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Niedrigzinsumfeld - Im Negativen das Positive finden
31.05.16 09:49
UBS
Zürich (www.anleihencheck.de) - Das Niedrigzinsumfeld bei Staatsanleihen der Industrieländer führt zu Herausforderungen für eine Vielzahl von Anlagezielen, so die Experten der UBS.
Und der Abwärtsdruck auf die Renditen wichtiger Staatsanleihen scheine keinesfalls nachzulassen - er verstärke sich sogar noch und führe dazu, dass auch länger laufende Emissionen betroffen seien. Im Februar sei die Rendite zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen auf ein Rekordtief von minus 0,5 Prozent gefallen; auch Japan habe im Februar erstmals zehnjährige Anleihen mit negativer Rendite ausgegeben. Ungefähr ein Drittel aller Staatsanleihen der Industrieländer weltweit mit einem Schätzwert von 7 Billionen US-Dollar habe aktuell eine negative Rendite.
Der Hintergrund niedriger und negativer Renditen sei leicht zu erklären. Bislang sei das Ausmaß der globalen Erholung in den meisten entwickelten Marktwirtschaften, allen voran in den USA, deutlich hinter den historischen Maßstäben und Erwartungen zurückgeblieben. Die Schwellenländer hätten ihrerseits mit strukturellen Anpassungen in Asien und der Abhängigkeit von Rohstoffexporten in Lateinamerika zu kämpfen.
Zugleich sei der globale Inflationsdruck sehr gedämpft geblieben. In den entwickelten Marktwirtschaften bewege sich die Verbraucherpreisinflation aktuell deutlich unterhalb der Zielwerte der Notenbanken von typischerweise rund 2 Prozent. Der Einbruch der Ölpreise in den vergangenen zwei Jahren und eine mäßige Lohnentwicklung trotz solidem Beschäftigungswachstum hätten die Inflation zusätzlich geschwächt.
Zwar würden die Schwellenländer eine höhere Inflation aufweisen, diese werde aber vielfach von Währungsschwäche und höheren Importpreisen getrieben und nicht von inländischen Faktoren. Weiter verstärkt werde der weltweite Deflationsdruck durch Chinas strukturellen Wandel von einer ressourcenintensiven, industriell geprägten Wirtschaft zu einer mehr service- und konsumorientierten Wirtschaft.
Angesichts der Nachfragestützung durch niedrige Zinsen und quantitative Lockerung würden die Experten nicht glauben, dass eine globale Rezession drohe oder nahe bevorstehe. Es gebe aber auch keine überzeugenden Gründe für eine rasche Rückkehr zu einem Umfeld starken Wachstums, hoher Inflation und höherer Staatsanleihenrenditen. In diesem Zusammenhang sei es wahrscheinlich, dass die Renditen von Staatsanleihen eine ganze Zeit lang negativ oder auf historisch niedrigem Niveau bleiben würden.
Offensichtlich würden auch Anleihen mit negativen Renditen einen Käufer finden. Aber warum sollte man für das Privileg bezahlen, einem Staat Geld zu leihen? Es gebe mehrere mögliche Gründe. So würden einige Investoren erwarten, dass eine künftige Deflation die "nominale" negative Rendite unter Berücksichtigung der fallenden Preise am Ende in eine positive "reale" Rendite verwandeln könnte. Andere würden möglicherweise glauben, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen künftig noch tiefer senken oder die Renditen mit zusätzlichen Wertpapierkäufen weiter drücken könnten. Indexfonds, die in Staatsanleihen investieren würden, hätten natürlich keine andere Wahl.
Doch den vielen Investoren, die eine Wahl hätten und sich bemühen würden, ihr erwartetes Renditeniveau in einem Umfeld negativer Anleiherenditen zu erreichen, stehe aus Sicht der Experten eine Reihe von Handlungsoptionen zur Verfügung.
Dazu würden zählen:
Bei Aktienanlagen die Konzentration auf weniger beschränkte Strategien, die in der Lage seien, mit aktiveren und flexibleren Investmentansätzen in wechselnden Marktumgebungen Renditen zu erzielen.
Verstärkte Investitionen in alternative Anlageklassen wie Private Equity, Hedgefonds, Infrastruktur und Immobilien, die zu einem besseren risikobereinigten Renditepotenzial im Gesamtportfolio des Investors beitragen könnten.
Berücksichtigung von höher rentierenden Anleihestrategien. Insbesondere Hochzinsanleihen böten zurzeit einen attraktiven Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen der Industrieländer, der aus Sicht der Experten die höheren Risiken einer Investition mehr als ausgleiche.
Das Niedrigzinsumfeld stelle fraglos eine Herausforderung für alle Investoren dar. Aber auch vor diesem Hintergrund gebe es noch eine breite Auswahl an Anlageklassen und Fondslösungen, mit denen Investoren positive Erfahrungen machen könnten - trotz negativer Renditen bei vielen Staatsanleihen. (31.05.2016/alc/a/a)
Und der Abwärtsdruck auf die Renditen wichtiger Staatsanleihen scheine keinesfalls nachzulassen - er verstärke sich sogar noch und führe dazu, dass auch länger laufende Emissionen betroffen seien. Im Februar sei die Rendite zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen auf ein Rekordtief von minus 0,5 Prozent gefallen; auch Japan habe im Februar erstmals zehnjährige Anleihen mit negativer Rendite ausgegeben. Ungefähr ein Drittel aller Staatsanleihen der Industrieländer weltweit mit einem Schätzwert von 7 Billionen US-Dollar habe aktuell eine negative Rendite.
Der Hintergrund niedriger und negativer Renditen sei leicht zu erklären. Bislang sei das Ausmaß der globalen Erholung in den meisten entwickelten Marktwirtschaften, allen voran in den USA, deutlich hinter den historischen Maßstäben und Erwartungen zurückgeblieben. Die Schwellenländer hätten ihrerseits mit strukturellen Anpassungen in Asien und der Abhängigkeit von Rohstoffexporten in Lateinamerika zu kämpfen.
Zugleich sei der globale Inflationsdruck sehr gedämpft geblieben. In den entwickelten Marktwirtschaften bewege sich die Verbraucherpreisinflation aktuell deutlich unterhalb der Zielwerte der Notenbanken von typischerweise rund 2 Prozent. Der Einbruch der Ölpreise in den vergangenen zwei Jahren und eine mäßige Lohnentwicklung trotz solidem Beschäftigungswachstum hätten die Inflation zusätzlich geschwächt.
Zwar würden die Schwellenländer eine höhere Inflation aufweisen, diese werde aber vielfach von Währungsschwäche und höheren Importpreisen getrieben und nicht von inländischen Faktoren. Weiter verstärkt werde der weltweite Deflationsdruck durch Chinas strukturellen Wandel von einer ressourcenintensiven, industriell geprägten Wirtschaft zu einer mehr service- und konsumorientierten Wirtschaft.
Angesichts der Nachfragestützung durch niedrige Zinsen und quantitative Lockerung würden die Experten nicht glauben, dass eine globale Rezession drohe oder nahe bevorstehe. Es gebe aber auch keine überzeugenden Gründe für eine rasche Rückkehr zu einem Umfeld starken Wachstums, hoher Inflation und höherer Staatsanleihenrenditen. In diesem Zusammenhang sei es wahrscheinlich, dass die Renditen von Staatsanleihen eine ganze Zeit lang negativ oder auf historisch niedrigem Niveau bleiben würden.
Doch den vielen Investoren, die eine Wahl hätten und sich bemühen würden, ihr erwartetes Renditeniveau in einem Umfeld negativer Anleiherenditen zu erreichen, stehe aus Sicht der Experten eine Reihe von Handlungsoptionen zur Verfügung.
Dazu würden zählen:
Bei Aktienanlagen die Konzentration auf weniger beschränkte Strategien, die in der Lage seien, mit aktiveren und flexibleren Investmentansätzen in wechselnden Marktumgebungen Renditen zu erzielen.
Verstärkte Investitionen in alternative Anlageklassen wie Private Equity, Hedgefonds, Infrastruktur und Immobilien, die zu einem besseren risikobereinigten Renditepotenzial im Gesamtportfolio des Investors beitragen könnten.
Berücksichtigung von höher rentierenden Anleihestrategien. Insbesondere Hochzinsanleihen böten zurzeit einen attraktiven Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen der Industrieländer, der aus Sicht der Experten die höheren Risiken einer Investition mehr als ausgleiche.
Das Niedrigzinsumfeld stelle fraglos eine Herausforderung für alle Investoren dar. Aber auch vor diesem Hintergrund gebe es noch eine breite Auswahl an Anlageklassen und Fondslösungen, mit denen Investoren positive Erfahrungen machen könnten - trotz negativer Renditen bei vielen Staatsanleihen. (31.05.2016/alc/a/a)


