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Renditenanstieg droht weltweit wegen Interdependenz der Märkte


15.08.13 09:11
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit ihrem Programm der quantitativen Lockerungen (QE) kauft die US-Notenbank (FED) monatlich USD 85 Mrd. Staatsanleihen und Hypothekenpapiere, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

In ihrem Portfolio seien die Bestände an Treasuries von USD 500 Mrd. 2009 auf inzwischen 2000 Mrd. gestiegen. Allein die Ankündigung von FED-Präsident Bernanke, unter bestimmten Bedingungen diese Käufe (ab möglicherweise September) allmählich wieder zurück zu fahren und Mitte 2014 auslaufen zu lassen, habe die Finanzmärkte in Panik versetzt.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries hätten sich von 1,66% am 01.05.2013 auf 2,74% am 01.08.2013 um rund einen ganzen Prozentpunkt erhöht. Rein rechnerisch würden sich damit Kursverluste von rund USD 190 Mrd. ergeben. Zum Vergleich: Die US-Bundesregierung zahle dieses Jahr Soll-Zinsen in Höhe von USD 220 Mrd. und 2023 solche von 823 Mrd. Das unabhängige Budgetbüro des US-Kongresses (CBO) nehme an, dass die Renditen der 10-j Treasuries bis 2018 auf 5,2% ansteigen würden.

Die Kursverluste stünden zunächst nur auf dem Papier. Sie würden erst realisiert, wenn die FED die Papiere am Markt verkaufe. Das werde sie aber nicht tun, denn dann würde der Rentenmarkt einen Crash erleben. Doch am Ende der Laufzeit müssten die Papiere getilgt werden. Die Tilgung erfolge durch eine Neuemission des Staates zu dann vermutlich erheblich höheren Renditen.

Wenn die FED es mit der Rückführung von QE ernst meine, dann werde sie die Neuemission nicht finanzieren. Doch wer werde dann der Käufer sein? Non-Residents würden keine US-Treasuries mehr kaufen, private Haushalte hätten nur eine sehr geringe Sparquote, inländische Institutionelle würden keine Treasuries kaufen, deren Kurse zu fallen drohen würden. Es werde ein Teufelskreis. Mit QE sei nur Zeit gekauft worden, die Rechnung komme später. Wegen der Interdependenz der Märkte drohe weltweit ein Renditenanstieg. (Ausgabe vom 14.08.2013) (15.08.2013/alc/a/a)