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Rentenmarkt 2014: Keine negativen Leitzinsen
19.12.13 15:40
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - 2013 war an den Rentenmärkten im Euroraum eine Normalisierung zu beobachten, so die Analysten von Postbank Research.
Dabei sei es zu einem deutlichen Rückgang der Risikoprämien für Staatsanleihen der Euro-Peripherie gekommen. Gleichzeitig hätten deutsche Bundesanleihen im Verlauf von 2013 als sicherer Hafen für Anleger an Bedeutung verloren. Getrieben worden sei die Entwicklung zum einen von der EZB, die bereits Mitte 2012 eine Art Bestandsgarantie für die Eurozone verkündet und daraufhin ein neues Ankaufprogramm für Staatsanleihen implementiert habe.
Zum anderen sei 2013 eine weitere Konvergenz der makroökonomischen Entwicklung im Euroraum zu beobachten gewesen. Einige Mitgliedsstaaten hätten sich im zweiten und dritten Quartal aus der lang anhaltenden Rezession befreien können und würden nun zumindest wieder geringfügig positive Wachstumsraten aufweisen. Auch der positive Trend beim Leistungsbilanzsaldo und den Lohnstückkosten habe sich 2013 in den meisten Euro-Staaten fortgesetzt, sodass die sogenannten makroökonomischen Ungleichgewichte in der EWU weiter abgenommen hätten.
2013 habe in konjunktureller Hinsicht aber zunächst noch recht schwach begonnen. In Verbindung mit einer rückläufigen Inflation habe dies die EZB dazu veranlasst, den Leitzins Anfang Mai um 25 Basispunkte auf 0,5% abzusenken. Gleichzeitig habe die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen einen neuen historischen Tiefstand von 1,16% erreicht.
Mit den sich verbessernden Konjunkturdaten und der beginnenden Tapering-Diskussion in den USA habe im Frühjahr dann die Trendwende in Richtung steigender Bundrenditen eingesetzt. Kurzzeitig hätten 10-jährige Bundesanleihen sogar wieder bei knapp über 2% rentiert. Der weiter sinkende Inflationsdruck im Euroraum habe Anfang November zu einer nochmaligen Leitzinssenkung der EZB geführt, die aber ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Renditeentwicklung bei Staatsanleihen geblieben sei.
Nachdem die EZB den Leitzins 2013 zweimal auf zuletzt 0,25% gesenkt habe, bestehe nur noch ein geringes Potenzial für weitere zinspolitische Maßnahmen. Kurz nach der letzten Zinssenkung habe eine Diskussion über die Möglichkeit eines negativen Zinssatzes für Einlagen bei der EZB eingesetzt. Die Notenbank selbst habe diese Möglichkeit wiederholt nicht ausgeschlossen und auf die technische Realisierbarkeit eines solchen Schrittes verwiesen.
Die Analysten würden eine Senkung des Einlagenzinses in den negativen Bereich dennoch für wenig wahrscheinlich halten. Denn die Erfahrungen mit negativen Leitzinsen in Dänemark und Schweden hätten gezeigt, dass es hierbei auch zu einer Verschlechterung der Kreditkonditionen für den realen Sektor kommen könne. Dass Finanzinstitute ihre Liquiditätsreserven bei der EZB wegen eines negativen Einlagenzinses reduzieren und stattdessen die Kreditvergabe ausweiten würden, erscheine angesichts des andauernden Risikoabbaus der Banken in den Peripheriestaaten ohnehin unwahrscheinlich.
Viel wahrscheinlicher sei es aus Sicht der Analysten daher, dass die EZB einen neuen Langfristtender für Banken auflege, der allerdings an eine Kreditvergabe an den realen Sektor gebunden sei. Allerdings bringe eine Verwendungskontrolle der in Anspruch genommenen Liquidität starke Probleme mit sich, die ein solches Vorhaben erschweren dürften. Gut möglich also, dass es 2014 vor dem Hintergrund einer sich verbessernden Konjunktursituation im Euroraum keine neuen geldpolitischen Maßnahmen der EZB geben werde.
Anders stelle sich die Situation in den USA dar. Die US-Wirtschaft befinde sich bereits seit einiger Zeit in einem soliden Konjunkturaufschwung. Am Häusermarkt sei ein nachhaltiger Aufwärtstrend zu beobachten und die Wirtschaft profitiere von günstigen Energiepreisen infolge der neuen technischen Möglichkeiten zur Förderung von Schiefergas- und -öl. Zudem lasse die fiskalische Bremswirkung 2014 stark nach, nachdem das BIP-Wachstum im abgelaufenen Jahr durch umfangreiche Kürzungen bei den Staatsausgaben noch um rund 1,5 Prozentpunkte belastet worden sei.
Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt noch einmal beschleunigt, sodass der von der US-Notenbank festgelegte Schwellenwert einer Arbeitslosenquote von 6,5%, ab der sie über Zinserhöhungen nachdenke, bald erreicht sein könnte. Die US-Notenbank habe bereits angekündigt, ihr Anleiheankaufprogramm im Januar zu reduzieren. Das monatliche Volumen sinke in einem ersten Schritt von 85 Mrd. auf 75 Mrd. US-Dollar. Gegen Ende 2014 solle das Programm dann beendet sein.
Die Analysten würden eine Leitzinserhöhung in den USA bereits in 2014 aber für unwahrscheinlich erachten, selbst wenn die Arbeitslosenquote unter den Schwellenwert von 6,5% fallen sollte. Denn die US-Wirtschaft sei von Vollbeschäftigung selbst bei einer Arbeitslosenquote von 6,5% noch weit entfernt. Auch eine prognostizierte Wachstumsrate von gut 3% im neuen Jahr könne für US-amerikanische Verhältnisse als noch moderat angesehen werden und dürfte kaum Sorgen vor einer konjunkturellen Überhitzung aufkommen lassen.
Hinzu komme, dass auch in den USA der Inflationsdruck 2014 eher gering bleiben sollte. Auch mit Rücksicht auf den Wohnimmobilienmarkt und die Hypothekenschuldner dürfte die US-Notenbank ohnehin darauf bedacht sein, größere Zinsanstiege zu vermeiden. Falls das Zurückfahren des Anleiheankaufprogramms wider Erwarten zu einem signifikanten Anstieg der Zinsen führen sollte, könnte die US-Notenbank den Schwellenwert für die Arbeitslosenquote, ab dem sie über Zinsanhebungen nachdenke, absenken. Auf diesem Weg würde sie den Märkten signalisieren, dass sie trotz Tapering noch längere Zeit am niedrigen Leitzinsniveau festhalten wolle.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich die Normalisierung der Verhältnisse am Rentenmarkt 2014 im Trend fortsetzen werde. Wichtige Frühindikatoren würden darauf hindeuten, dass die konjunkturelle Erholung im neuen Jahr weiter voranschreite. Die Chancen stünden gut, dass dann alle Euro-Staaten wieder ein positives Wachstum aufweisen würden.
In den meisten Fällen dürfte das BIP-Wachstum allerdings noch weit unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegen. Die Inflationsrate, die am aktuellen Rand aufgrund von Sondereffekten auf ein außerordentlich niedriges Niveau gefallen sei, sollte im Verlauf von 2014 ansteigen. Sie dürfte dabei aber noch unterhalb des von der EZB als Preisniveaustabilität definierten Ziels von knapp 2% verharren.
Vor dem Hintergrund der verbesserten Konjunktursituation und einer steigenden Inflationsrate dürften die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bis Ende 2014 auf etwa 2,25% anziehen. Für Anleihen der Euro-Peripheriestaaten würden die Analysten noch ein Potenzial für weiter rückläufige Risikoprämien sehen, sodass der Renditeanstieg hier geringer ausfallen sollte als bei Bundesanleihen. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries dürfte bis Ende 2014 in Richtung 3,25% steigen, sodass sich der aktuelle Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen von rund 100 Basispunkten nicht wesentlich verändern dürfte.
Der Markt für Unternehmensanleihen habe in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. 2013 dürfte das Jahr mit dem zweithöchsten Volumen an Euro-Emissionen seit Einführung der Gemeinschaftswährung gewesen sein. Viele Unternehmen hätten das für sie günstige Marktumfeld genutzt und ihre Kapitalmarktfinanzierung ausgebaut. Trotz des hohen Angebots an Neuemissionen sei es in 2013 zu einem weiteren signifikanten Rückgang der Risikoaufschläge gekommen, da auch die Nachfrage nach Unternehmensanleihen relativ hoch gewesen sei.
Die hohe Emissionstätigkeit und Nachfrage insbesondere in bonitätsschwachen Marktsegmenten könne zwar als erstes Warnsignal einer Überhitzung angesehen werden. Dennoch könne noch nicht von einer Blase gesprochen werden, obwohl sich die Risikoaufschläge inzwischen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt befinden würden. Denn die Ausfallraten bei Unternehmensanleihen hätten vor allem auch im High-Yield-Bereich in den vergangenen Jahren auf einem extrem niedrigen Niveau gelegen, sodass geringere Risikoprämien durchaus gerechtfertigt seien.
Die Entscheidung der US-Notenbank bzgl. ihres Anleiheankaufprogramms dürfte 2014 den größten Einfluss auf den Markt für Unternehmensanleihen haben. Die Währungshüter würden sich auf einem schmalen Grat zwischen einer zu schnellen Verringerung der Anleihekäufe, was Konjunktur und Finanzmärkte belasten könnte, und einem zu langsamen Tapering mit dem Risiko einer Blasenbildung an den Märkten bewegen. Denn seit Ausbruch der Finanzkrise zeige sich ein enger Zusammenhang zwischen der Bilanzsumme der US-Notenbank und der Entwicklung an den Unternehmensanleihemärkten.
Die FED sorge durch großvolumige Ankäufe von Staatsanleihen und gedeckten Schuldverschreibungen für niedrige Zinsen und eine künstliche Verknappung in den betreffenden Marktsegmenten. In der Folge würden Investoren in höher rentierliche Anlageformen wie Unternehmensanleihen ausweichen und dort die Kurse nach oben treiben. Sollte der US-Notenbank die Gratwanderung im neuen Jahr erfolgreich gelingen, bestehe durchaus noch Potenzial für eine weitere Einengung der Risikoprämien bei Unternehmensanleihen.
2013 sei durch eine außerordentliche Stärke des Euro gekennzeichnet gewesen. Erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 1999 habe die Gemeinschaftswährung gegenüber allen anderen wichtigen Währungen aufgewertet. Im Vorjahresvergleich sei die Aufwertung zum Japanischen Yen mit +23,7% am stärksten ausgefallen.
Aber auch gegenüber kleineren Währungen wie dem Australischen Dollar oder der Norwegischen Krone, die von Anlegern in den vergangenen Jahren gerne als sicherer Hafen verwendet worden seien, habe die Gemeinschaftswährung signifikant aufgewertet. Mit einem Plus von jeweils rund 4% sei der Anstieg gegenüber US-Dollar und Britischem Pfund relativ gering gewesen.
Ein wesentlicher Grund für die Euro-Aufwertung seien starke Kapitalzuflüsse aus anderen Währungsräumen gewesen, insbesondere in den europäischen Aktienmarkt. Dies sei vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Verbesserung in fast allen Euro-Staaten und einer weiter abebbenden Staatsschuldenkrise geschehen. Gleichwohl hätten sich die Unternehmensgewinne und auch die Gewinnaussichten für europäische Unternehmen in 2014 bis zuletzt eher schwach entwickelt. Offensichtlich habe den internationalen Investoren aber die Aussicht auf ein positives Gewinnmomentum infolge der sich abzeichnenden Konjunkturstabilisierung im Euroraum gereicht.
Mit Blick auf den EUR/USD-Kurs würden nach Erachten der Analysten aus fundamentaler Sicht die Argumente für einen stärkeren US-Dollar im Verlauf des neuen Jahres überwiegen. Denn das Verhältnis der kurz- bis mittelfristigen Zinsen in den USA und der EWU, das in der Vergangenheit ein wichtiger Bestimmungsfaktor für den EUR/USD-Kurs gewesen sei, dürfte sich zugunsten des US-Dollar verschieben. Zwar sollte die US-Notenbank in 2014 noch keine Leitzinsanhebung vornehmen, selbst wenn der von ihr festgelegte Schwellenwert einer Arbeitslosenquote von 6,5% erreicht werde.
Allerdings dürfte die Beendigung des Anleiheankaufprogramms durch die FED und eine von den Analysten für wahrscheinlich erachtete Leitzinserhöhung im Jahr 2015 bereits im kommenden Jahr auf die USD-Zinsen ausstrahlen. Im Euroraum seien vor allem die kurzfristigen Zinsen dagegen gut verankert, da die EZB angesichts der moderaten Konjunkturerholung und niedriger Inflationsraten ihren ultraexpansiven Kurs unverändert beibehalten werde. Die damit verbundene Verschiebung der Zinsrelationen zugunsten des USD dürfte im Verlauf von 2014 zu einer signifikanten Aufwertung des USD ggü. EUR führen. (Perspektiven 2014) (19.12.2013/alc/a/a)
Dabei sei es zu einem deutlichen Rückgang der Risikoprämien für Staatsanleihen der Euro-Peripherie gekommen. Gleichzeitig hätten deutsche Bundesanleihen im Verlauf von 2013 als sicherer Hafen für Anleger an Bedeutung verloren. Getrieben worden sei die Entwicklung zum einen von der EZB, die bereits Mitte 2012 eine Art Bestandsgarantie für die Eurozone verkündet und daraufhin ein neues Ankaufprogramm für Staatsanleihen implementiert habe.
Zum anderen sei 2013 eine weitere Konvergenz der makroökonomischen Entwicklung im Euroraum zu beobachten gewesen. Einige Mitgliedsstaaten hätten sich im zweiten und dritten Quartal aus der lang anhaltenden Rezession befreien können und würden nun zumindest wieder geringfügig positive Wachstumsraten aufweisen. Auch der positive Trend beim Leistungsbilanzsaldo und den Lohnstückkosten habe sich 2013 in den meisten Euro-Staaten fortgesetzt, sodass die sogenannten makroökonomischen Ungleichgewichte in der EWU weiter abgenommen hätten.
2013 habe in konjunktureller Hinsicht aber zunächst noch recht schwach begonnen. In Verbindung mit einer rückläufigen Inflation habe dies die EZB dazu veranlasst, den Leitzins Anfang Mai um 25 Basispunkte auf 0,5% abzusenken. Gleichzeitig habe die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen einen neuen historischen Tiefstand von 1,16% erreicht.
Mit den sich verbessernden Konjunkturdaten und der beginnenden Tapering-Diskussion in den USA habe im Frühjahr dann die Trendwende in Richtung steigender Bundrenditen eingesetzt. Kurzzeitig hätten 10-jährige Bundesanleihen sogar wieder bei knapp über 2% rentiert. Der weiter sinkende Inflationsdruck im Euroraum habe Anfang November zu einer nochmaligen Leitzinssenkung der EZB geführt, die aber ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Renditeentwicklung bei Staatsanleihen geblieben sei.
Nachdem die EZB den Leitzins 2013 zweimal auf zuletzt 0,25% gesenkt habe, bestehe nur noch ein geringes Potenzial für weitere zinspolitische Maßnahmen. Kurz nach der letzten Zinssenkung habe eine Diskussion über die Möglichkeit eines negativen Zinssatzes für Einlagen bei der EZB eingesetzt. Die Notenbank selbst habe diese Möglichkeit wiederholt nicht ausgeschlossen und auf die technische Realisierbarkeit eines solchen Schrittes verwiesen.
Die Analysten würden eine Senkung des Einlagenzinses in den negativen Bereich dennoch für wenig wahrscheinlich halten. Denn die Erfahrungen mit negativen Leitzinsen in Dänemark und Schweden hätten gezeigt, dass es hierbei auch zu einer Verschlechterung der Kreditkonditionen für den realen Sektor kommen könne. Dass Finanzinstitute ihre Liquiditätsreserven bei der EZB wegen eines negativen Einlagenzinses reduzieren und stattdessen die Kreditvergabe ausweiten würden, erscheine angesichts des andauernden Risikoabbaus der Banken in den Peripheriestaaten ohnehin unwahrscheinlich.
Viel wahrscheinlicher sei es aus Sicht der Analysten daher, dass die EZB einen neuen Langfristtender für Banken auflege, der allerdings an eine Kreditvergabe an den realen Sektor gebunden sei. Allerdings bringe eine Verwendungskontrolle der in Anspruch genommenen Liquidität starke Probleme mit sich, die ein solches Vorhaben erschweren dürften. Gut möglich also, dass es 2014 vor dem Hintergrund einer sich verbessernden Konjunktursituation im Euroraum keine neuen geldpolitischen Maßnahmen der EZB geben werde.
Anders stelle sich die Situation in den USA dar. Die US-Wirtschaft befinde sich bereits seit einiger Zeit in einem soliden Konjunkturaufschwung. Am Häusermarkt sei ein nachhaltiger Aufwärtstrend zu beobachten und die Wirtschaft profitiere von günstigen Energiepreisen infolge der neuen technischen Möglichkeiten zur Förderung von Schiefergas- und -öl. Zudem lasse die fiskalische Bremswirkung 2014 stark nach, nachdem das BIP-Wachstum im abgelaufenen Jahr durch umfangreiche Kürzungen bei den Staatsausgaben noch um rund 1,5 Prozentpunkte belastet worden sei.
Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt noch einmal beschleunigt, sodass der von der US-Notenbank festgelegte Schwellenwert einer Arbeitslosenquote von 6,5%, ab der sie über Zinserhöhungen nachdenke, bald erreicht sein könnte. Die US-Notenbank habe bereits angekündigt, ihr Anleiheankaufprogramm im Januar zu reduzieren. Das monatliche Volumen sinke in einem ersten Schritt von 85 Mrd. auf 75 Mrd. US-Dollar. Gegen Ende 2014 solle das Programm dann beendet sein.
Die Analysten würden eine Leitzinserhöhung in den USA bereits in 2014 aber für unwahrscheinlich erachten, selbst wenn die Arbeitslosenquote unter den Schwellenwert von 6,5% fallen sollte. Denn die US-Wirtschaft sei von Vollbeschäftigung selbst bei einer Arbeitslosenquote von 6,5% noch weit entfernt. Auch eine prognostizierte Wachstumsrate von gut 3% im neuen Jahr könne für US-amerikanische Verhältnisse als noch moderat angesehen werden und dürfte kaum Sorgen vor einer konjunkturellen Überhitzung aufkommen lassen.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich die Normalisierung der Verhältnisse am Rentenmarkt 2014 im Trend fortsetzen werde. Wichtige Frühindikatoren würden darauf hindeuten, dass die konjunkturelle Erholung im neuen Jahr weiter voranschreite. Die Chancen stünden gut, dass dann alle Euro-Staaten wieder ein positives Wachstum aufweisen würden.
In den meisten Fällen dürfte das BIP-Wachstum allerdings noch weit unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegen. Die Inflationsrate, die am aktuellen Rand aufgrund von Sondereffekten auf ein außerordentlich niedriges Niveau gefallen sei, sollte im Verlauf von 2014 ansteigen. Sie dürfte dabei aber noch unterhalb des von der EZB als Preisniveaustabilität definierten Ziels von knapp 2% verharren.
Vor dem Hintergrund der verbesserten Konjunktursituation und einer steigenden Inflationsrate dürften die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bis Ende 2014 auf etwa 2,25% anziehen. Für Anleihen der Euro-Peripheriestaaten würden die Analysten noch ein Potenzial für weiter rückläufige Risikoprämien sehen, sodass der Renditeanstieg hier geringer ausfallen sollte als bei Bundesanleihen. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries dürfte bis Ende 2014 in Richtung 3,25% steigen, sodass sich der aktuelle Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen von rund 100 Basispunkten nicht wesentlich verändern dürfte.
Der Markt für Unternehmensanleihen habe in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. 2013 dürfte das Jahr mit dem zweithöchsten Volumen an Euro-Emissionen seit Einführung der Gemeinschaftswährung gewesen sein. Viele Unternehmen hätten das für sie günstige Marktumfeld genutzt und ihre Kapitalmarktfinanzierung ausgebaut. Trotz des hohen Angebots an Neuemissionen sei es in 2013 zu einem weiteren signifikanten Rückgang der Risikoaufschläge gekommen, da auch die Nachfrage nach Unternehmensanleihen relativ hoch gewesen sei.
Die hohe Emissionstätigkeit und Nachfrage insbesondere in bonitätsschwachen Marktsegmenten könne zwar als erstes Warnsignal einer Überhitzung angesehen werden. Dennoch könne noch nicht von einer Blase gesprochen werden, obwohl sich die Risikoaufschläge inzwischen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt befinden würden. Denn die Ausfallraten bei Unternehmensanleihen hätten vor allem auch im High-Yield-Bereich in den vergangenen Jahren auf einem extrem niedrigen Niveau gelegen, sodass geringere Risikoprämien durchaus gerechtfertigt seien.
Die Entscheidung der US-Notenbank bzgl. ihres Anleiheankaufprogramms dürfte 2014 den größten Einfluss auf den Markt für Unternehmensanleihen haben. Die Währungshüter würden sich auf einem schmalen Grat zwischen einer zu schnellen Verringerung der Anleihekäufe, was Konjunktur und Finanzmärkte belasten könnte, und einem zu langsamen Tapering mit dem Risiko einer Blasenbildung an den Märkten bewegen. Denn seit Ausbruch der Finanzkrise zeige sich ein enger Zusammenhang zwischen der Bilanzsumme der US-Notenbank und der Entwicklung an den Unternehmensanleihemärkten.
Die FED sorge durch großvolumige Ankäufe von Staatsanleihen und gedeckten Schuldverschreibungen für niedrige Zinsen und eine künstliche Verknappung in den betreffenden Marktsegmenten. In der Folge würden Investoren in höher rentierliche Anlageformen wie Unternehmensanleihen ausweichen und dort die Kurse nach oben treiben. Sollte der US-Notenbank die Gratwanderung im neuen Jahr erfolgreich gelingen, bestehe durchaus noch Potenzial für eine weitere Einengung der Risikoprämien bei Unternehmensanleihen.
2013 sei durch eine außerordentliche Stärke des Euro gekennzeichnet gewesen. Erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 1999 habe die Gemeinschaftswährung gegenüber allen anderen wichtigen Währungen aufgewertet. Im Vorjahresvergleich sei die Aufwertung zum Japanischen Yen mit +23,7% am stärksten ausgefallen.
Aber auch gegenüber kleineren Währungen wie dem Australischen Dollar oder der Norwegischen Krone, die von Anlegern in den vergangenen Jahren gerne als sicherer Hafen verwendet worden seien, habe die Gemeinschaftswährung signifikant aufgewertet. Mit einem Plus von jeweils rund 4% sei der Anstieg gegenüber US-Dollar und Britischem Pfund relativ gering gewesen.
Ein wesentlicher Grund für die Euro-Aufwertung seien starke Kapitalzuflüsse aus anderen Währungsräumen gewesen, insbesondere in den europäischen Aktienmarkt. Dies sei vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Verbesserung in fast allen Euro-Staaten und einer weiter abebbenden Staatsschuldenkrise geschehen. Gleichwohl hätten sich die Unternehmensgewinne und auch die Gewinnaussichten für europäische Unternehmen in 2014 bis zuletzt eher schwach entwickelt. Offensichtlich habe den internationalen Investoren aber die Aussicht auf ein positives Gewinnmomentum infolge der sich abzeichnenden Konjunkturstabilisierung im Euroraum gereicht.
Mit Blick auf den EUR/USD-Kurs würden nach Erachten der Analysten aus fundamentaler Sicht die Argumente für einen stärkeren US-Dollar im Verlauf des neuen Jahres überwiegen. Denn das Verhältnis der kurz- bis mittelfristigen Zinsen in den USA und der EWU, das in der Vergangenheit ein wichtiger Bestimmungsfaktor für den EUR/USD-Kurs gewesen sei, dürfte sich zugunsten des US-Dollar verschieben. Zwar sollte die US-Notenbank in 2014 noch keine Leitzinsanhebung vornehmen, selbst wenn der von ihr festgelegte Schwellenwert einer Arbeitslosenquote von 6,5% erreicht werde.
Allerdings dürfte die Beendigung des Anleiheankaufprogramms durch die FED und eine von den Analysten für wahrscheinlich erachtete Leitzinserhöhung im Jahr 2015 bereits im kommenden Jahr auf die USD-Zinsen ausstrahlen. Im Euroraum seien vor allem die kurzfristigen Zinsen dagegen gut verankert, da die EZB angesichts der moderaten Konjunkturerholung und niedriger Inflationsraten ihren ultraexpansiven Kurs unverändert beibehalten werde. Die damit verbundene Verschiebung der Zinsrelationen zugunsten des USD dürfte im Verlauf von 2014 zu einer signifikanten Aufwertung des USD ggü. EUR führen. (Perspektiven 2014) (19.12.2013/alc/a/a)
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