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Rentenmärkte: Trump lässt US-Renditen steigen
15.11.24 09:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der zehnjährigen T-Notes sind seit Wochenbeginn wieder deutlich gestiegen und liegen derzeit bei 4,46%, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die entsprechenden Bund-Renditen seien dieser Richtung nur zeitweise gefolgt und hätten sich per Saldo seitwärts bewegt. Derzeit liege die Rendite bei 2,38%. Der Renditeanstieg sei sowohl auf die voraussichtlich inflationäre Politik der USA als auch auf die aktuellen CPI-Inflationszahlen zurückzuführen, die für die USA einen Anstieg der Teuerungsrate von 2,4% auf 2,6% gezeigt hätten und die Zähigkeit der Kernrate erneut unterstrichen hätten, die bei 3,3% verharrt habe.
Die bisherigen Personalentscheidungen Donald Trumps würden unterstreichen, dass der kommende Präsident nicht vorhabe, Kompromisse einzugehen. Dies impliziere die Schlussfolgerung, dass unter anderem ein Großteil der Zollpläne auch durchaus verwirklicht werden könnte.
Am 13. November habe Trump den Kandidaten für die Generalstaatsanwaltschaft nominiert. Es sei der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz. Gaetz sei federführend gewesen, als es darum gegangen sei, den Sprecher der Republikaner im Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, abzuwählen. Er sei aber auch bekannt für ethisches Fehlverhalten, wofür er vor dem Abgeordnetenhaus habe aussagen müssen. In jedem Fall sei Gaetz umstritten, und daher sei nicht vollkommen klar, ob seine Nominierung bestätigt werde. Trump habe angedeutet, dass er das Justizministerium instrumentalisieren werde, um politische Gegner zu verfolgen. Die Ernennung von Gaetz sei in diesem Sinne nicht beruhigend.
Elon Musk und der Unternehmer und frühere Präsidentschaftskandidat Vivek Ramaswamy sollten die Leitung einer neu geschaffenen Behörde für Regierungseffizienz übernehmen. Diese Behörde werde außerhalb der Regierung angesiedelt sein. Musk habe also keinen Kabinettsposten, sondern werde beratend tätig sein. Musk habe angekündigt, 2 Billionen US-Dollar einzusparen, was etwa einem Drittel des Budgets bzw. 8% des BIP entspräche. Es sei schwer vorstellbar, dass es dazu komme, aber ausschließen sollte man zu diesem Zeitpunkt nichts.
Als Verteidigungsminister habe Trump den Fox-News-Moderator Pete Hegseth vorgeschlagen. Hegseth sei als Soldat im Gefangenenlager Guantanamo sowie im Irak und in Afghanistan im Einsatz gewesen. Nationaler Sicherheitsberater werde Michael Waltz, der ebenfalls Militärerfahrung aufweise und bekannt für seine sehr kritische Haltung gegenüber China sei. Dies erlaube möglicherweise die Interpretation, dass Trumps Regierung nicht gleichgültig sein werde, falls China vorhabe, Taiwan anzugreifen. Marco Rubio solle Außenminister werden, ebenfalls ein China-Kritiker.
Medienberichten zufolge solle Robert Lighthizer in einer noch nicht klar definierten Funktion die Zölle mit den Handelspartnern aushandeln.
Ansonsten sei festzustellen, dass die bisherigen Kandidaten eines eine: nämlich die vermutlich hundertprozentige Loyalität gegenüber Trump. Möglicherweise werde man daher etwas mehr Kontinuität in den Ämtern haben, als dies in der ersten Legislaturperiode von Trump der Fall gewesen sei.
Am 13. November 2024 sei das Sachverständigengutachten der fünf Wirtschaftsweisen veröffentlicht worden. Für Deutschland prognostizierten die Wirtschaftsweisen 0,4% Wachstum im kommenden Jahr, nach -0,1% in diesem Jahr. In dem Gutachten werde festgestellt, dass der größte Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Bildung und Verteidigung bestehe. Die Schuldenbremse werde als reformbedürftig angesehen. Konkret schlage das Gutachten einen Verkehrsinfrastrukturfonds vor, der dauerhaft mit eigenen Einnahmen ausgestattet werden solle, mit einer begrenzten Kreditermächtigung.
Gespeist werden solle der Fonds durch die LKW-Maut, eine neue PKW-Maut und/oder die KFZ-Steuer. Auf diese Weise könnten, so die Gutachter, die Ausgaben glaubwürdig verstetigt werden. Für Verteidigung und den Bildungsbereich würden gesetzlich festgelegte Mindestquoten für die Ausgaben vorgeschlagen, wie zum Beispiel bei der Verteidigung 2% des BIP. Man könne nur hoffen, dass die nächste Regierung - die Neuwahlen fänden am 23. Februar statt - diese Vorschläge aufgreife.
Auf der Agenda der nächsten Tage stehe ansonsten noch der G20-Gipfel, der am kommenden Montag und Dienstag (18./19.11.) in Rio de Janeiro stattfinde. Am 20.11. werde die EZB ihren jährlichen Finanzmarktstabilitätsbericht veröffentlichen. Weiter sei darauf zu achten, welche Nominierungen Donald Trump noch vornehme.
Datenseitig kämen am Freitag nächster Woche die HCOB Flash PMI Einkaufsmanagerindizes für November heraus. Am 15. November würden zudem wichtige Konjunkturdaten aus China und den USA veröffentlicht, darunter die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für den Monat Oktober. Kommende Woche erscheinen die Daten zu den Auftragsbeständen in der deutschen Industrie für September sowie detailliertere Daten zum BIP Deutschlands im dritten Quartal, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. (Ausgabe vom 14.11.2024) (15.11.2024/alc/a/a)
Die entsprechenden Bund-Renditen seien dieser Richtung nur zeitweise gefolgt und hätten sich per Saldo seitwärts bewegt. Derzeit liege die Rendite bei 2,38%. Der Renditeanstieg sei sowohl auf die voraussichtlich inflationäre Politik der USA als auch auf die aktuellen CPI-Inflationszahlen zurückzuführen, die für die USA einen Anstieg der Teuerungsrate von 2,4% auf 2,6% gezeigt hätten und die Zähigkeit der Kernrate erneut unterstrichen hätten, die bei 3,3% verharrt habe.
Die bisherigen Personalentscheidungen Donald Trumps würden unterstreichen, dass der kommende Präsident nicht vorhabe, Kompromisse einzugehen. Dies impliziere die Schlussfolgerung, dass unter anderem ein Großteil der Zollpläne auch durchaus verwirklicht werden könnte.
Am 13. November habe Trump den Kandidaten für die Generalstaatsanwaltschaft nominiert. Es sei der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz. Gaetz sei federführend gewesen, als es darum gegangen sei, den Sprecher der Republikaner im Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, abzuwählen. Er sei aber auch bekannt für ethisches Fehlverhalten, wofür er vor dem Abgeordnetenhaus habe aussagen müssen. In jedem Fall sei Gaetz umstritten, und daher sei nicht vollkommen klar, ob seine Nominierung bestätigt werde. Trump habe angedeutet, dass er das Justizministerium instrumentalisieren werde, um politische Gegner zu verfolgen. Die Ernennung von Gaetz sei in diesem Sinne nicht beruhigend.
Elon Musk und der Unternehmer und frühere Präsidentschaftskandidat Vivek Ramaswamy sollten die Leitung einer neu geschaffenen Behörde für Regierungseffizienz übernehmen. Diese Behörde werde außerhalb der Regierung angesiedelt sein. Musk habe also keinen Kabinettsposten, sondern werde beratend tätig sein. Musk habe angekündigt, 2 Billionen US-Dollar einzusparen, was etwa einem Drittel des Budgets bzw. 8% des BIP entspräche. Es sei schwer vorstellbar, dass es dazu komme, aber ausschließen sollte man zu diesem Zeitpunkt nichts.
Medienberichten zufolge solle Robert Lighthizer in einer noch nicht klar definierten Funktion die Zölle mit den Handelspartnern aushandeln.
Ansonsten sei festzustellen, dass die bisherigen Kandidaten eines eine: nämlich die vermutlich hundertprozentige Loyalität gegenüber Trump. Möglicherweise werde man daher etwas mehr Kontinuität in den Ämtern haben, als dies in der ersten Legislaturperiode von Trump der Fall gewesen sei.
Am 13. November 2024 sei das Sachverständigengutachten der fünf Wirtschaftsweisen veröffentlicht worden. Für Deutschland prognostizierten die Wirtschaftsweisen 0,4% Wachstum im kommenden Jahr, nach -0,1% in diesem Jahr. In dem Gutachten werde festgestellt, dass der größte Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Bildung und Verteidigung bestehe. Die Schuldenbremse werde als reformbedürftig angesehen. Konkret schlage das Gutachten einen Verkehrsinfrastrukturfonds vor, der dauerhaft mit eigenen Einnahmen ausgestattet werden solle, mit einer begrenzten Kreditermächtigung.
Gespeist werden solle der Fonds durch die LKW-Maut, eine neue PKW-Maut und/oder die KFZ-Steuer. Auf diese Weise könnten, so die Gutachter, die Ausgaben glaubwürdig verstetigt werden. Für Verteidigung und den Bildungsbereich würden gesetzlich festgelegte Mindestquoten für die Ausgaben vorgeschlagen, wie zum Beispiel bei der Verteidigung 2% des BIP. Man könne nur hoffen, dass die nächste Regierung - die Neuwahlen fänden am 23. Februar statt - diese Vorschläge aufgreife.
Auf der Agenda der nächsten Tage stehe ansonsten noch der G20-Gipfel, der am kommenden Montag und Dienstag (18./19.11.) in Rio de Janeiro stattfinde. Am 20.11. werde die EZB ihren jährlichen Finanzmarktstabilitätsbericht veröffentlichen. Weiter sei darauf zu achten, welche Nominierungen Donald Trump noch vornehme.
Datenseitig kämen am Freitag nächster Woche die HCOB Flash PMI Einkaufsmanagerindizes für November heraus. Am 15. November würden zudem wichtige Konjunkturdaten aus China und den USA veröffentlicht, darunter die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für den Monat Oktober. Kommende Woche erscheinen die Daten zu den Auftragsbeständen in der deutschen Industrie für September sowie detailliertere Daten zum BIP Deutschlands im dritten Quartal, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. (Ausgabe vom 14.11.2024) (15.11.2024/alc/a/a)


