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Renten: Bei Geldanlagen den Ball vorerst flach halten
15.01.15 16:44
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Jetzt ist Wirklichkeit geworden, was zu befürchten war: Negative Zinsen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Renditen der Benchmarkanleihen in der Eurozone lägen bis in den Laufzeitenbereich von 5 Jahren unter der Marke von 0%. Der Zehnjahresbereich rentiere auf historischem Tiefstand von 0,43%. Doch das gigantische QE der EZB dürfte konjunkturell kaum wirken. Sparer, Anleger, Finanzmanager von Lebensversicherungen oder Rentenfonds, die Geld anzulegen hätten, würden in lange Laufzeiten gedrängt oder müssten Schuldverschreibungen von Schuldnern mit minderer Qualität akzeptieren.
Aber selbst einmische Pfandbriefe würden im Fünfjahresbereich gerade 0,5% bieten. Da bleibe nach Steuern und Bankgebühren nichts mehr übrig, und der Anleger müsse zusätzlich noch das Risiko eines Zahlungsausfalls oder Schuldenschnitts tragen, wie es jetzt wieder der Fall Griechenland vor Augen führe.
In Obligationen auszuweichen, die auf andere Währungen als Euro lauten würden, erscheine auch nicht sonderlich interessant. Die Schweiz biete nach der Freigabe des Wechselkurses noch niedrigere Zinsen als im EUR. In Großbritannien stünden Wahlen mit unsicheren Aussichten bevor. Diese und die Entwicklung der Leistungsbilanz könnten das Pfund Sterling wieder drücken.
Die Norwegische Krone belaste der gesunkene Ölpreis. In mehreren Ländern Europas hätten die Protestparteien bei den bevorstehenden Wahlen Aufwind. Der Yen falle wegen des Scheiterns der Abenomics und der höchsten Staatsverschuldung der Welt von rund 250% des BIP. China sei jetzt zwar die größte Volkswirtschaft der Welt, doch die Verschuldung der Sektoren bleibe undurchsichtig, und der Renminbi sei nicht frei konvertibel.
In den USA habe die FED zwar eine Normalisierung der Zinsstruktur versprochen, doch mit steigenden Geldmarktzinsen würden dort auch die Rentenrenditen wieder anziehen. Bei einem von Mainstream erwarteten Anstieg der FED Funds Rate von 0 auf 0,75% könnten die Renditen der 10-j Treasuries von derzeit 1,88% auf 3 bis 3,5% (Kursverluste von rd. 15%) klettern. In Anbetracht der gigantischen Verschuldung der USA würden steigende Zinsen/Renditen jede Konjunkturerholung abwürgen. Die erwartete Wende in der Geldpolitik sei damit keineswegs sicher.
Vielleicht gebe es in 2016 schon wieder ein QE4. Eine Verschiebung der Wende aber könnte an den Devisenmärkten wieder zu einem USD-Rückgang führen. Auch den EM-Bonds (Emerging Markets) stünden turbulente Zeiten bevor.
Die Glaubwürdigkeit der Notenbanken stehe auf dem Spiel. Bei Anlagen in verzinslichen Wertpapieren habe die Einschätzung des Risikos Priorität. Besser den Ball flach halten und liquide bleiben. (15.01.2015/alc/a/a)
Die Renditen der Benchmarkanleihen in der Eurozone lägen bis in den Laufzeitenbereich von 5 Jahren unter der Marke von 0%. Der Zehnjahresbereich rentiere auf historischem Tiefstand von 0,43%. Doch das gigantische QE der EZB dürfte konjunkturell kaum wirken. Sparer, Anleger, Finanzmanager von Lebensversicherungen oder Rentenfonds, die Geld anzulegen hätten, würden in lange Laufzeiten gedrängt oder müssten Schuldverschreibungen von Schuldnern mit minderer Qualität akzeptieren.
Aber selbst einmische Pfandbriefe würden im Fünfjahresbereich gerade 0,5% bieten. Da bleibe nach Steuern und Bankgebühren nichts mehr übrig, und der Anleger müsse zusätzlich noch das Risiko eines Zahlungsausfalls oder Schuldenschnitts tragen, wie es jetzt wieder der Fall Griechenland vor Augen führe.
Die Norwegische Krone belaste der gesunkene Ölpreis. In mehreren Ländern Europas hätten die Protestparteien bei den bevorstehenden Wahlen Aufwind. Der Yen falle wegen des Scheiterns der Abenomics und der höchsten Staatsverschuldung der Welt von rund 250% des BIP. China sei jetzt zwar die größte Volkswirtschaft der Welt, doch die Verschuldung der Sektoren bleibe undurchsichtig, und der Renminbi sei nicht frei konvertibel.
In den USA habe die FED zwar eine Normalisierung der Zinsstruktur versprochen, doch mit steigenden Geldmarktzinsen würden dort auch die Rentenrenditen wieder anziehen. Bei einem von Mainstream erwarteten Anstieg der FED Funds Rate von 0 auf 0,75% könnten die Renditen der 10-j Treasuries von derzeit 1,88% auf 3 bis 3,5% (Kursverluste von rd. 15%) klettern. In Anbetracht der gigantischen Verschuldung der USA würden steigende Zinsen/Renditen jede Konjunkturerholung abwürgen. Die erwartete Wende in der Geldpolitik sei damit keineswegs sicher.
Vielleicht gebe es in 2016 schon wieder ein QE4. Eine Verschiebung der Wende aber könnte an den Devisenmärkten wieder zu einem USD-Rückgang führen. Auch den EM-Bonds (Emerging Markets) stünden turbulente Zeiten bevor.
Die Glaubwürdigkeit der Notenbanken stehe auf dem Spiel. Bei Anlagen in verzinslichen Wertpapieren habe die Einschätzung des Risikos Priorität. Besser den Ball flach halten und liquide bleiben. (15.01.2015/alc/a/a)


