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Die Notenbanken erklären ihre weitere Geldpolitik


18.06.18 10:30
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zur Mitte des Jahres 2018 haben die führenden Notenbanken den Finanzmärkten ihre Pläne für ihre weitere Geldpolitik vorgelegt, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sie würden damit zum Abbau der Verunsicherungen beitragen und den Marktteilnehmern bei ihren Dispositionen helfen. Die FED habe inzwischen ihren 7. Zinserhöhungsschritt vorgenommen. Die FED Funds Rate sei um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,00% heraufgesetzt worden. Weitere zwei Schritte seien wahrscheinlich. Und die EZB habe beschlossen, ihre Anleihenkäufe Ende des Jahres zu beenden. Damit sei der Weg zu einer Normalisierung der Zinsstrukturkurve beiderseits des Atlantiks festgelegt. Da die FED auf diesem Weg schon weiter vorangeschritten sei und damit ihrem Ziel schneller näher komme als die EZB, habe sich der Wechselkurs des Dollar gegenüber dem Euro weiter erhöht.

Bereits im Oktober wolle die EZB ihre monatlichen Anleihenkäufe von derzeit EUR 30 Mrd. auf EUR 15 Mrd. zurückführen. Trotz der guten Konjunktur und der auf das Ziel von knapp 2% erhöhten Inflationsrate würden die Währungshüter davon ausgehen, dass der Leitzins noch bis über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben werde. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken liege seit März 2016 bei 0,0%.

Seit dem Beginn des Kaufprogramms, von insbesondere Staatsanleihen, hätten die Notenbanken schon für EUR 2,4 Billionen Wertpapiere erworben. Diese seien vor allem in Deutschland sehr umstritten, da sie als Staatsfinanzierung und Überschreitung des EZB-Mandates aufgefasst werden könnten. Angesichts der weltweit wachsenden Handelskonflikte würden die BIP-Prognosen jetzt etwas vorsichtiger ausfallen, die Inflationserwartungen dagegen leicht erhöht.

Die ultra-expansive Geldpolitik der EZB gehe zulasten der Sparer in die Verlängerung. Sie werde nur marginal angepasst. Die um ein ganzes Jahr verschobene Leitzinserhöhung verzerre umso mehr die Normalisierung und erhöhe die langfristigen Risiken. (Ausgabe vom 17.06.2018) (18.06.2018/alc/a/a)