Erweiterte Funktionen

Renditeanstieg geht weiter


04.04.22 12:24
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in der Eurozone bleibt hoch und treibt damit letztlich auch die Anleiherenditen, so die Experten von Union Investment.

An diesem mittlerweile vertrauten Bild habe sich auch in der abgelaufenen Woche nichts verändert. In nahezu allen Ländern der Währungsunion sei die Teuerung zuletzt nochmal gestiegen. Den Anfang habe Spanien gemacht, wo die Inflationsrate mit 9,8 Prozent im März nur knapp unterhalb der 10-Prozent-Marke geblieben sei. Auch in Deutschland sei der Preisdruck nach wie vor hoch gewesen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt habe, sei die Inflation gemäß dem (europäisch vergleichbaren) Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) um 7,6 Prozent geklettert, die Erwartungen der Analysten hätten bei 6,8 Prozent gelegen. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, sei der höchste Stand seit 1973 gemessen worden. Am Freitag sei dann schließlich die Bekanntgabe der Teuerung für den Euroraum. Hier habe die Statistikbehörde Eurostat für den März einen Zuwachs um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ermittelt. Im Februar habe der Wert noch bei 5,9 Prozent gelegen. Zurückzuführen sei der Anstieg in allen Ländern bzw. Regionen in erster Linie auf die Preissteigerungen bei Energie gewesen. Aber auch Nahrungsmittel, Industriegüter (ohne Energie) und Dienstleistungen hätten sich verteuert.

Vor diesem Hintergrund hätten die Renditen für deutsche Bundesanleihen erneut leicht zugelegt, insbesondere in der ersten Wochenhälfte. Zum Wochenausklang habe der Wert für Titel mit zehnjähriger Laufzeit bei 0,56 Basispunkten gelegen. Zum Vergleich: Bei Jahresbeginn hätten diese Anleihen noch mit minus 0,18 Basispunkten rentiert. Viele Marktteilnehmer würden mittlerweile von einer schnelleren Normalisierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgehen als noch vor wenigen Monaten erwartet. Mittlerweile preis der Anleihemarkt eine Leitzinsanhebung um 60 Basispunkten für das laufende Jahr ein. Entsprechend habe sich auch der Euro stabilisieren können und habe im Wochenvergleich gegenüber dem US-Dollar um etwa ein Prozent auf zuletzt knapp 1,11 zugelegt.

Darüber hinaus habe sich auch der weltweite Trend zu höheren Leitzinsen fortgesetzt. In Chile habe die Zentralbank den Referenzsatz um ganze 150 Basispunkte auf 7,0 Prozent erhöht. Ebenfalls in Südamerika sei der kolumbianische Leitzins um 100 Basispunkte gestiegen. An den Märkten sei zuvor sogar von einer kräftigeren Anhebung ausgegangen worden. In Europa schließlich habe die tschechische Notenbank den Leitzins um 50 Basispunkte auf 5,0 Prozent erhöht, den höchsten Wert seit zwanzig Jahren. Die eská národní banka (CNB) habe damit seit Juni 2021 den Satz um 475 Basispunkte erhöht. (Ausgabe vom 01.04.2022) (04.04.2022/alc/a/a)