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Mittelstandsanleihen: Institutionelle Investoren sorgen für leichte Belebung in Q2/2014
22.08.14 17:02
Scope Ratings
Berlin (www.anleihencheck.de) - Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 11 börsennotierte Mittelstandsanleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt rund 530 Mio. Euro emittiert (Der Großteil dieses Volumens ist dabei auf zwei Anleihen von Air Berlin und eine Anleihe von TAG Immobilien zurückzuführen), so die Experten von Scope Ratings.
Die Anzahl der Emissionen liege damit deutlich unter dem Vorjahreswert: In den ersten sechs Monaten 2013 seien insgesamt 21 Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 1,1 Mrd. Euro begeben worden.
Das niedrige Emissionsniveau reflektiere das durch zahlreiche Insolvenzen getrübte Marktsentiment. Im ersten Halbjahr 2014 habe es im Mittelstandssegment vier Insolvenzen gegeben (Rena and Zamek in Q1 und Strenesse und Mox Telekom in Q2). Seit 2010 würden sich die Insolvenzen auf 20 addieren.
Einen Lichtblick für das Segment sei die Steigerung der Emissionsaktivitäten in Q2 gegenüber Q1. Während in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur 2 Emissionen mit einem Volumen von zusammen 60 Mio. begeben worden seien, seien von April bis Juni 9 Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 470 Mio. Euro an den Markt gekommen.
Scope Ratings beobachte einen anhaltenden Trend zu Aufstockungen und Nachplatzierungen - überwiegend mittels Private Placements (Privatplatzierungen). Bereits in Q1/2014 habe Scope Ratings acht Aufstockungen und Nachplatzierungen mit einem gesamten Volumen von rund 170 Mio. Euro registriert. Von April bis Juni 2014 hätten drei weitere Emittenten ihre bereits begebenen Anleihen um insgesamt fast 200 Mio. Euro aufgestockt.
Vor allem Unternehmen, die überzeugende Geschäftszahlen präsentiert hätten - wie z.B. Grand City Properties oder Metalcorp (Scope Rating: BB-, under review for upgrade) - und somit das Vertrauen der Investoren hätten bestätigen können, hätten von Aufstockungen Gebrauch gemacht oder ihre ursprünglichen Anleihen voll ausplatziert. Die hohe Anzahl erfolgreicher Aufstockungen und Nachplatzierungen belege das nach wie vor vorhandene Investoreninteresse an diesem Anleihe-Segment.
Ein weiterer Beleg für die Investorenakzeptanz sei hohe Anzahl an Vollplatzierungen. Von den im gesamten ersten Halbjahr begebenen 11 börsennotierten Anleihen seien 8 vollplatziert worden. Insgesamt liege die Platzierungsquote in diesem Jahr mit über 90% deutlich über dem bisherigen Durchschnitt von knapp 80%.
Die vergleichsweise geringe Lücke zwischen emittiertem und platziertem Anleihevolumen sei auch ein Zeichen für die gestiegene Qualität - bzw. für eine als angemessen wahrgenommene Rendite-Risiko-Relation - der neuen Emissionen. Geplante Emissionen von Unternehmen mit geringer Finanzstärke und ohne belastbare Besicherungskonzepte hätten im Vertrieb hingegen einen schweren Stand - und würden daher häufig nicht in die Platzierungsphase kommen.
Von den 11 börsengelisteten Emissionen in diesem Jahres seien immerhin 4 Private Placements gewesen, die vollständig bei institutionellen Investoren platziert worden seien. Nach Abschluss der Platzierung seien diese Anleihen jedoch in den regulierten Handel einbezogen worden. Zusätzlich dazu habe Scope weitere 4 Privatplatzierungen mittelständischer Unternehmen registriert, die im Anschluss an die Platzierung jedoch nicht an der Börse gelistet worden seien. Ihr Volumen addiere sich auf rund 155 Mio. Euro.
Der höhere Anteil institutioneller Investoren am Marktgeschehen wiederum sei nach Ansicht von Scope Ausdruck der zunehmenden Professionalisierung und strengeren Zugangshürden für Emittenten im Mittelstandssegments.
Der Markt für Mittelstandsanleihen fasse nur langsam wieder Vertrauen. Die Anzahl der Emissionen im Jahr 2013 würden nach Ansicht von Scope in diesem Jahr nicht erreicht. Mit einem signifikanten Anstieg der Emissionsaktivitäten rechne Scope frühestens 2015. Erforderlich dafür seien jedoch ein weiteres Abflauen der Insolvenzen und erfolgreiche Refinanzierungen der fälligen Anleihen.
Das Gewicht institutioneller Investoren für dieses Segment werde vor allem aufgrund der erwarteten Belebung des Private Placement Marktes zunehmen. Damit würden in der Regel höhere Marktstandards einhergehen. (Ausgabe August 2014) (22.08.2014/alc/a/a)
Die Anzahl der Emissionen liege damit deutlich unter dem Vorjahreswert: In den ersten sechs Monaten 2013 seien insgesamt 21 Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 1,1 Mrd. Euro begeben worden.
Das niedrige Emissionsniveau reflektiere das durch zahlreiche Insolvenzen getrübte Marktsentiment. Im ersten Halbjahr 2014 habe es im Mittelstandssegment vier Insolvenzen gegeben (Rena and Zamek in Q1 und Strenesse und Mox Telekom in Q2). Seit 2010 würden sich die Insolvenzen auf 20 addieren.
Einen Lichtblick für das Segment sei die Steigerung der Emissionsaktivitäten in Q2 gegenüber Q1. Während in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur 2 Emissionen mit einem Volumen von zusammen 60 Mio. begeben worden seien, seien von April bis Juni 9 Anleihen mit einem Emissionsvolumen von 470 Mio. Euro an den Markt gekommen.
Scope Ratings beobachte einen anhaltenden Trend zu Aufstockungen und Nachplatzierungen - überwiegend mittels Private Placements (Privatplatzierungen). Bereits in Q1/2014 habe Scope Ratings acht Aufstockungen und Nachplatzierungen mit einem gesamten Volumen von rund 170 Mio. Euro registriert. Von April bis Juni 2014 hätten drei weitere Emittenten ihre bereits begebenen Anleihen um insgesamt fast 200 Mio. Euro aufgestockt.
Ein weiterer Beleg für die Investorenakzeptanz sei hohe Anzahl an Vollplatzierungen. Von den im gesamten ersten Halbjahr begebenen 11 börsennotierten Anleihen seien 8 vollplatziert worden. Insgesamt liege die Platzierungsquote in diesem Jahr mit über 90% deutlich über dem bisherigen Durchschnitt von knapp 80%.
Die vergleichsweise geringe Lücke zwischen emittiertem und platziertem Anleihevolumen sei auch ein Zeichen für die gestiegene Qualität - bzw. für eine als angemessen wahrgenommene Rendite-Risiko-Relation - der neuen Emissionen. Geplante Emissionen von Unternehmen mit geringer Finanzstärke und ohne belastbare Besicherungskonzepte hätten im Vertrieb hingegen einen schweren Stand - und würden daher häufig nicht in die Platzierungsphase kommen.
Von den 11 börsengelisteten Emissionen in diesem Jahres seien immerhin 4 Private Placements gewesen, die vollständig bei institutionellen Investoren platziert worden seien. Nach Abschluss der Platzierung seien diese Anleihen jedoch in den regulierten Handel einbezogen worden. Zusätzlich dazu habe Scope weitere 4 Privatplatzierungen mittelständischer Unternehmen registriert, die im Anschluss an die Platzierung jedoch nicht an der Börse gelistet worden seien. Ihr Volumen addiere sich auf rund 155 Mio. Euro.
Der höhere Anteil institutioneller Investoren am Marktgeschehen wiederum sei nach Ansicht von Scope Ausdruck der zunehmenden Professionalisierung und strengeren Zugangshürden für Emittenten im Mittelstandssegments.
Der Markt für Mittelstandsanleihen fasse nur langsam wieder Vertrauen. Die Anzahl der Emissionen im Jahr 2013 würden nach Ansicht von Scope in diesem Jahr nicht erreicht. Mit einem signifikanten Anstieg der Emissionsaktivitäten rechne Scope frühestens 2015. Erforderlich dafür seien jedoch ein weiteres Abflauen der Insolvenzen und erfolgreiche Refinanzierungen der fälligen Anleihen.
Das Gewicht institutioneller Investoren für dieses Segment werde vor allem aufgrund der erwarteten Belebung des Private Placement Marktes zunehmen. Damit würden in der Regel höhere Marktstandards einhergehen. (Ausgabe August 2014) (22.08.2014/alc/a/a)


