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Renten: Überhitzung der Erwartungen in die Geldpolitik
22.05.14 15:43
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit Spannung erwarten die Finanzmärkte die nächste EZB Sitzung am 6. Juni 2014, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
EZB-Präsident Draghi habe eine Überprüfung der Geldpolitik angekündigt. Sogar die OECD und der IWF würden weitere Lockerungen fordern. Jetzt würden die Märkte über eine Senkung der Leitzinsen von 0,25% auf 0,10%, über eine Erhöhung der Inflationsraten und eine Abschwächung des EUR, über neue Geldspritzen, steigende Aktienkurse und sinkende Rentenrenditen spekulieren. Bei den bevorstehenden Europawahlen wollten sich einige Kandidaten für eine aktive Wechselkurspolitik durch die EZB einsetzen.
Das alles sehe schon fast wie eine Überhitzung der Erwartungen aus. Die Aktienkurse seien schon nahe historischer Höchststände, die 10-Jahresrenditen nahe historischer Tiefstände, die Renditenstrukturkurve sei schon äußerst flach. Und wer bei 0,25% Leitzins nicht investiere, der werde es auch nicht bei 0,10% tun. An den Devisenmärkten ist eigentlich der EUR gab nicht fest, sondern der USD ist schwach wegen der Überschuldungsprobleme in den USA (Zwillingsdefizite), so die Experten von "fairesearch".
So könnten die hochgesteckten Börsenerwartungen auch durchaus eine Ernüchterung erfahren. Die Gefahren einer Deflation in der Eurozone würden übertrieben. Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturfrühindikatoren (Geschäftsklima, Einkaufsmanager, Verbrauchervertrauen u.a.) seien positiv. Der Anstieg der Konsumentenpreise tendiere eher in Richtung 2% und darüber. Die Realzinsen seien bereits negativ und würden von allein Konjunktur stimulierend wirken.
Die USA und die Eurozone würden kurzfristig von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland profitieren, die wegen der geopolitischen Turbulenzen nach einem "sicheren Hafen" suchen würden. Sie hätten den Renditenrückgang in beiden Währungen in den letzten Wochen herbeigeführt. Doch das könne sich auch schnell wieder ändern. Noch immer würden die FED monatlich USD 45 Mrd. und die BoJ USD 75 Mrd. Festverzinsliche an den Märkten kaufen und diese mit Liquidität überschwemmen. Auch die EZB schüre Erwartungen über quantitative Lockerungen.
Eine weitere Zinssenkung würde die öffentlichen Haushalte noch ein wenig mehr entlasten, doch andererseits den Reformwillen zur Haushaltssanierung, der ohnehin schon sehr zu wünschen übrig lasse, noch weiter vermindern. Niemand scheine es als "unmoralisch" zu empfinden, durch die Höhe der Schulden kommende Generationen unerträglich zu belasten.
Wie auch immer die Entscheidungen der EZB über die Gestaltung der Geldpolitik ausfallen und die Börsenreaktionen kurzfristig anregen mögen würden, so würden doch die mittel- bis längerfristigen Aussichten mit erheblichen Risiken belastet bleiben. (22.05.2014/alc/a/a)
EZB-Präsident Draghi habe eine Überprüfung der Geldpolitik angekündigt. Sogar die OECD und der IWF würden weitere Lockerungen fordern. Jetzt würden die Märkte über eine Senkung der Leitzinsen von 0,25% auf 0,10%, über eine Erhöhung der Inflationsraten und eine Abschwächung des EUR, über neue Geldspritzen, steigende Aktienkurse und sinkende Rentenrenditen spekulieren. Bei den bevorstehenden Europawahlen wollten sich einige Kandidaten für eine aktive Wechselkurspolitik durch die EZB einsetzen.
Das alles sehe schon fast wie eine Überhitzung der Erwartungen aus. Die Aktienkurse seien schon nahe historischer Höchststände, die 10-Jahresrenditen nahe historischer Tiefstände, die Renditenstrukturkurve sei schon äußerst flach. Und wer bei 0,25% Leitzins nicht investiere, der werde es auch nicht bei 0,10% tun. An den Devisenmärkten ist eigentlich der EUR gab nicht fest, sondern der USD ist schwach wegen der Überschuldungsprobleme in den USA (Zwillingsdefizite), so die Experten von "fairesearch".
Die USA und die Eurozone würden kurzfristig von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland profitieren, die wegen der geopolitischen Turbulenzen nach einem "sicheren Hafen" suchen würden. Sie hätten den Renditenrückgang in beiden Währungen in den letzten Wochen herbeigeführt. Doch das könne sich auch schnell wieder ändern. Noch immer würden die FED monatlich USD 45 Mrd. und die BoJ USD 75 Mrd. Festverzinsliche an den Märkten kaufen und diese mit Liquidität überschwemmen. Auch die EZB schüre Erwartungen über quantitative Lockerungen.
Eine weitere Zinssenkung würde die öffentlichen Haushalte noch ein wenig mehr entlasten, doch andererseits den Reformwillen zur Haushaltssanierung, der ohnehin schon sehr zu wünschen übrig lasse, noch weiter vermindern. Niemand scheine es als "unmoralisch" zu empfinden, durch die Höhe der Schulden kommende Generationen unerträglich zu belasten.
Wie auch immer die Entscheidungen der EZB über die Gestaltung der Geldpolitik ausfallen und die Börsenreaktionen kurzfristig anregen mögen würden, so würden doch die mittel- bis längerfristigen Aussichten mit erheblichen Risiken belastet bleiben. (22.05.2014/alc/a/a)


