Erweiterte Funktionen

Marktausblick für 2017: Jahr der Reflation - steigende Anleiherenditen


13.12.16 08:45
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte werden 2017 im Zeichen politischer Ungewissheit stehen, doch das muss die Realwirtschaft nicht unbedingt belasten, so die Experten von NN Investment Partners.

Tatsächlich zeichne sich bereits eine leichte Beschleunigung der globalen Wachstumsdynamik ab. Die durch die Öl- und Rohstoffpreisentwicklung sowie Devisentrends (Stichwort: Dollarstärke) ausgelöste Disinflation gehe allmählich zurück. Das habe zur Stabilisierung der Finanzmärkte beigetragen, die zudem von einer weitaus entgegen kommenderen FED profitiert hätten. Auch die belastende Wirkung dieser Faktoren auf das Gewinnwachstum lasse nach. Zugleich seien steigende Nachfrage weltweit und stabile bis höhere Ölpreise günstig.

In den kommenden Monaten werde man hoffentlich ein klareres Bild davon haben, wie Donald Trump seine wirtschaftspolitischen Pläne konkret umsetzen wolle. Nicht zuletzt werde nächstes Jahr in Holland, Frankreich und Deutschland gewählt. Im März nächsten Jahres wolle die britische Regierung ihren Austrittsantrag nach Art. 50 stellen. Darüber hinaus würden die Märkte auch weiterhin über die weitere geldpolitische Gangart der vier großen Zentralbanken - Federal Reserve, EZB, Bank of England und Bank of Japan - spekulieren. Was also die weiteren Aussichten betreffe, gelte "Genaues weiß man nicht".

Die Märkte könnten daher eine politische Risikoprämie einpreisen, wenn sich auch inzwischen ein recht positiver Trend bei den Rahmendaten abzeichne. In den letzten Quartalen seien dank festerer Arbeitsmärkte und höherer Zuversicht weltweit die Konsumausgaben gestiegen. Zugleich entspanne sich mit den besseren Gewinnaussichten auch das Geschäftsklima, wie sich u.a. von der breit aufgestellten Verbesserung der PMI-Daten ablesen lasse. Höheres Gewinnwachstum und gestiegene Zuversicht dürften zusammen mit höheren Rohstoffpreisen für eine moderate Verbesserung bei den Investitionsausgaben weltweit sorgen. Auch hier sei die Datenlage recht erfreulich und letztlich möge just die höhere Investitionsbereitschaft den Ausschlag geben. Eine bessere Gewinnlage, Entspannung an den Kreditmärkten und ein freundlicheres Geschäftsklima dürften dafür sorgen, dass die Investitionsausgaben nunmehr einen moderat positiven - statt einen negativen - Beitrag zum BIP-Wachstum leisten.

Die Konjunkturaussichten für die USA würen weitgehend von Trumps konkreter Wirtschaftspolitik abhängen. Dabei komme es vor allem auf die Balance zwischen volkswirtschaftlichen und Außenhandelsmaßnahmen an. (Ausgabe 12.12.2016) (13.12.2016/alc/a/a)