Erweiterte Funktionen
Renditen in den USA und Deutschland klaffen weit auseinander
17.05.18 15:00
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Bondmärkte spiegeln derzeit die welt- und wirtschaftspolitische Lage eindrucksvoll wider, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Da sei zum einen die Kluft zwischen zehnjährigen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen, die inzwischen so groß sei, wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Offenbar würden die Märkte der US-Wirtschaft deutlich mehr zutrauen als der europäischen. Und da sei zum anderen eine Abflachung der Zinskurve in den USA, was als Signal für einen Einbruch der Konjunktur gedeutet werden könne.
Die Rendite auf zehnjährige US-Bonds sei zuletzt auf 3,11% geklettert und habe damit 2,48 Prozentpunkte (PP) über der von gleich laufenden Bundesanleihe gelegen. So groß sei der Spread zuletzt im April 1989 gewesen. Natürlich würden hierbei die Aussichten auf weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank FED eine große Rolle spielen. Unterstützt würden diese Erwartungen durch unverändert robuste Daten aus der US-Wirtschaft.
Getrieben werde die Entwicklung aber auch durch die Schuldenpolitik von D.T., dem Unberechenbaren. Denn im Gegensatz zu der deutschen Finanzpolitik, welche sich die "schwarze Null" inzwischen zum Markenzeichen erkoren habe, setze die Administration in Washington weiter auf eine höhere Budgetverschuldung. Wenn man so wolle, seien die niedrigen Renditen für Bundesanleihen auch ein Zeichen für ordentliches Haushalten. Aber natürlich agiere hier die Europäische Zentralbank (EZB) als Bremsklotz, halte sie doch mit Rücksicht auf die schwächelnden "Südländer" den Leitzins in Euroland immer noch niedrig. Angesichts weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank sei daher mit einem anhaltenden Trend zur stärkeren Spreizung der Renditen zu rechnen. Jedoch wie laute ein deutsches Sprichwort? Der Krug gehe so lange zum Brunnen, bis er breche!
Während also das Angebot an "Bunds" am Markt eher rückläufig sei, nehme die Auslandsnachfrage nach US-Treasuries weiter zu. Dazu trage natürlich insbesondere das höhere Zinsniveau in den USA bei, was auch den Kurs des US-Dollar beflügelt habe. Dies werde weiter dazu führen, dass der Geldfluss in die USA anhalte und sicherlich fänden bereits in geringem Umfang Umschichtungen vom Aktien- zum Rentenmarkt statt. Dennoch dürfte der Aktienmarkt mangels Alternativen zunächst noch weiter robust bleiben. Allerdings hänge über allem stets das Damoklesschwert des eigenen Präsidenten Trump, dessen Spiel mit dem Feuer im Nahen Osten oder gegenüber Nordkorea jederzeit zum Flächenbrand ausarten könne - mit unabsehbaren Folgen für die Märkte und die Weltgemeinschaft.
Obwohl bereits am 14. Juni die nächste EZB-Sitzung abgehalten werde, würden die Marktteilnehmer mit Spannung auf den 26. Juli warten. Dann werde sich zeigen, ob die EZB auf ihrer turnusmäßigen Sitzung einen Beschluss über das Ende ihres Bond-Ankaufprogramms von monatlich 30 Mrd. Euro fassen werde. Entsprechende Andeutungen habe der belgische Notenbankchef Jan Smets im "Wall Street Journal" gemacht. Die jüngsten Daten stünden weiter in Einklang mit der wirtschaftlichen Expansion, die sich in einem robusten Tempo fortsetze, habe das EZB-Ratsmitglied gesagt. Von dem kleinen Dämpfer, den die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstumsplus von nunmehr 0,3% im ersten Quartal 2018 erhalten habe, habe Smets zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts gewusst.
Die Geldflut dürfte also ihren Scheitelpunkt gesehen haben. Die Pegel würden aber nur langsam zurückgehen, egal, was die EZB am 26. Juli verkünden werde. Wie der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, gesagt habe, sei eine Erhöhung des Leitzinses durch die Zentralbank "einige Quartale" nach dem Ende der Anleihekäufe wahrscheinlich. Diese Andeutung von de Galhau, der als EZB-Ratsmitglied mit über die Geldpolitik der Notenbank entscheide, werde von Marktbeobachtern in der Art interpretiert, dass die "Well Past"-Periode lediglich sechs Monate umfassen werde.
Die EZB wolle ihre monatlichen Anleihekäufe bekanntlich bis mindestens Ende September dieses Jahres fortführen. Unklar sei die Frage, ob sie dies in irgendeiner Form bis zum Jahresende fortsetze. Ob die Käufe freilich im September oder Dezember enden würden, sei jedoch keine wirklich existenzielle Frage, meine dazu Belgiens Notenbankchef Smets.
Es sei schon wieder eine Woche vergangen, seit die Bank of England (BoE) unter ihrem Chef, Mark Carney, den Leitzins unangetastet gelassen habe. Lange Zeit habe die Zinserhöhung im Mai als ausgemachte Sache gegolten, und so hätten auch zwei der Ratsmitglieder gegen die nicht vollzogene Straffung votiert. Die beiden Abweichler hätten sich für eine Zinsanhebung um 0,25 PP auf 0,75% ausgesprochen. Dass mit 7:2 Stimmen dieser Beschluss gefasst worden sei, sei den zuletzt doch etwas schwachen Wirtschaftsdaten geschuldet gewesen, obwohl nach Meinung der Notenbanker dies wahrscheinlich auf temporäre Faktoren wie extrem schlechtes Wetter zurückzuführen gewesen sei.
Gleichzeitig sei allerdings von Mark Carney, der noch bis Juni 2019 den Vorsitz bei der BoE innehabe, betont worden, dass man die Zinsen erhöhen wolle, um Inflationsgefahren vorzubeugen. Deshalb sei seine Aussage "Sollte sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen im Einklang mit den Prognosen entwickeln, wäre eine weitere Straffung der Geldpolitik angebracht" als Hinweis auf einen möglichen Zinsbeschluss im August interpretiert worden. Unter der Voraussetzung, dass der Brexit geordnet und kontrolliert ablaufe, werde an den Finanzmärkten mit einem Zinsschritt pro Jahr bis 2020 gerechnet. Bemerkenswert hierbei sei, dass sich die Marktteilnehmer mit dieser Geldpolitik der ruhigen Hand ohne weiteres identifizieren könnten.
Als Beispiel hierzu diene die jüngste Platzierung einer 2071 endfälligen Anleihe Großbritanniens, welche über ein Bankenkonsortium an den Markt gebracht worden sei. So hätten Investoren ungeachtet der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des EU-Austrittskandidaten am Dienstag dieser Woche für eine Emission im Volumen von 6 Mrd. GBP Kaufaufträge von über 37 Mrd. GBP erteilt. Die von der britischen Schuldenverwaltung begebene Anleihe habe sich insbesondere bei britischen Lebensversicherern und Pensionskassen gesteigerter Nachfrage erfreut, die damit die langfristigen Verpflichtungen decken würden. Die mit dieser Anleihe zu erzielende Rendite belaufe sich aktuell auf ca. 1,67% p.a.
"Wir brauchen keine Regierung, es funktioniert doch auch ohne eine solche" - mit diesen lapidaren Worten habe Klaus Stopp jüngst augenzwinkernd ein leitender Mitarbeiter einer großen Bank bei einem Arbeitsbesuch in Mailand auf seine Frage nach dem regierungslosen Zustand Italiens geantwortet. Fürwahr, auf den Alltag der italienischen Bevölkerung scheine der Umstand der politischen Lähmung in Rom keinerlei negative Auswirkungen zu haben, was von Stopps Gesprächspartnern eindrucksvoll bestätigt worden sei.
Nun aber könnten die am 4. März gewählten Parteien doch schneller zu einer Regierungskoalition zusammenfinden, als dies in Deutschland in Form der GroKo geschehen sei. Ausgerechnet die rechtsextreme Lega Nord und die populistische linke Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) hätten sich angenähert, nachdem die Gruppierung Forza Italia den Weg dafür freigemacht habe. Damit drohe wirtschafts- und europapolitisch die wohl ungünstigste Allianz, die man sich hätte denken können.
Nicht von Ungefähr hätten die italienischen Staatsanleihen negativ auf die Entwicklung reagiert. Habe der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen vor der Wahl in der Spitze ca. 1,50 PP (23.02.) betragen, so habe dieser am 25.04. sogar auf ca. 1,15 PP verringert werden können. Inzwischen liege der Spread bei rund 1,48 PP und man könne davon ausgehen, dass die Renditedifferenzen die Märkte weiter beschäftigen würden. Je mehr wirtschafts- und europafeindliche Beschlüsse die beiden Regierungsparteien in spe in ihren Koalitionsvertrag hineinschreiben würden, desto größer werde der Renditeunterschied werden.
Für die vorgestrige Spreadverwerfung sei ein anti-europäischer Programmentwurf verantwortlich gewesen, in dem die Lega Nord und die Fünf-Sterne-Bewegung mit einem Schuldenerlass der EZB in Höhe von 250 Mrd. Euro geliebäugelt hätten, was allerdings kurz darauf als überholt dargestellt worden sei. Zuvor habe die "Huffington Post Italia" über einen Entwurf für ein Koalitionspapier der Lega mit der populistischen 5-Sterne-Bewegung berichtet. Dieser habe mögliche Bitten an die EZB enthalten, wonach man den italienischen EU-Beitrag neu verhandeln, die Russlandsanktionen beenden und die Rentenreform von 2011 zurücknehmen wolle. Hinzugekommen sei das Anliegen an Brüssel, wonach die EU-Vorkehrungen treffen solle, die es erlaubten, aus der Währungsunion auszutreten.
Auch wenn 5 Sterne und die Lega erklärt hätten, bei dem europafeindlichen Entwurf vom 14. Mai handele es sich um eine alte Version, zeige das Papier doch, welche Gedankenspiele in den beiden Parteien vorherrschen würden. Da lob' ich mir doch meine italienischen Geschäftspartner, die an dem regierungslosen Zustand vor allem den Vorteil sehen, dass dann wenigstens kein Geld ausgegeben wird, so die Analysten der Baader Bank. Solch ähnliche Sprüche habe man auch aus Belgien gehört, als man zwischen Juni 2010 und Dezember 2011 ohne handlungsfähige Regierung habe auskommen müssen. Bereits damals habe der nicht ganz ernst gemeinte Spruch "Ohne Regierung geht's viel besser" die Runde gemacht.
Die vier griechischen Großbanken hätten den jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht einigermaßen glimpflich überstanden. Die EZB habe sich damit Klarheit über deren Lage verschafft, bevor im August das dritte Rettungsprogramm für Griechenland auslaufe. Laut EZB hätten sich die Kapitalpuffer der Institute Alpha Bank, Eurobank und NBG als halbwegs krisenfest gezeigt. Einzig die Piraeus Bank müsse noch nachbessern. Selbst unter einem von den Prüfern angenommenen Negativszenario seien die Banken laut Test ausreichend kapitalisiert. Im Kern scheinen die Institute also vorangekommen zu sein, so die Analysten der Baader Bank. Dennoch werde es an der Konjunktur liegen, ob Griechenland es schaffe, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen.
Der Test der griechischen Institute gehöre zum EU-weiten Stresstest der EZB und der europäischen Bankenaufsicht EBA. Der Test der vier größten Banken Griechenlands sei aber wegen des Auslaufens des dritten Rettungspakets für Athen vorgezogen worden. Griechische Banken hätten zwar seit Beginn der Schuldenkrise dreimal milliardenschwere Geldspritzen erhalten. Dennoch hätten die Institute zuletzt immer noch auf faulen Krediten in Höhe von 100 Mrd. Euro gesessen. Damit liege der Anteil von Problemkrediten in Griechenland am höchsten im Euroraum.
Dennoch beurteile der Chef des Euro-Rettungsschirms Klaus Regling die Zukunft des Landes zuversichtlich. Athen könne seine riesige Schuldenlast in Höhe von rund 181% des Bruttosozialprodukts voll zurückzahlen. Was dann gefolgt sei, habe aber wie das berühmte "Ja, aber " geklungen. Regling habe nämlich hinzugefügt, dass dies nur dann funktioniere, wenn man die Rückzahlungsverpflichtungen zeitlich lang genug strecke und sie 15% bis 20% der Wirtschaftsleistung nicht überschreiten würden. Noch vor kurzem habe man seitens der EU wiederum einen Schuldenerlass ins Spiel gebracht. Die Gläubiger müssten Solidarität zeigen, um die Erholung des Krisenlandes abzusichern, habe EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici gefordert. Man ahne schon, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.
Die Bravehearts würden der Regierung in London die gelbe Karte zeigen. Erstmals habe sich das schottische Regionalparlament mit der Ablehnung des EU-Austrittsgesetzes gegen einen Beschluss der britischen Regierung gestellt. Mit 93 zu 30 hätten die schottischen Abgeordneten dagegen gestimmt.
Mit dem Votum könne Edinburgh das Gesetz zwar nicht stoppen, es werde aber klar, dass neuer Ärger für die Regierung von Theresa May vorprogrammiert sei. Um zu verhindern, dass am Tag eins nach dem Brexit im März 2019 das Chaos ausbreche, wolle London mit dem EU-Austrittsgesetz das EU-Recht in Großbritannien beseitigen und gleichzeitig alle EU-Vorschriften in nationales Recht überführen.
Die Schotten dagegen würden fordern, dass möglichst viele Fragen, die derzeit von der EU-Kommission in Brüssel geregelt würden, in die Gesetzgebungskompetenz der Regionalregierung wandern würden. Insbesondere gehe es Edinburgh dabei um für Schottland zentrale Bereiche wie Landwirtschaft und Fischerei.
Klar sei, dass mit dem Votum der Schotten das Regierungsleben für May nicht einfacher geworden sei. In London frage man sich ohnehin, wann es zu einer Rebellion EU-freundlicher Abgeordneter kommen werde.
Das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline habe in dieser Woche am Kapitalmarkt drei Anleihen platziert und somit 2,5 Mrd. Euro refinanziert. Die Gattung mit der kürzesten Laufzeit sei am 21.05.2020 endfällig, 750 Mio. Euro schwer und sei als Floating Rate Notes (3 Monats Euribor +20 Bps) zu 100,46% emittiert worden. Die zweite Tranche (ISIN XS1822828122 / WKN A1904B) - im Volumen von 1 Mrd. Euro - sei am 21.05.2026 endfällig. Begeben worden sei die Gattung zu einem Preis von 99,751%, was bei einem jährlichen Kupon von 1,25% einem Emissionsspread von +45 Bps über Mid Swap entsprochen habe.
Der Bond mit der längsten Laufzeit (ISIN XS1822829799 / WKN A1904C, 21.05.2030) sei 750 Mio. Euro schwer und mit einem Kupon von 1,75% p.a. ausgestattet, was bei einem Emissionskurs von 99,85% einem Spread von +57 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Die beiden zuletzt genannten Anleihen seien frühestens drei Monate vor der Endfälligkeit zu pari kündbar. Alle drei Bonds seien in der für institutionelle Kunden üblichen Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro aufgelegt worden.
Im Gegensatz hierzu habe sich die RCI Banque bei ihrer Anleihe (ISIN FR0013334695 / WKN A1905P) für eine Mindeststückelung von 1.000 Euro ausgesprochen und hierbei 750 Mio. Euro aufgenommen. Die Investoren würden hierbei eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,625% erhalten, was bei einem Pricing zu 99,858% einen Spread von +78 Bps über Mid Swap bedeutet habe. Das am 26.05.2026 zur Rückzahlung anstehende Papier könne allerdings bereits ab dem 26.02.2026 zu pari gekündigt werden.
Die Badischen Anilin- und Sodafabriken, BASF, hätten ebenfalls die Kleinanleger im Visier und emittierten zwei Bonds. Die erste Tranche (ISIN XS1823502650 / WKN A2LQ5G) sei am 22.05.2025 endfällig, habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,875%, sei bei 99,568% (+20 Bps über Mid Swap) aufgelegt worden und habe ein Volumen von 750 Mio. Euro. Der zweite Titel (ISIN XS1823502577 / WKN A2LQ5F) sei erst fünf Jahre später fällig, biete eine jährliche Verzinsung von 1,5%, sei bei 98,948% angeboten worden (+37 Bps über Mid Swap) und habe ein Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro.
Sei in den vergangenen Tagen immer wieder das nahende Ende des Ankaufprogramms der EZB ein Thema gewesen, so habe sich der Euro-Bund-Future am gestrigen Mittwoch infolge der möglichen Forderungen der zukünftigen italienischen Regierung nach einem Schuldenschnitt wieder kräftig von seinen Tiefstständen erholen können. Habe man am Dienstag noch das Gefühl gehabt, dass das am 24. April erreichte Low (157,43%) getestet würde, so habe zur Wochenmitte fast die Hälfte des Schwächeanfalls wieder aufgeholt werden können.
Jedoch gebe es nach genauerer Analyse des Charts keinen Grund für eine generelle Entwarnung, sondern es handle sich weiterhin um eine Seitwärtsbewegung in einer Bandbreite von 157,50% bis 159,00% und die gestrige Erholung dürfe getrost als technische Gegenbewegung bezeichnet werden. Aufgrund der robusten Einzelhandelsumsätze in den USA und der Ankündigung des designierten neuen Vizechefs der FED, Richard Clarida, dass weitere Straffungen der Geldpolitik folgen würden, werde vereinzelt bereits wieder von noch drei weiteren Zinsschritten in 2018 gesprochen. Sollte das wirklich so kommen, dann werde das Vermeiden eines Zinsanstiegs in Euroland für die EZB zum Kraftakt.
Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 157,87% und somit innerhalb der avisierten Bandbreite.
Ungeachtet der politischen Schwierigkeiten der US-Regierung unter D.T., dem Unberechenbaren, sei zumindest bei der Refinanzierung in den USA so etwas wie Konstanz zu vermelden. In dieser Handelswoche seien die üblichen Geldmarktpapiere (vier Wochen, drei und sechs Monate) im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD emittiert worden und abgerundet würden die Auktionen mit der gestrigen Aufstockung der 10-jährigen inflationsindexierten Anleihe um 11 Mrd. USD.
In der Eurozone habe am gestrigen Mittwoch lediglich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) um 2 Mrd. Euro auf nunmehr 19 Mrd. Euro aufgestockt. Hierbei seien auf die insgesamt eingereichten Kaufaufträge über nominal 4,416 Mrd. Euro lediglich 1,590 Mrd. Euro bei einer Durchschnittsrendite von 0,62% zugeteilt worden. Der Differenzbetrag sei zur Marktpflege zurückbehalten worden.
Jedoch würden sich am heutigen Tage auch Frankreich und Spanien am Kapitalmarkt präsent zeigen. Spanien werde neben einer neuen 5-jährigen Staatsanleihe auch die Emissionsvolumen von zwei Altemissionen (ISIN ES00000123C7 / WKN A1GNNU, 2026; ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ, 2028) und Frankreich von insgesamt fünf (ISIN FR0013311016 / WKN A19U9A, 2021; ISIN FR0013283686 / WKN A19PMK, 2023; ISIN FR0010899765 / WKN A1AXL4, 2022; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7, 2027; ISIN FR0013209871 / WKN A18675, 2047) erhöhen.
Nun sei es tatsächlich passiert. Mit dem Hamburger Sportverein sei der als "unabsteigbar" geltende Dino der Bundesliga zum ersten Mal abgestiegen und er spiele zumindest in der neuen Saison nur noch in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.
Die aktuelle Kursentwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung erinnere stark an die Form des HSV in der abgelaufenen Spielzeit. Seit Wochen befinde sich der Euro auf dem absteigenden Ast. Die derzeitige Stärke der amerikanischen Währung und die damit einhergehende Schwäche des Euro sowie die geopolitischen Rahmenbedingungen würden der Einheitswährung zu schaffen machen. So sei der Eurokurs zur Wochenmitte auf ein neues Jahrestief bei 1,1764 USD gefallen. Damit habe er sich inzwischen weit von seinem bisherigen Jahreshoch, aufgestellt am 16. Februar bei einem Wechselkurs von 1,2555 USD, entfernt. In einem aktuell schwierigen Marktumfeld handle der Euro heute Morgen bei ca. 1,1815 USD.
Ein weiterhin rasanter und schier nicht enden wollender Kursverfall sei bei der türkischen Landeswährung zu beobachten. Zum einen sorge der Renditeanstieg in den USA bei den Währungen der Schwellenländer und somit auch bei der Türkischen Lira (TRY) für Abgabedruck. Zum anderen seien es aber insbesondere die Äußerungen und Drohungen von Staatspräsident Erdogan in Richtung der heimischen Notenbank, die der eigenen Währung einen immensen Schaden zufügen würden. Somit handle sowohl der US-Dollar (4,5010 TRY) als auch der Euro (5,3247 TRY) auf neuen Allzeithochs. Und daran hätten auch die beiden deutsch-türkischen Fußball-Nationalspieler mit ihrer "Pro Erdogan-Geste" nichts ändern können.
Die Schwäche der Türkischen Lira werde allerdings von vielen Privatanlegern als Chance wahrgenommen und somit seien verstärkt Handelsaktivitäten bei Fremdwährungsanleihen, emittiert in Türkischer Lira zu registrieren. Darüber hinaus würden Bonds lautend auf US-Dollar, Russische Rubel, Südafrikanische Rand sowie auch Mexikanische Peso nachgefragt.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (17.05.2018/alc/a/a)
Da sei zum einen die Kluft zwischen zehnjährigen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen, die inzwischen so groß sei, wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Offenbar würden die Märkte der US-Wirtschaft deutlich mehr zutrauen als der europäischen. Und da sei zum anderen eine Abflachung der Zinskurve in den USA, was als Signal für einen Einbruch der Konjunktur gedeutet werden könne.
Die Rendite auf zehnjährige US-Bonds sei zuletzt auf 3,11% geklettert und habe damit 2,48 Prozentpunkte (PP) über der von gleich laufenden Bundesanleihe gelegen. So groß sei der Spread zuletzt im April 1989 gewesen. Natürlich würden hierbei die Aussichten auf weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank FED eine große Rolle spielen. Unterstützt würden diese Erwartungen durch unverändert robuste Daten aus der US-Wirtschaft.
Getrieben werde die Entwicklung aber auch durch die Schuldenpolitik von D.T., dem Unberechenbaren. Denn im Gegensatz zu der deutschen Finanzpolitik, welche sich die "schwarze Null" inzwischen zum Markenzeichen erkoren habe, setze die Administration in Washington weiter auf eine höhere Budgetverschuldung. Wenn man so wolle, seien die niedrigen Renditen für Bundesanleihen auch ein Zeichen für ordentliches Haushalten. Aber natürlich agiere hier die Europäische Zentralbank (EZB) als Bremsklotz, halte sie doch mit Rücksicht auf die schwächelnden "Südländer" den Leitzins in Euroland immer noch niedrig. Angesichts weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank sei daher mit einem anhaltenden Trend zur stärkeren Spreizung der Renditen zu rechnen. Jedoch wie laute ein deutsches Sprichwort? Der Krug gehe so lange zum Brunnen, bis er breche!
Während also das Angebot an "Bunds" am Markt eher rückläufig sei, nehme die Auslandsnachfrage nach US-Treasuries weiter zu. Dazu trage natürlich insbesondere das höhere Zinsniveau in den USA bei, was auch den Kurs des US-Dollar beflügelt habe. Dies werde weiter dazu führen, dass der Geldfluss in die USA anhalte und sicherlich fänden bereits in geringem Umfang Umschichtungen vom Aktien- zum Rentenmarkt statt. Dennoch dürfte der Aktienmarkt mangels Alternativen zunächst noch weiter robust bleiben. Allerdings hänge über allem stets das Damoklesschwert des eigenen Präsidenten Trump, dessen Spiel mit dem Feuer im Nahen Osten oder gegenüber Nordkorea jederzeit zum Flächenbrand ausarten könne - mit unabsehbaren Folgen für die Märkte und die Weltgemeinschaft.
Obwohl bereits am 14. Juni die nächste EZB-Sitzung abgehalten werde, würden die Marktteilnehmer mit Spannung auf den 26. Juli warten. Dann werde sich zeigen, ob die EZB auf ihrer turnusmäßigen Sitzung einen Beschluss über das Ende ihres Bond-Ankaufprogramms von monatlich 30 Mrd. Euro fassen werde. Entsprechende Andeutungen habe der belgische Notenbankchef Jan Smets im "Wall Street Journal" gemacht. Die jüngsten Daten stünden weiter in Einklang mit der wirtschaftlichen Expansion, die sich in einem robusten Tempo fortsetze, habe das EZB-Ratsmitglied gesagt. Von dem kleinen Dämpfer, den die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstumsplus von nunmehr 0,3% im ersten Quartal 2018 erhalten habe, habe Smets zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts gewusst.
Die Geldflut dürfte also ihren Scheitelpunkt gesehen haben. Die Pegel würden aber nur langsam zurückgehen, egal, was die EZB am 26. Juli verkünden werde. Wie der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, gesagt habe, sei eine Erhöhung des Leitzinses durch die Zentralbank "einige Quartale" nach dem Ende der Anleihekäufe wahrscheinlich. Diese Andeutung von de Galhau, der als EZB-Ratsmitglied mit über die Geldpolitik der Notenbank entscheide, werde von Marktbeobachtern in der Art interpretiert, dass die "Well Past"-Periode lediglich sechs Monate umfassen werde.
Die EZB wolle ihre monatlichen Anleihekäufe bekanntlich bis mindestens Ende September dieses Jahres fortführen. Unklar sei die Frage, ob sie dies in irgendeiner Form bis zum Jahresende fortsetze. Ob die Käufe freilich im September oder Dezember enden würden, sei jedoch keine wirklich existenzielle Frage, meine dazu Belgiens Notenbankchef Smets.
Es sei schon wieder eine Woche vergangen, seit die Bank of England (BoE) unter ihrem Chef, Mark Carney, den Leitzins unangetastet gelassen habe. Lange Zeit habe die Zinserhöhung im Mai als ausgemachte Sache gegolten, und so hätten auch zwei der Ratsmitglieder gegen die nicht vollzogene Straffung votiert. Die beiden Abweichler hätten sich für eine Zinsanhebung um 0,25 PP auf 0,75% ausgesprochen. Dass mit 7:2 Stimmen dieser Beschluss gefasst worden sei, sei den zuletzt doch etwas schwachen Wirtschaftsdaten geschuldet gewesen, obwohl nach Meinung der Notenbanker dies wahrscheinlich auf temporäre Faktoren wie extrem schlechtes Wetter zurückzuführen gewesen sei.
Gleichzeitig sei allerdings von Mark Carney, der noch bis Juni 2019 den Vorsitz bei der BoE innehabe, betont worden, dass man die Zinsen erhöhen wolle, um Inflationsgefahren vorzubeugen. Deshalb sei seine Aussage "Sollte sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen im Einklang mit den Prognosen entwickeln, wäre eine weitere Straffung der Geldpolitik angebracht" als Hinweis auf einen möglichen Zinsbeschluss im August interpretiert worden. Unter der Voraussetzung, dass der Brexit geordnet und kontrolliert ablaufe, werde an den Finanzmärkten mit einem Zinsschritt pro Jahr bis 2020 gerechnet. Bemerkenswert hierbei sei, dass sich die Marktteilnehmer mit dieser Geldpolitik der ruhigen Hand ohne weiteres identifizieren könnten.
Als Beispiel hierzu diene die jüngste Platzierung einer 2071 endfälligen Anleihe Großbritanniens, welche über ein Bankenkonsortium an den Markt gebracht worden sei. So hätten Investoren ungeachtet der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des EU-Austrittskandidaten am Dienstag dieser Woche für eine Emission im Volumen von 6 Mrd. GBP Kaufaufträge von über 37 Mrd. GBP erteilt. Die von der britischen Schuldenverwaltung begebene Anleihe habe sich insbesondere bei britischen Lebensversicherern und Pensionskassen gesteigerter Nachfrage erfreut, die damit die langfristigen Verpflichtungen decken würden. Die mit dieser Anleihe zu erzielende Rendite belaufe sich aktuell auf ca. 1,67% p.a.
"Wir brauchen keine Regierung, es funktioniert doch auch ohne eine solche" - mit diesen lapidaren Worten habe Klaus Stopp jüngst augenzwinkernd ein leitender Mitarbeiter einer großen Bank bei einem Arbeitsbesuch in Mailand auf seine Frage nach dem regierungslosen Zustand Italiens geantwortet. Fürwahr, auf den Alltag der italienischen Bevölkerung scheine der Umstand der politischen Lähmung in Rom keinerlei negative Auswirkungen zu haben, was von Stopps Gesprächspartnern eindrucksvoll bestätigt worden sei.
Nun aber könnten die am 4. März gewählten Parteien doch schneller zu einer Regierungskoalition zusammenfinden, als dies in Deutschland in Form der GroKo geschehen sei. Ausgerechnet die rechtsextreme Lega Nord und die populistische linke Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) hätten sich angenähert, nachdem die Gruppierung Forza Italia den Weg dafür freigemacht habe. Damit drohe wirtschafts- und europapolitisch die wohl ungünstigste Allianz, die man sich hätte denken können.
Nicht von Ungefähr hätten die italienischen Staatsanleihen negativ auf die Entwicklung reagiert. Habe der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen vor der Wahl in der Spitze ca. 1,50 PP (23.02.) betragen, so habe dieser am 25.04. sogar auf ca. 1,15 PP verringert werden können. Inzwischen liege der Spread bei rund 1,48 PP und man könne davon ausgehen, dass die Renditedifferenzen die Märkte weiter beschäftigen würden. Je mehr wirtschafts- und europafeindliche Beschlüsse die beiden Regierungsparteien in spe in ihren Koalitionsvertrag hineinschreiben würden, desto größer werde der Renditeunterschied werden.
Für die vorgestrige Spreadverwerfung sei ein anti-europäischer Programmentwurf verantwortlich gewesen, in dem die Lega Nord und die Fünf-Sterne-Bewegung mit einem Schuldenerlass der EZB in Höhe von 250 Mrd. Euro geliebäugelt hätten, was allerdings kurz darauf als überholt dargestellt worden sei. Zuvor habe die "Huffington Post Italia" über einen Entwurf für ein Koalitionspapier der Lega mit der populistischen 5-Sterne-Bewegung berichtet. Dieser habe mögliche Bitten an die EZB enthalten, wonach man den italienischen EU-Beitrag neu verhandeln, die Russlandsanktionen beenden und die Rentenreform von 2011 zurücknehmen wolle. Hinzugekommen sei das Anliegen an Brüssel, wonach die EU-Vorkehrungen treffen solle, die es erlaubten, aus der Währungsunion auszutreten.
Auch wenn 5 Sterne und die Lega erklärt hätten, bei dem europafeindlichen Entwurf vom 14. Mai handele es sich um eine alte Version, zeige das Papier doch, welche Gedankenspiele in den beiden Parteien vorherrschen würden. Da lob' ich mir doch meine italienischen Geschäftspartner, die an dem regierungslosen Zustand vor allem den Vorteil sehen, dass dann wenigstens kein Geld ausgegeben wird, so die Analysten der Baader Bank. Solch ähnliche Sprüche habe man auch aus Belgien gehört, als man zwischen Juni 2010 und Dezember 2011 ohne handlungsfähige Regierung habe auskommen müssen. Bereits damals habe der nicht ganz ernst gemeinte Spruch "Ohne Regierung geht's viel besser" die Runde gemacht.
Die vier griechischen Großbanken hätten den jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht einigermaßen glimpflich überstanden. Die EZB habe sich damit Klarheit über deren Lage verschafft, bevor im August das dritte Rettungsprogramm für Griechenland auslaufe. Laut EZB hätten sich die Kapitalpuffer der Institute Alpha Bank, Eurobank und NBG als halbwegs krisenfest gezeigt. Einzig die Piraeus Bank müsse noch nachbessern. Selbst unter einem von den Prüfern angenommenen Negativszenario seien die Banken laut Test ausreichend kapitalisiert. Im Kern scheinen die Institute also vorangekommen zu sein, so die Analysten der Baader Bank. Dennoch werde es an der Konjunktur liegen, ob Griechenland es schaffe, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen.
Der Test der griechischen Institute gehöre zum EU-weiten Stresstest der EZB und der europäischen Bankenaufsicht EBA. Der Test der vier größten Banken Griechenlands sei aber wegen des Auslaufens des dritten Rettungspakets für Athen vorgezogen worden. Griechische Banken hätten zwar seit Beginn der Schuldenkrise dreimal milliardenschwere Geldspritzen erhalten. Dennoch hätten die Institute zuletzt immer noch auf faulen Krediten in Höhe von 100 Mrd. Euro gesessen. Damit liege der Anteil von Problemkrediten in Griechenland am höchsten im Euroraum.
Dennoch beurteile der Chef des Euro-Rettungsschirms Klaus Regling die Zukunft des Landes zuversichtlich. Athen könne seine riesige Schuldenlast in Höhe von rund 181% des Bruttosozialprodukts voll zurückzahlen. Was dann gefolgt sei, habe aber wie das berühmte "Ja, aber " geklungen. Regling habe nämlich hinzugefügt, dass dies nur dann funktioniere, wenn man die Rückzahlungsverpflichtungen zeitlich lang genug strecke und sie 15% bis 20% der Wirtschaftsleistung nicht überschreiten würden. Noch vor kurzem habe man seitens der EU wiederum einen Schuldenerlass ins Spiel gebracht. Die Gläubiger müssten Solidarität zeigen, um die Erholung des Krisenlandes abzusichern, habe EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici gefordert. Man ahne schon, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.
Die Bravehearts würden der Regierung in London die gelbe Karte zeigen. Erstmals habe sich das schottische Regionalparlament mit der Ablehnung des EU-Austrittsgesetzes gegen einen Beschluss der britischen Regierung gestellt. Mit 93 zu 30 hätten die schottischen Abgeordneten dagegen gestimmt.
Die Schotten dagegen würden fordern, dass möglichst viele Fragen, die derzeit von der EU-Kommission in Brüssel geregelt würden, in die Gesetzgebungskompetenz der Regionalregierung wandern würden. Insbesondere gehe es Edinburgh dabei um für Schottland zentrale Bereiche wie Landwirtschaft und Fischerei.
Klar sei, dass mit dem Votum der Schotten das Regierungsleben für May nicht einfacher geworden sei. In London frage man sich ohnehin, wann es zu einer Rebellion EU-freundlicher Abgeordneter kommen werde.
Das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline habe in dieser Woche am Kapitalmarkt drei Anleihen platziert und somit 2,5 Mrd. Euro refinanziert. Die Gattung mit der kürzesten Laufzeit sei am 21.05.2020 endfällig, 750 Mio. Euro schwer und sei als Floating Rate Notes (3 Monats Euribor +20 Bps) zu 100,46% emittiert worden. Die zweite Tranche (ISIN XS1822828122 / WKN A1904B) - im Volumen von 1 Mrd. Euro - sei am 21.05.2026 endfällig. Begeben worden sei die Gattung zu einem Preis von 99,751%, was bei einem jährlichen Kupon von 1,25% einem Emissionsspread von +45 Bps über Mid Swap entsprochen habe.
Der Bond mit der längsten Laufzeit (ISIN XS1822829799 / WKN A1904C, 21.05.2030) sei 750 Mio. Euro schwer und mit einem Kupon von 1,75% p.a. ausgestattet, was bei einem Emissionskurs von 99,85% einem Spread von +57 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Die beiden zuletzt genannten Anleihen seien frühestens drei Monate vor der Endfälligkeit zu pari kündbar. Alle drei Bonds seien in der für institutionelle Kunden üblichen Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro aufgelegt worden.
Im Gegensatz hierzu habe sich die RCI Banque bei ihrer Anleihe (ISIN FR0013334695 / WKN A1905P) für eine Mindeststückelung von 1.000 Euro ausgesprochen und hierbei 750 Mio. Euro aufgenommen. Die Investoren würden hierbei eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,625% erhalten, was bei einem Pricing zu 99,858% einen Spread von +78 Bps über Mid Swap bedeutet habe. Das am 26.05.2026 zur Rückzahlung anstehende Papier könne allerdings bereits ab dem 26.02.2026 zu pari gekündigt werden.
Die Badischen Anilin- und Sodafabriken, BASF, hätten ebenfalls die Kleinanleger im Visier und emittierten zwei Bonds. Die erste Tranche (ISIN XS1823502650 / WKN A2LQ5G) sei am 22.05.2025 endfällig, habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,875%, sei bei 99,568% (+20 Bps über Mid Swap) aufgelegt worden und habe ein Volumen von 750 Mio. Euro. Der zweite Titel (ISIN XS1823502577 / WKN A2LQ5F) sei erst fünf Jahre später fällig, biete eine jährliche Verzinsung von 1,5%, sei bei 98,948% angeboten worden (+37 Bps über Mid Swap) und habe ein Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro.
Sei in den vergangenen Tagen immer wieder das nahende Ende des Ankaufprogramms der EZB ein Thema gewesen, so habe sich der Euro-Bund-Future am gestrigen Mittwoch infolge der möglichen Forderungen der zukünftigen italienischen Regierung nach einem Schuldenschnitt wieder kräftig von seinen Tiefstständen erholen können. Habe man am Dienstag noch das Gefühl gehabt, dass das am 24. April erreichte Low (157,43%) getestet würde, so habe zur Wochenmitte fast die Hälfte des Schwächeanfalls wieder aufgeholt werden können.
Jedoch gebe es nach genauerer Analyse des Charts keinen Grund für eine generelle Entwarnung, sondern es handle sich weiterhin um eine Seitwärtsbewegung in einer Bandbreite von 157,50% bis 159,00% und die gestrige Erholung dürfe getrost als technische Gegenbewegung bezeichnet werden. Aufgrund der robusten Einzelhandelsumsätze in den USA und der Ankündigung des designierten neuen Vizechefs der FED, Richard Clarida, dass weitere Straffungen der Geldpolitik folgen würden, werde vereinzelt bereits wieder von noch drei weiteren Zinsschritten in 2018 gesprochen. Sollte das wirklich so kommen, dann werde das Vermeiden eines Zinsanstiegs in Euroland für die EZB zum Kraftakt.
Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 157,87% und somit innerhalb der avisierten Bandbreite.
Ungeachtet der politischen Schwierigkeiten der US-Regierung unter D.T., dem Unberechenbaren, sei zumindest bei der Refinanzierung in den USA so etwas wie Konstanz zu vermelden. In dieser Handelswoche seien die üblichen Geldmarktpapiere (vier Wochen, drei und sechs Monate) im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD emittiert worden und abgerundet würden die Auktionen mit der gestrigen Aufstockung der 10-jährigen inflationsindexierten Anleihe um 11 Mrd. USD.
In der Eurozone habe am gestrigen Mittwoch lediglich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) um 2 Mrd. Euro auf nunmehr 19 Mrd. Euro aufgestockt. Hierbei seien auf die insgesamt eingereichten Kaufaufträge über nominal 4,416 Mrd. Euro lediglich 1,590 Mrd. Euro bei einer Durchschnittsrendite von 0,62% zugeteilt worden. Der Differenzbetrag sei zur Marktpflege zurückbehalten worden.
Jedoch würden sich am heutigen Tage auch Frankreich und Spanien am Kapitalmarkt präsent zeigen. Spanien werde neben einer neuen 5-jährigen Staatsanleihe auch die Emissionsvolumen von zwei Altemissionen (ISIN ES00000123C7 / WKN A1GNNU, 2026; ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ, 2028) und Frankreich von insgesamt fünf (ISIN FR0013311016 / WKN A19U9A, 2021; ISIN FR0013283686 / WKN A19PMK, 2023; ISIN FR0010899765 / WKN A1AXL4, 2022; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7, 2027; ISIN FR0013209871 / WKN A18675, 2047) erhöhen.
Nun sei es tatsächlich passiert. Mit dem Hamburger Sportverein sei der als "unabsteigbar" geltende Dino der Bundesliga zum ersten Mal abgestiegen und er spiele zumindest in der neuen Saison nur noch in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.
Die aktuelle Kursentwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung erinnere stark an die Form des HSV in der abgelaufenen Spielzeit. Seit Wochen befinde sich der Euro auf dem absteigenden Ast. Die derzeitige Stärke der amerikanischen Währung und die damit einhergehende Schwäche des Euro sowie die geopolitischen Rahmenbedingungen würden der Einheitswährung zu schaffen machen. So sei der Eurokurs zur Wochenmitte auf ein neues Jahrestief bei 1,1764 USD gefallen. Damit habe er sich inzwischen weit von seinem bisherigen Jahreshoch, aufgestellt am 16. Februar bei einem Wechselkurs von 1,2555 USD, entfernt. In einem aktuell schwierigen Marktumfeld handle der Euro heute Morgen bei ca. 1,1815 USD.
Ein weiterhin rasanter und schier nicht enden wollender Kursverfall sei bei der türkischen Landeswährung zu beobachten. Zum einen sorge der Renditeanstieg in den USA bei den Währungen der Schwellenländer und somit auch bei der Türkischen Lira (TRY) für Abgabedruck. Zum anderen seien es aber insbesondere die Äußerungen und Drohungen von Staatspräsident Erdogan in Richtung der heimischen Notenbank, die der eigenen Währung einen immensen Schaden zufügen würden. Somit handle sowohl der US-Dollar (4,5010 TRY) als auch der Euro (5,3247 TRY) auf neuen Allzeithochs. Und daran hätten auch die beiden deutsch-türkischen Fußball-Nationalspieler mit ihrer "Pro Erdogan-Geste" nichts ändern können.
Die Schwäche der Türkischen Lira werde allerdings von vielen Privatanlegern als Chance wahrgenommen und somit seien verstärkt Handelsaktivitäten bei Fremdwährungsanleihen, emittiert in Türkischer Lira zu registrieren. Darüber hinaus würden Bonds lautend auf US-Dollar, Russische Rubel, Südafrikanische Rand sowie auch Mexikanische Peso nachgefragt.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (17.05.2018/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel




