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Der Lotse der Leitzinsen auf Orientierung
01.02.22 15:34
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit gespannten Erwartungen blicken die internationalen Finanzmärkte auf eine Änderung der Geldpolitik der US-Notenbank (FED), so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Jerome Powell, der Präsident der FED, dürfte die Leitzinsen (FED Funds Rate) wahrscheinlich drei- bis viermal in diesem Jahr erhöhen und die Käufe von im Markt befindlichen Anleihen (quantitative Lockerungen) vollkommen einstellen. Eine solche Änderung der Geldpolitik beeinflusse erfahrungsgemäß die Wall Street und die Finanzmärkte der ganzen Welt. Doch da diese Maßnahmen schon lange an den Finanzmärkten diskutiert würden, müsse das nicht unbedingt negative Auswirkungen auf die Tendenzen haben.
Die US-Notenbank habe den gesetzlichen Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen und ein angemessenes Wachstum der Wirtschaft anzustreben. Das Ziel der Preisstabilität werde zurzeit völlig verfehlt. Die Konsumentenpreise würden um 7% bei einem Ziel von 2% steigen. Die den Konsumentenpreisen zeitlich vorauseilenden Indices (Rohstoffpreise, Erzeugerpreise + 9,7% in 2021, Großhandelspreise) würden noch stärker steigen und vor weiteren Inflationsgefahren warnen.
Selbst bei drei Leitzinserhöhungen auf ein Prozent würden die Geldmarktzinsen und Rentenrenditen (zurzeit 1,85%) in realer Rechnung negativ bleiben und die Verschuldung aller Sektoren fördern. Präsident Biden plane bereits Ausgaben zur Erneuerung der Infrastruktur von USD 1 Billion. Eine wahre Wende in der Leitzinspolitik sei dies also nicht. Die Geldpolitik bleibe expansiv, nur nicht mehr ganz so stark wie vorher.
Der Auftrag für ein angemessenes Wachstum werde gegenwärtig erfüllt. Im 4. Quartal 2021 sei das US-BIP gegenüber dem 3Q21 aufs Jahr hochgerechnet um 6,9% gestiegen. Nach europäischer Rechenmethode seien das 1,7%. Doch im 1Q22 und im weiteren Jahresverlauf unterliege das Konjunkturwachstum neuen Belastungen. Die Omikron-Pandemie hinterlasse ihre Spuren. Steigende Preise für Energie und Nahrungsmittel müssten aufgefangen werden. Die Inflationsbeschleunigung vermindere die nominalen Daten. Die beschleunigte Staatsverschuldung erfordere einen steigenden Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen). International dürften die neuen Spannungen zusätzliche Bremsen für das BIP-Wachstum auslösen. In seiner Projektion für die Weltwirtschaft von Ende Januar 2022 habe der IWF seine Vorhersagen nach unten korrigiert.
Die Abwärtsrevision des Welt-BIP-Wachstums um 0,5 Prozentpunkte gegenüber der letzten Projektion vom Oktober 2021 betreffe insbesondere die USA und China. Die FED hinke den Entwicklungen bei der Inflation hinterher. Die Entscheidungsträger hätten den Ausbruch der Inflation falsch interpretiert. Der Anstieg sei nicht vorübergehender Natur.
Disposition: Die Finanzmärkte stünden vor einer Phase starker Volatilität. Sie könnte noch eine längere Zeit anhalten. Auf Sicherheit achten. (01.02.2022/alc/a/a)
Jerome Powell, der Präsident der FED, dürfte die Leitzinsen (FED Funds Rate) wahrscheinlich drei- bis viermal in diesem Jahr erhöhen und die Käufe von im Markt befindlichen Anleihen (quantitative Lockerungen) vollkommen einstellen. Eine solche Änderung der Geldpolitik beeinflusse erfahrungsgemäß die Wall Street und die Finanzmärkte der ganzen Welt. Doch da diese Maßnahmen schon lange an den Finanzmärkten diskutiert würden, müsse das nicht unbedingt negative Auswirkungen auf die Tendenzen haben.
Die US-Notenbank habe den gesetzlichen Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen und ein angemessenes Wachstum der Wirtschaft anzustreben. Das Ziel der Preisstabilität werde zurzeit völlig verfehlt. Die Konsumentenpreise würden um 7% bei einem Ziel von 2% steigen. Die den Konsumentenpreisen zeitlich vorauseilenden Indices (Rohstoffpreise, Erzeugerpreise + 9,7% in 2021, Großhandelspreise) würden noch stärker steigen und vor weiteren Inflationsgefahren warnen.
Der Auftrag für ein angemessenes Wachstum werde gegenwärtig erfüllt. Im 4. Quartal 2021 sei das US-BIP gegenüber dem 3Q21 aufs Jahr hochgerechnet um 6,9% gestiegen. Nach europäischer Rechenmethode seien das 1,7%. Doch im 1Q22 und im weiteren Jahresverlauf unterliege das Konjunkturwachstum neuen Belastungen. Die Omikron-Pandemie hinterlasse ihre Spuren. Steigende Preise für Energie und Nahrungsmittel müssten aufgefangen werden. Die Inflationsbeschleunigung vermindere die nominalen Daten. Die beschleunigte Staatsverschuldung erfordere einen steigenden Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen). International dürften die neuen Spannungen zusätzliche Bremsen für das BIP-Wachstum auslösen. In seiner Projektion für die Weltwirtschaft von Ende Januar 2022 habe der IWF seine Vorhersagen nach unten korrigiert.
Die Abwärtsrevision des Welt-BIP-Wachstums um 0,5 Prozentpunkte gegenüber der letzten Projektion vom Oktober 2021 betreffe insbesondere die USA und China. Die FED hinke den Entwicklungen bei der Inflation hinterher. Die Entscheidungsträger hätten den Ausbruch der Inflation falsch interpretiert. Der Anstieg sei nicht vorübergehender Natur.
Disposition: Die Finanzmärkte stünden vor einer Phase starker Volatilität. Sie könnte noch eine längere Zeit anhalten. Auf Sicherheit achten. (01.02.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


