Polen: Notenbank am Ende des Leitzinsanhebungszyklus angelangt?


20.12.22 11:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zwar stieg der Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe in Polen im November noch leicht auf 43,4 Punkte an, so die Analysten von Postbank Research.

Er bleibe damit jedoch tief im restriktiven Bereich und die Anzeichen einer nachlassenden Dynamik würden sich zusehends verdichten. Die Preise für Vorprodukte hätten weiter angezogen und Produktion sowie Neuaufträge in der Industrie seien erneut zurückgegangen.

Auf der Nachfrageseite habe der private Konsum für das BIP-Wachstum im dritten Quartal mit 0,3 Prozent kaum Impulse mehr geliefert. Verglichen mit dem Vorquartal (mit 2,2 Prozent) hätten sich die Haushalte deutlich sparsamer gezeigt, da die derzeit hohe Inflation die realen Einkommen belaste. Einziger nennenswerter Wachstumstreiber seien die Lagerinvestitionen gewesen: Wahrscheinlich seien die Unternehmen zum einen überrascht gewesen von der schwachen Nachfrage, zum anderen könnten sie aufgrund der hohen Lieferunsicherheit vermehrt auf Lagerhaltung setzen.

Die Inflation sei im November überraschend von 17,9 auf 17,4 Prozent gesunken. Die Notenbank habe den Leitzins zuletzt unverändert belassen und indirekt angedeutet, dass das Ende des Zinsanhebungszyklus erreicht sein könnte. In Europa sei mit einer Rezession zu rechnen, und die Kerninflationsrate in Polen sei laut der Notenbank nicht besorgniserregend. Gepaart mit der sich abzeichnenden Konjunkturschwäche erwarte die Postbank daher keine weiteren Leitzinsanhebung mehr.

Die Postbank erwarte für die kommenden sechs Monate, dass der Wechselkurs des Polnischen Zloty (PLN) von aktuellen EUR/PLN 4,698 in Richtung EUR/PLN 4,90 leicht abwerte. (Ausgabe Währungsbulletin Dezember 2022) (20.12.2022/alc/a/a)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,15 % 2,15 % -   % 0,00% 31.05./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XFARIV001614 2,65 % 2,15 %