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Langläufer derzeit hoch im Kurs, Inflationserwartungen rückläufig
30.06.17 13:00
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Staatsanleihen aus Deutschland, Italien und Spanien mit zehn Jahren Laufzeit sind derzeit wieder auf Ständen angekommen, die im Januar 2017 zu beobachten waren, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Von ihren zwischenzeitlichen Hochs hätten sich die Papiere inzwischen deutlich abgesetzt. Ähnlich zeige sich das Bild bei 30-jährigen Anleihen der betreffenden Länder. Die Rendite der 30-jährigen Bundesanleihen liege derzeit nur noch knapp oberhalb der Marke von 1%. Zeitweise hätten diese Papiere im laufenden Jahr noch bei 1,3% notiert. Unverändert auf extrem niedrigen Niveau würden alle Bundesanleihen von Laufzeiten bis zu sieben Jahren im negativen Bereich rentieren. 1-jährige Papiere würden aktuell bei -0,68% notieren, während 7-jährige Bunds eine Rendite von -0,08% einbringen würden.
In diesen Tagen mangele es an Argumenten für steigende nominale Renditen, da die niedrigeren Inflationserwartungen nun möglicherweise auf Wachstumssorgen in Form schwächerer Einkaufsmanagerindices treffen könnten. So habe der deutsche Aufschwung im Juni bereits etwas an Schwung verloren. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sei im Juni um 1,3 auf nun 56,1 Punkte gefallen. Dies sei nicht dramatisch, da dieser Indikator immer noch weit oberhalb der wichtigen Marke von 50 Punkten notiere. Dies sei die Schwelle, ab der die Volkswirtschaft wachse. Sollten in den kommenden Wochen nun weitere Einkaufsmanagerindices anderer Länder ebenfalls rückläufig sein, könnten die Wachstumssorgen der Anleger verstärkt werden.
Die Anleger würden befürchten, dass über die rückläufigen Energiekosten die Inflationsrate weiter zurückgehen könnte. Und damit rücke dann auch der Zielwert, den die Europäische Zentralbank (EZB) verfolge, weiter in die Feme. Die EZB strebe eine Teuerung in der Nähe von 2% an. Dafür halte die EZB an ihrem monatlichen Aufkaufprogramm von Staatsanleihen, Covered Bonds und Titeln von halbstaatlichen Emittenten in Höhe von 60 Milliarden Euro konsequent fest. Gleichwohl sei die Inflationsrate immer noch nicht auf das angestrebte Niveau gehievt worden. Die an den Märkten gehandelten Inflationserwartungen würden derzeit daraufhin weisen, dass man sich hier eher auf fallende Teuerungsraten einstelle.
In dieser Gemengelage scheine es nicht ausgeschlossen, dass die EZB eher später als früher an einen Ausstieg aus einer unkonventionellen Geldpolitik, dem Quantitative Easing (QE), denke.
Das allmähliche Zurückfahren der Anleihekäufe, also das Tapering, könnte demnach noch länger auf sich warten lassen. An Leitzinssteigerungen sei in einem von rückläufiger Inflation gekennzeichneten Marktumfeld derzeit also nicht zu denken. Folgerichtig würden die Investoren in Erwartung fallender Renditen aktuell wieder verstärkt auf lange Laufzeiten setzen, um sich die gegenwärtig "hohen" Renditen noch zu sichern. (Ausgabe Juli 2017) (30.06.2017/alc/a/a)
Von ihren zwischenzeitlichen Hochs hätten sich die Papiere inzwischen deutlich abgesetzt. Ähnlich zeige sich das Bild bei 30-jährigen Anleihen der betreffenden Länder. Die Rendite der 30-jährigen Bundesanleihen liege derzeit nur noch knapp oberhalb der Marke von 1%. Zeitweise hätten diese Papiere im laufenden Jahr noch bei 1,3% notiert. Unverändert auf extrem niedrigen Niveau würden alle Bundesanleihen von Laufzeiten bis zu sieben Jahren im negativen Bereich rentieren. 1-jährige Papiere würden aktuell bei -0,68% notieren, während 7-jährige Bunds eine Rendite von -0,08% einbringen würden.
Die Anleger würden befürchten, dass über die rückläufigen Energiekosten die Inflationsrate weiter zurückgehen könnte. Und damit rücke dann auch der Zielwert, den die Europäische Zentralbank (EZB) verfolge, weiter in die Feme. Die EZB strebe eine Teuerung in der Nähe von 2% an. Dafür halte die EZB an ihrem monatlichen Aufkaufprogramm von Staatsanleihen, Covered Bonds und Titeln von halbstaatlichen Emittenten in Höhe von 60 Milliarden Euro konsequent fest. Gleichwohl sei die Inflationsrate immer noch nicht auf das angestrebte Niveau gehievt worden. Die an den Märkten gehandelten Inflationserwartungen würden derzeit daraufhin weisen, dass man sich hier eher auf fallende Teuerungsraten einstelle.
In dieser Gemengelage scheine es nicht ausgeschlossen, dass die EZB eher später als früher an einen Ausstieg aus einer unkonventionellen Geldpolitik, dem Quantitative Easing (QE), denke.
Das allmähliche Zurückfahren der Anleihekäufe, also das Tapering, könnte demnach noch länger auf sich warten lassen. An Leitzinssteigerungen sei in einem von rückläufiger Inflation gekennzeichneten Marktumfeld derzeit also nicht zu denken. Folgerichtig würden die Investoren in Erwartung fallender Renditen aktuell wieder verstärkt auf lange Laufzeiten setzen, um sich die gegenwärtig "hohen" Renditen noch zu sichern. (Ausgabe Juli 2017) (30.06.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


