer bevorstehenden Zinspause wieder über Board geworfen werde. Insbesondere die von den sprunghaften Zinserwartungen getriebenen Währungsmärkte sollten Marktteilnehmer im Fokus haben und bei internationaler Geschäftstätigkeit nicht auf Devisenabsicherung vergessen. (Ausgabe vom 29.03.2023) (30.03.2023/alc/a/a)





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