Erweiterte Funktionen
Renditejagd geht weiter - Japan verzeichnet lebhaften Konsum
24.04.13 15:56
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten US-Daten deuten darauf hin, dass Konsumausgaben und Lohnzuwächse im aktuellen Quartal zurückgehen, so die Experten von ING Investment Management.
Die Dynamik im Einzelhandel und das Verbrauchervertrauen seien im März deutlich gesunken; es seien nur 88.000 neue Stellen geschaffen worden, insgesamt würden die Experten jedoch keine konkreten Hinweise auf eine Schwächung des Zyklus sehen. Es lasse sich nicht leugnen, dass die Weltwirtschaft jetzt weitaus robuster sei. Die Jagd nach Renditen bei Aktien und Anleihen dürfte weitergehen. Angesichts der massiven Liquiditätseinschüsse der Bank of Japan dürfte es schwieriger werden, auskömmlich rentierende Werte aufzutun.
Man sollte indes den Daten eines einzigen Monats keine zu hohe Bedeutung beimessen. Die monatlichen Beschäftigungszahlen in den USA seien starken Schwankungen unterworfen und daher nur begrenzt aussagekräftig. Über einen Dreimonatszeitraum liege der Trend immer noch bei 170.000. Die enttäuschende Entwicklung im März sei zum Teil dadurch ausgeglichen worden, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit um 0,1 Stunden auf 34,6 Stunden gestiegen sei und damit deutlich über dem Tief von 34,3 im September 2012 liege.
Bei Konsumausgaben sei durch den Sparkurs mit einer gewissen Dämpfung zu rechnen. Viel hänge daher davon ab, wie stark die Ausgaben sinken würden; das werde wiederum weitgehend von der Sparquote bestimmt. Sofern die Verbraucher optimistisch in die Zukunft sehen würden (Immobilien- und Aktienmärkte in den USA, niedrige Zinsen), bestehe wenig Anreiz zum Sparen.
Die Weltwirtschaft sei jetzt sehr viel widerstandsfähiger als zur Zeit der Lehman-Krise. Es spreche sogar einiges dafür, dass die Kombination aus massiven Liquiditätseinschüssen durch die Bank of Japan (die die Zinsen weiter drücken würden), robusten Aktienmärkten und sinkenden Rohstoffpreisen positiv für die Weltkonjunktur sei. Damit würden die Kapitalkosten weiter sinken, entstünden positive Vermögenseffekte und werde das verfügbare Einkommen gestärkt.
Für Wirtschaft und Privathaushalte seien diese Trends günstig; Investitionsbereitschaft und Konsum könnten daher steigen. Vergleiche man die Aktien- und Ölpreisdynamik der letzten zehn Jahre, so werde deutlich, wie wichtig diese Variablen für die Weltwirtschaft seien. Der Abstand zwischen Aktien und Erdöl sei oftmals ein guter Frühindikator für die Weltwirtschaft. Derzeit würden die konstruktive Dynamik (Aktien hoch, Ölpreis runter) sowie die globale Endnachfrage auf eine Stärkung der Weltkonjunktur hindeuten.
Die Endnachfrage werde in den nächsten Monaten vor allem von den USA, Japan und China angetrieben. Von Europa gehe eher ein Abwärtsrisiko aus. In Japan hätten die jüngsten Daten erneut den erwarteten Effekt von "Abenomics" bestätigt. Vergangene Woche sei die Komponente des japanischen Eco Watcher's Survey, die die aktuelle Lage widerspiegle, auf ihren höchsten Stand seit über zehn Jahren gestiegen. Vor allem der Subindex für Haushalte und Beschäftigung habe zugelegt.
Aufgrund der positiven Vermögenseffekte (Aktienmarkt) überrasche es daher nicht, dass Japan einen lebhaften Konsum verzeichne. Gleichzeitig würden die gegenüber Mitte 2012 leicht verbesserten Investitionsausgaben auf einen nur geringen Anstieg der Investitionstätigkeit hindeuten. Mit zunehmendem Optimismus in der Wirtschaft und höherer Profitabilität erwarte man Zuwächse im zweiten Quartal.
Die massiven Liquiditätseinschüsse der Bank of Japan würden die Zinsen weltweit noch weiter drücken. Institutionelle Investoren in Japan, wie beispielsweise Versicherungsgesellschaften, würden sich auf der Renditejagd zunehmend an ausländischen Märkten orientieren. Es lasse sich allerdings nicht leugnen, dass die Märkte mit Begeisterung auf die neue Geldpolitik aus Tokio reagiert hätten. Durch das Beispiel Japan sei auch der Druck auf die EZB, die Bank of England und Zentralbanken in den Schwellenländern gewachsen, eine geldpolitische Kehrtwende einzuleiten.
Sofern die Märkte weltweit eine Fortsetzung der quantitativen Lockerung erwarten würden, dürfte der Zustrom in höher rentierliche Assets, wie Emerging Market Debt, wieder zunehmen - trotz geringer Spreads und sich verschlechternder Rahmendaten. In der taktischen Asset-Allokation der Experten (kurzfristige Positionierung) würden sie derzeit Emerging-Markets-Anleihen übergewichten. Bei Local-Currency-Anleihen seien sie neutral und bei Schwellenländeranleihen in harter Währung untergewichtet. Das größte Risiko für ihre gegenwärtig negative Haltung gegenüber EM-Aktien bestehe vermutlich darin, dass die japanische Geldpolitik den Kapitalfluss in die Emerging Markets verstärken könnte.
Die Experten hätten zwar ein paar Federn lassen müssen, würden aber innerhalb ihrer taktischen Asset-Allokation an ihrer relativ kleinen Risikoposition festhalten. Sie würden bis auf weiteres bei ihrem Basisszenario einer anhaltenden weltweiten Erholung bleiben. Ihre stärksten Positionen würden sich weniger nach Anlageform als vielmehr nach Regionen und Sektoren richten. Im Ergebnis würden die Experten bei ihrer leichten Übergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen bleiben. Sie würden auf die Stärke Japans und der USA gegenüber Europa und den Schwellenländern setzen. Dabei würden sie Sektoren favorisieren, die von der Ausgabenfreude des Privatsektors profitieren würden, wie IT, gehobener Konsumgüterbereich, Health Care. Bei stark von Rohstoffen abhängigen Branchen (Energie, Grundstoffe) seien sie eher vorsichtig. (24.04.2013/alc/a/a)
Die Dynamik im Einzelhandel und das Verbrauchervertrauen seien im März deutlich gesunken; es seien nur 88.000 neue Stellen geschaffen worden, insgesamt würden die Experten jedoch keine konkreten Hinweise auf eine Schwächung des Zyklus sehen. Es lasse sich nicht leugnen, dass die Weltwirtschaft jetzt weitaus robuster sei. Die Jagd nach Renditen bei Aktien und Anleihen dürfte weitergehen. Angesichts der massiven Liquiditätseinschüsse der Bank of Japan dürfte es schwieriger werden, auskömmlich rentierende Werte aufzutun.
Man sollte indes den Daten eines einzigen Monats keine zu hohe Bedeutung beimessen. Die monatlichen Beschäftigungszahlen in den USA seien starken Schwankungen unterworfen und daher nur begrenzt aussagekräftig. Über einen Dreimonatszeitraum liege der Trend immer noch bei 170.000. Die enttäuschende Entwicklung im März sei zum Teil dadurch ausgeglichen worden, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit um 0,1 Stunden auf 34,6 Stunden gestiegen sei und damit deutlich über dem Tief von 34,3 im September 2012 liege.
Bei Konsumausgaben sei durch den Sparkurs mit einer gewissen Dämpfung zu rechnen. Viel hänge daher davon ab, wie stark die Ausgaben sinken würden; das werde wiederum weitgehend von der Sparquote bestimmt. Sofern die Verbraucher optimistisch in die Zukunft sehen würden (Immobilien- und Aktienmärkte in den USA, niedrige Zinsen), bestehe wenig Anreiz zum Sparen.
Die Weltwirtschaft sei jetzt sehr viel widerstandsfähiger als zur Zeit der Lehman-Krise. Es spreche sogar einiges dafür, dass die Kombination aus massiven Liquiditätseinschüssen durch die Bank of Japan (die die Zinsen weiter drücken würden), robusten Aktienmärkten und sinkenden Rohstoffpreisen positiv für die Weltkonjunktur sei. Damit würden die Kapitalkosten weiter sinken, entstünden positive Vermögenseffekte und werde das verfügbare Einkommen gestärkt.
Die Endnachfrage werde in den nächsten Monaten vor allem von den USA, Japan und China angetrieben. Von Europa gehe eher ein Abwärtsrisiko aus. In Japan hätten die jüngsten Daten erneut den erwarteten Effekt von "Abenomics" bestätigt. Vergangene Woche sei die Komponente des japanischen Eco Watcher's Survey, die die aktuelle Lage widerspiegle, auf ihren höchsten Stand seit über zehn Jahren gestiegen. Vor allem der Subindex für Haushalte und Beschäftigung habe zugelegt.
Aufgrund der positiven Vermögenseffekte (Aktienmarkt) überrasche es daher nicht, dass Japan einen lebhaften Konsum verzeichne. Gleichzeitig würden die gegenüber Mitte 2012 leicht verbesserten Investitionsausgaben auf einen nur geringen Anstieg der Investitionstätigkeit hindeuten. Mit zunehmendem Optimismus in der Wirtschaft und höherer Profitabilität erwarte man Zuwächse im zweiten Quartal.
Die massiven Liquiditätseinschüsse der Bank of Japan würden die Zinsen weltweit noch weiter drücken. Institutionelle Investoren in Japan, wie beispielsweise Versicherungsgesellschaften, würden sich auf der Renditejagd zunehmend an ausländischen Märkten orientieren. Es lasse sich allerdings nicht leugnen, dass die Märkte mit Begeisterung auf die neue Geldpolitik aus Tokio reagiert hätten. Durch das Beispiel Japan sei auch der Druck auf die EZB, die Bank of England und Zentralbanken in den Schwellenländern gewachsen, eine geldpolitische Kehrtwende einzuleiten.
Sofern die Märkte weltweit eine Fortsetzung der quantitativen Lockerung erwarten würden, dürfte der Zustrom in höher rentierliche Assets, wie Emerging Market Debt, wieder zunehmen - trotz geringer Spreads und sich verschlechternder Rahmendaten. In der taktischen Asset-Allokation der Experten (kurzfristige Positionierung) würden sie derzeit Emerging-Markets-Anleihen übergewichten. Bei Local-Currency-Anleihen seien sie neutral und bei Schwellenländeranleihen in harter Währung untergewichtet. Das größte Risiko für ihre gegenwärtig negative Haltung gegenüber EM-Aktien bestehe vermutlich darin, dass die japanische Geldpolitik den Kapitalfluss in die Emerging Markets verstärken könnte.
Die Experten hätten zwar ein paar Federn lassen müssen, würden aber innerhalb ihrer taktischen Asset-Allokation an ihrer relativ kleinen Risikoposition festhalten. Sie würden bis auf weiteres bei ihrem Basisszenario einer anhaltenden weltweiten Erholung bleiben. Ihre stärksten Positionen würden sich weniger nach Anlageform als vielmehr nach Regionen und Sektoren richten. Im Ergebnis würden die Experten bei ihrer leichten Übergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen bleiben. Sie würden auf die Stärke Japans und der USA gegenüber Europa und den Schwellenländern setzen. Dabei würden sie Sektoren favorisieren, die von der Ausgabenfreude des Privatsektors profitieren würden, wie IT, gehobener Konsumgüterbereich, Health Care. Bei stark von Rohstoffen abhängigen Branchen (Energie, Grundstoffe) seien sie eher vorsichtig. (24.04.2013/alc/a/a)


