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Rentenmärkte: Kräftiger Renditeanstieg
07.02.13 13:27
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Der Streit um den US-Haushalt wurde im Januar beigelegt, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Die automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen hätten somit abgewendet werden können. Die temporäre Senkung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung sei allerdings aufgehoben worden. Damit dürfte sich das verfügbare Einkommen der meisten US-Haushalte in diesem Jahr verringern. Das Verbrauchervertrauen sei im Januar bereits auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Das Repräsentantenhaus habe im Januar einem Gesetz zugestimmt, das der Regierung noch bis Mitte Mai erlaube, trotz Erreichen der gesetzlichen Schuldengrenze neue Kredite aufzunehmen.
Welche Auswirkungen staatliche Ausgabenkürzungen auf das Wirtschaftswachstum haben könnten, habe das 4. Quartal gezeigt. In diesem Zeitraum habe es überraschend stagniert. Ein Rückgang der Verteidigungsausgaben sei einer der Auslöser hierfür gewesen, die Ausrüstungsinvestitionen und der private Verbrauch hätten sich hingegen ordentlich entwickelt. Der US-Arbeitsmarkt habe sich nicht von den Diskussionen um den US-Haushalt beeindrucken lassen. Der Stellenzuwachs habe mit 155.000 in der Nähe der Vormonatswerte gelegen. Der Immobilienmarkt entwickle sich weiterhin positiv, für den Dezember sei ein weiterer Anstieg der Baubeginne um 12% verzeichnet worden. Aufgrund der niedrigen Zinsen dürfte sich die Erholung am Immobilienmarkt in diesem Jahr fortsetzen.
In der deutschen Wirtschaft setze sich die Stimmungsaufhellung im neuen Jahr fort. Sowohl das ifo-Geschäftsklima als auch der ZEW-Index hätten stärker als erwartet zulegen können. Beide Indikatoren würden für das neue Jahr ein Ende der Schwächeperiode anzeigen, der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte somit auf das 4. Quartal 2012 beschränkt bleiben.
Auch in anderen Teilen der Eurozone zeichne sich eine Verbesserung der Stimmung ab. Die Einkaufsmanagerindices hätten im abgelaufenen Monat ebenfalls stärker als erwartet zulegen können. Ein Ende der Rezession im Jahr 2013 werde damit für die Eurozone immer wahrscheinlicher. In Frankreich habe sich die Stimmung allerdings verschlechtert. Die Reformpolitik des französischen Präsidenten Hollande sorge bei den französischen Unternehmern momentan für wenig Zuversicht.
Aufgrund der niedrigen Renditen für Anleihen aus den Kernstaaten der Eurozone würden Investoren vermehrt höhere Renditen am Rand der Eurozone suchen. Bei der Emission einer 10-jährigen Staatsanleihe aus Spanien hätten sich die eingegangenen Orders auf 23 Milliarden Euro belaufen, dies sei das höchste Ordervolumen gewesen, das je bei einer Emission des spanischen Staates verzeichnet worden sei. Portugal habe die gestiegene Risikoneigung vieler Investoren für die Rückkehr an den Primärmarkt genutzt. Bei der ersten Anleiheemission seit der Flucht unter den Eurorettungsschirm, vor fast zwei Jahren, habe Portugal eine fünfjährige Anleihe erfolgreich bei den Investoren platzieren können.
Die Stimmung am Rentenmarkt sei allerdings nach wie vor anfällig für Rückschläge. Die gesunkenen Risikoaufschläge bei den schwächeren Staaten der Eurozone seien in erster Linie auf die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen. Die Fundamentaldaten dieser Länder könnten die gesunkenen Risikoaufschläge noch nicht rechtfertigen. Insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Eurozone könne eine weitere Sanierung der Staatshaushalte erschweren.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen sei die 10-jährige Rendite deutscher Staatsanleihen zum Jahresanfang recht deutlich gestiegen. Die Einigung im US-Haushaltsstreit habe die Risikoneigung der Investoren erhöht und damit die Nachfrage nach den sicheren Häfen (Bundesanleihen oder US-Treasuries) gesenkt. Charttechnisch werde mit dem Renditeanstieg auf 1,61% nun der Versuch unternommen, aus dem seit April 2012 bestehenden Seitwärtstrend auszubrechen. Die Aufwärtsbewegung dürfte in den nächsten Wochen jedoch an Schwung verlieren.
Bei den 10-jährigen US-Treasuries habe ein ähnlicher Trend zu steigenden Renditen festgestellt werden können. Mit einem Niveau von 1,96% liege sie aktuell auf dem höchsten Stand seit April 2012. Der bisherige Widerstand bei 1,84% sei problemlos überwunden worden und habe in den letzten Tagen als Unterstützung gewirkt. Der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend sei gelungen. (Ausgabe Februar 2013) (07.02.2013/alc/a/a)
Die automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen hätten somit abgewendet werden können. Die temporäre Senkung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung sei allerdings aufgehoben worden. Damit dürfte sich das verfügbare Einkommen der meisten US-Haushalte in diesem Jahr verringern. Das Verbrauchervertrauen sei im Januar bereits auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Das Repräsentantenhaus habe im Januar einem Gesetz zugestimmt, das der Regierung noch bis Mitte Mai erlaube, trotz Erreichen der gesetzlichen Schuldengrenze neue Kredite aufzunehmen.
Welche Auswirkungen staatliche Ausgabenkürzungen auf das Wirtschaftswachstum haben könnten, habe das 4. Quartal gezeigt. In diesem Zeitraum habe es überraschend stagniert. Ein Rückgang der Verteidigungsausgaben sei einer der Auslöser hierfür gewesen, die Ausrüstungsinvestitionen und der private Verbrauch hätten sich hingegen ordentlich entwickelt. Der US-Arbeitsmarkt habe sich nicht von den Diskussionen um den US-Haushalt beeindrucken lassen. Der Stellenzuwachs habe mit 155.000 in der Nähe der Vormonatswerte gelegen. Der Immobilienmarkt entwickle sich weiterhin positiv, für den Dezember sei ein weiterer Anstieg der Baubeginne um 12% verzeichnet worden. Aufgrund der niedrigen Zinsen dürfte sich die Erholung am Immobilienmarkt in diesem Jahr fortsetzen.
In der deutschen Wirtschaft setze sich die Stimmungsaufhellung im neuen Jahr fort. Sowohl das ifo-Geschäftsklima als auch der ZEW-Index hätten stärker als erwartet zulegen können. Beide Indikatoren würden für das neue Jahr ein Ende der Schwächeperiode anzeigen, der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte somit auf das 4. Quartal 2012 beschränkt bleiben.
Aufgrund der niedrigen Renditen für Anleihen aus den Kernstaaten der Eurozone würden Investoren vermehrt höhere Renditen am Rand der Eurozone suchen. Bei der Emission einer 10-jährigen Staatsanleihe aus Spanien hätten sich die eingegangenen Orders auf 23 Milliarden Euro belaufen, dies sei das höchste Ordervolumen gewesen, das je bei einer Emission des spanischen Staates verzeichnet worden sei. Portugal habe die gestiegene Risikoneigung vieler Investoren für die Rückkehr an den Primärmarkt genutzt. Bei der ersten Anleiheemission seit der Flucht unter den Eurorettungsschirm, vor fast zwei Jahren, habe Portugal eine fünfjährige Anleihe erfolgreich bei den Investoren platzieren können.
Die Stimmung am Rentenmarkt sei allerdings nach wie vor anfällig für Rückschläge. Die gesunkenen Risikoaufschläge bei den schwächeren Staaten der Eurozone seien in erster Linie auf die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen. Die Fundamentaldaten dieser Länder könnten die gesunkenen Risikoaufschläge noch nicht rechtfertigen. Insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Eurozone könne eine weitere Sanierung der Staatshaushalte erschweren.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen sei die 10-jährige Rendite deutscher Staatsanleihen zum Jahresanfang recht deutlich gestiegen. Die Einigung im US-Haushaltsstreit habe die Risikoneigung der Investoren erhöht und damit die Nachfrage nach den sicheren Häfen (Bundesanleihen oder US-Treasuries) gesenkt. Charttechnisch werde mit dem Renditeanstieg auf 1,61% nun der Versuch unternommen, aus dem seit April 2012 bestehenden Seitwärtstrend auszubrechen. Die Aufwärtsbewegung dürfte in den nächsten Wochen jedoch an Schwung verlieren.
Bei den 10-jährigen US-Treasuries habe ein ähnlicher Trend zu steigenden Renditen festgestellt werden können. Mit einem Niveau von 1,96% liege sie aktuell auf dem höchsten Stand seit April 2012. Der bisherige Widerstand bei 1,84% sei problemlos überwunden worden und habe in den letzten Tagen als Unterstützung gewirkt. Der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend sei gelungen. (Ausgabe Februar 2013) (07.02.2013/alc/a/a)


