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Kommt der Moment der Wahrheit für die Notenbanken?
10.10.16 10:30
Pioneer Investments Austria
Wien (www.anleihencheck.de) - Die FED hat im September-Meeting ihre Prognosen für die weitere Entwicklung der FED Funds Target Rate bis Ende 2017 auf 1,1% bis 1,8% nach unten revidiert, so die Experten von Pioneer Investments Austria.
Langfristig sollten die FED Funds bei 2,8% bis 3,0% liegen (im Juni habe die Erwartung bei 3,0% bis 3,3% gelegen). "Damit dürfte sich die FED der Annahme annähern, dass der Gleichgewichtszinssatz mittel- bis langfristig niedriger sein wird als in der Vergangenheit", kommentiere Hans Köck, Investmentstratege bei Pioneer Investments Austria.
"Es besteht ein Überschuss an Liquidität, die nicht den Weg in Investitionen findet. Damit ist das Wachstum deutlich niedriger als in der Vergangenheit", sage Köck. Die Liquidität fließe in existierende Assets und verursache so eine "Asset Price Inflation" (steigende Aktien, fallende Risikoprämien). Ohne Investitionen der Unternehmen gebe es aber nur geringe Produktivitätssteigerungen und ein niedrigeres Potenzial für zukünftiges Wachstum. Das wiederum veranlasse die Notenbanken, die Zinsen extrem niedrig zu halten. "Der Ausstieg der Notenbanken aus diesem Teufelskreis wird immer schwieriger", resümiere Köck.
Während die EZB im September ihre Politik beibehalten und keine wesentlichen Änderungen angekündigt habe, wage die Bank of Japan ein neues Experiment. Sie habe die Zinsen zwar unverändert bei -0,1% belassen, aber angekündigt, dass sie weiterhin ein Überschießen der Inflation über das 2%-Ziel anstrebe. Ihr neues Ziel sei es, die Renditestrukturkurve zu kontrollieren. 10-jährige japanische Staatsanleihen sollten bei einer Rendite von ca. 0% liegen, durch ihre Anleihenkäufe sollten die Renditen kürzerer Laufzeiten tiefer sein. Eine steilere Renditekurve sei grundsätzlich positiv für den Finanzsektor.
Die Emerging Markets hätten ihre positive Entwicklung im September fortgesetzt. Seit dem Brexit hätten vor allem die asiatischen Börsen, Japan und die Emerging Markets zugelegt, die eine deutlich geringere Wirtschaftsverflechtung mit Großbritannien hätten als die Eurozone, aber auch die USA. Mit dazu beigetragen hätten sicherlich leicht bessere Wirtschaftsdaten aus China und die Stabilisierung der Rohstoffpreise, von denen besonders Brasilien und Russland profitieren würden.
"Wir müssen uns wieder auf Phasen höherer Volatilität einstellen, auch wenn derzeit die expansiven Notenbanken immer wieder für Marktstabilisierung sorgen", erinnere Köck. Dem Januar/Februar-Schock mit der Abwertung Chinas seien die Schritte der chinesischen und der japanischen Notenbank sowie der EZB gefolgt. Dem Brexit-Votum seien die Schritte der Bank of England, der japanischen Notenbank und die Zusicherung der EZB gefolgt, nötigenfalls auch einzuschreiten. "Es bleibt abzuwarten, wie lange das auch in Zukunft gelingen wird", warne Köck. Die US-Wahl im November, das Verfassungs-Referendum in Italien im Dezember, die Wahlen 2017 in Frankreich und in Deutschland seien Faktoren, die für politische Unsicherheit sorgen würden und die Märkte verunsichern könnten.
"Wir sind derzeit vorsichtig bei Aktien in Europa und den USA und bevorzugen aktuell Japan. Emerging Markets bieten sowohl auf der Anleihenseite als auch auf der Aktienseite (besonders Indien und das "Neue China") Chancen, aktive Hedging-Strategien sind in diesem Umfeld aber erforderlich", ergänze Köck.
Pioneer Investments stelle weiterhin gemischte Fonds mit breiter Streuung auf verschiedene Asset Klassen, aktivem Management und diszipliniertem Risikomanagement in den Fokus. "Aus der Sicht des Investors ist es an der Zeit, sich Gedanken über Lösungen zu machen, die ohne größere Einschränkungen mehr Flexibilität bei der Veranlagung ermöglichen. Speziell in einer Zeit, in der der Einfluss der Notenbanken auf die Märkte schwinden könnte", schließe Köck. (10.10.2016/alc/a/a)
Langfristig sollten die FED Funds bei 2,8% bis 3,0% liegen (im Juni habe die Erwartung bei 3,0% bis 3,3% gelegen). "Damit dürfte sich die FED der Annahme annähern, dass der Gleichgewichtszinssatz mittel- bis langfristig niedriger sein wird als in der Vergangenheit", kommentiere Hans Köck, Investmentstratege bei Pioneer Investments Austria.
"Es besteht ein Überschuss an Liquidität, die nicht den Weg in Investitionen findet. Damit ist das Wachstum deutlich niedriger als in der Vergangenheit", sage Köck. Die Liquidität fließe in existierende Assets und verursache so eine "Asset Price Inflation" (steigende Aktien, fallende Risikoprämien). Ohne Investitionen der Unternehmen gebe es aber nur geringe Produktivitätssteigerungen und ein niedrigeres Potenzial für zukünftiges Wachstum. Das wiederum veranlasse die Notenbanken, die Zinsen extrem niedrig zu halten. "Der Ausstieg der Notenbanken aus diesem Teufelskreis wird immer schwieriger", resümiere Köck.
Die Emerging Markets hätten ihre positive Entwicklung im September fortgesetzt. Seit dem Brexit hätten vor allem die asiatischen Börsen, Japan und die Emerging Markets zugelegt, die eine deutlich geringere Wirtschaftsverflechtung mit Großbritannien hätten als die Eurozone, aber auch die USA. Mit dazu beigetragen hätten sicherlich leicht bessere Wirtschaftsdaten aus China und die Stabilisierung der Rohstoffpreise, von denen besonders Brasilien und Russland profitieren würden.
"Wir müssen uns wieder auf Phasen höherer Volatilität einstellen, auch wenn derzeit die expansiven Notenbanken immer wieder für Marktstabilisierung sorgen", erinnere Köck. Dem Januar/Februar-Schock mit der Abwertung Chinas seien die Schritte der chinesischen und der japanischen Notenbank sowie der EZB gefolgt. Dem Brexit-Votum seien die Schritte der Bank of England, der japanischen Notenbank und die Zusicherung der EZB gefolgt, nötigenfalls auch einzuschreiten. "Es bleibt abzuwarten, wie lange das auch in Zukunft gelingen wird", warne Köck. Die US-Wahl im November, das Verfassungs-Referendum in Italien im Dezember, die Wahlen 2017 in Frankreich und in Deutschland seien Faktoren, die für politische Unsicherheit sorgen würden und die Märkte verunsichern könnten.
"Wir sind derzeit vorsichtig bei Aktien in Europa und den USA und bevorzugen aktuell Japan. Emerging Markets bieten sowohl auf der Anleihenseite als auch auf der Aktienseite (besonders Indien und das "Neue China") Chancen, aktive Hedging-Strategien sind in diesem Umfeld aber erforderlich", ergänze Köck.
Pioneer Investments stelle weiterhin gemischte Fonds mit breiter Streuung auf verschiedene Asset Klassen, aktivem Management und diszipliniertem Risikomanagement in den Fokus. "Aus der Sicht des Investors ist es an der Zeit, sich Gedanken über Lösungen zu machen, die ohne größere Einschränkungen mehr Flexibilität bei der Veranlagung ermöglichen. Speziell in einer Zeit, in der der Einfluss der Notenbanken auf die Märkte schwinden könnte", schließe Köck. (10.10.2016/alc/a/a)


