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Macht die EZB-Zinssenkung wirklich den großen Unterschied?
18.03.16 11:36
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat letzte Woche abermals die Zinsen gesenkt, so Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Multi-Asset bei NN Investment Partners.
Bereits seit geraumer Zeit würden Marktbeobachter lebhaft diskutieren, ob eine weitere Senkung der Zinsen - sogar in den negativen Bereich - einen wesentlichen Unterschied machen würde. Zahlreiche europäische Staatsanleihen würden derzeit mit negativen Renditen notieren - für viele Anleger ein Grund zur Sorge.
Der Bankensektor sei in den vergangenen Monaten wiederholt unter Druck geraten, denn sinkende Zinsen würden auch niedrigere Erträge bedeuten. Sorgen seien laut geworden, dass die sich abzeichnende Erholung des Kreditsektors in der Eurozone kurzlebig sein könnte. Die Zentralbank nehme diese Bedenken zur Kenntnis und ergreife weitere Maßnahmen, um die Kreditvergabe anzuregen. Banken, die mehr Kredite vergeben würden, würden über die neuen Targeted Long-Term Refinancing Operations (TLTROs) "belohnt".
Die EZB bemühe sich, die Wirtschaft durch Förderung der Kreditvergabe und Erhöhung der Kreditversorgung anzukurbeln. Doch die Nachfrageseite hinke nach wie vor hinterher. Die Verbraucher würden zwar mehr Geld ausgeben und die Konjunkturerholung sei weitgehend auf eben diesen Anstieg zurückzuführen. Doch die Unternehmensinvestitionen würden stagnieren, und das liege zum Teil an den mangelnden Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Hinzu komme, dass immer noch Überkapazitäten in der Wirtschaft bestünden. Warum also sollten Unternehmen investieren, wenn die Wachstumsaussichten so begrenzt seien?
Die Zahlen für das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal, wonach es mit der Investitionstätigkeit wieder aufwärts gehe, seien ermutigend. Angesichts des ungewissen wirtschaftlichen Umfelds scheine ein wenig zusätzliche Hilfe dringend geboten. Hier seien der EZB auf kurze Sicht allerdings die Hände gebunden. Regierungen hätten hier mehr Spielraum. Da die EZB nun nahezu ihr ganzes Pulver verschossen habe, sei es an den Regierungen, das Wachstum mit Konjunkturfördermaßnahmen anzuregen. Die Regierungen könnten bereits seit geraumer Zeit zu historisch niedrigen Zinssätzen Geld leihen, manche würden sogar Negativzinsen zahlen. Damit sei dies ein interessanter Zeitpunkt für Investitionen.
Mit seiner "Whatever it takes"-Rede im Juli 2012 und den darauffolgenden Maßnahmen habe Mario Draghi bewiesen, dass es der EZB ernst damit sei, die Eurozone in sicheres Fahrwasser zu steuern. Desgleichen habe er wiederholt betont, dass auch die Regierungen im Wege von Reformen und Investitionen ihren Teil beitragen müssten. Bislang seien die Regierungen hier allerdings kaum in Erscheinung getreten, obwohl sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld zahlreiche Gelegenheiten für Investitionen in Bildung, erneuerbare Energien und diverse Infrastruktureinrichtungen böten. Das würde der Konjunkturdynamik kurzfristig deutlichen Auftrieb verleihen und das Wirtschaftswachstum langfristig ankurbeln. Gleichzeitig wäre dies ein Katalysator für Investitionen des Privatsektors, während die Schuldendienstkosten kaum steigen würden. So würden Regierungen, die sich bei negativen Zinsen finanzieren würden, praktisch dafür bezahlt, in ihre Zukunft zu investieren. (18.03.2016/alc/a/a)
Bereits seit geraumer Zeit würden Marktbeobachter lebhaft diskutieren, ob eine weitere Senkung der Zinsen - sogar in den negativen Bereich - einen wesentlichen Unterschied machen würde. Zahlreiche europäische Staatsanleihen würden derzeit mit negativen Renditen notieren - für viele Anleger ein Grund zur Sorge.
Die EZB bemühe sich, die Wirtschaft durch Förderung der Kreditvergabe und Erhöhung der Kreditversorgung anzukurbeln. Doch die Nachfrageseite hinke nach wie vor hinterher. Die Verbraucher würden zwar mehr Geld ausgeben und die Konjunkturerholung sei weitgehend auf eben diesen Anstieg zurückzuführen. Doch die Unternehmensinvestitionen würden stagnieren, und das liege zum Teil an den mangelnden Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Hinzu komme, dass immer noch Überkapazitäten in der Wirtschaft bestünden. Warum also sollten Unternehmen investieren, wenn die Wachstumsaussichten so begrenzt seien?
Die Zahlen für das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal, wonach es mit der Investitionstätigkeit wieder aufwärts gehe, seien ermutigend. Angesichts des ungewissen wirtschaftlichen Umfelds scheine ein wenig zusätzliche Hilfe dringend geboten. Hier seien der EZB auf kurze Sicht allerdings die Hände gebunden. Regierungen hätten hier mehr Spielraum. Da die EZB nun nahezu ihr ganzes Pulver verschossen habe, sei es an den Regierungen, das Wachstum mit Konjunkturfördermaßnahmen anzuregen. Die Regierungen könnten bereits seit geraumer Zeit zu historisch niedrigen Zinssätzen Geld leihen, manche würden sogar Negativzinsen zahlen. Damit sei dies ein interessanter Zeitpunkt für Investitionen.
Mit seiner "Whatever it takes"-Rede im Juli 2012 und den darauffolgenden Maßnahmen habe Mario Draghi bewiesen, dass es der EZB ernst damit sei, die Eurozone in sicheres Fahrwasser zu steuern. Desgleichen habe er wiederholt betont, dass auch die Regierungen im Wege von Reformen und Investitionen ihren Teil beitragen müssten. Bislang seien die Regierungen hier allerdings kaum in Erscheinung getreten, obwohl sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld zahlreiche Gelegenheiten für Investitionen in Bildung, erneuerbare Energien und diverse Infrastruktureinrichtungen böten. Das würde der Konjunkturdynamik kurzfristig deutlichen Auftrieb verleihen und das Wirtschaftswachstum langfristig ankurbeln. Gleichzeitig wäre dies ein Katalysator für Investitionen des Privatsektors, während die Schuldendienstkosten kaum steigen würden. So würden Regierungen, die sich bei negativen Zinsen finanzieren würden, praktisch dafür bezahlt, in ihre Zukunft zu investieren. (18.03.2016/alc/a/a)


