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Rentenmarkt: Verkaufen Ausländer ihre Treasuries?
07.04.15 09:34
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit der letzten FED-Sitzung ohne der erwarteten Bekanntgabe eines genaueren Zeitpunkts der ersten FED Funds Rate Erhöhung sind die Finanzmärkte vorsichtiger geworden, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Der EUR sei gegenüber dem USD wieder von 1,04 auf 1,10 gestiegen, und die Aktienmärkte würden nervöser auf der Stelle treten. Werde die Normalisierung der US-Zinsstrukturkurve ähnlich wie in Großbritannien doch weiter hinausgeschoben? Das wäre besonders für die Carry Trader eine herbe Enttäuschung. Sie hätten sich in EUR und in JPY verschuldet und dafür Treasuries in USD gekauft. Der Blick auf die neue Statistik der US-Treasury werfe weitere Fragen auf.
Russland, China und Norwegen z.B. hätten Bestände reduziert, die OPEC-Länder dagegen erhöht. Die ersten beiden hätten schon mehrmals betont, die USD-Abhängigkeit vermindern zu wollen. Damit würden sie vermutlich fortfahren. In Norwegen sei es wohl der Staatsfonds, der sich zu umfangreichen Umschichtungen entschlossen habe. Japanische Käufe würden durch die expansive Geldpolitik der BoJ begünstigt, die zur Abschwächung des Yen die Carry Trader ermutige.
Die OPEC-Länder hätten trotz des Rückgangs der Rohölpreise noch genügend Mittel, die angelegt werden müssten. Die umfangreichen Käufe von Großbritannien und den Finanzzentren in der Karibik würden auf die Hedge Funds zurückgehen. Sie würden ihre Engagements durch den umfangreichen Einsatz von Hebelinstrumenten und ebenfalls durch Carry Trades verstärken. Der hochspekulative Markt der Derivate sei - gemessen an den zu Grunde liegenden Nominalwert - mit ca. USD 700 Billionen zehnmal höher als das Welt BIP.
Hinter den umfangreichen Käufen Belgiens stecke der Finanzdienstleister Euroclear Bank SA, der aber bisher über seinen Auftraggeber keine Auskunft gegeben habe. Diese Beträge seien insgesamt so groß, dass als Erwerber nur eine oder eine Gruppe von Zentralbanken infrage komme.
Von einer Rückführung der Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken könne keine Rede sein. Die latente Gefahr für die Stabilität der Rentenmärkte werde durch die Notenbanken nur zeitlich verschoben. Die konzentrierte Käuferstruktur spiegele ein sehr spekulatives Anlegerverhalten wider. Im Falle von Gewinnmitnahmen werde es zu hoher Volatilität kommen. (Ausgabe vom 06.04.2015) (07.04.2015/alc/a/a)
Der EUR sei gegenüber dem USD wieder von 1,04 auf 1,10 gestiegen, und die Aktienmärkte würden nervöser auf der Stelle treten. Werde die Normalisierung der US-Zinsstrukturkurve ähnlich wie in Großbritannien doch weiter hinausgeschoben? Das wäre besonders für die Carry Trader eine herbe Enttäuschung. Sie hätten sich in EUR und in JPY verschuldet und dafür Treasuries in USD gekauft. Der Blick auf die neue Statistik der US-Treasury werfe weitere Fragen auf.
Die OPEC-Länder hätten trotz des Rückgangs der Rohölpreise noch genügend Mittel, die angelegt werden müssten. Die umfangreichen Käufe von Großbritannien und den Finanzzentren in der Karibik würden auf die Hedge Funds zurückgehen. Sie würden ihre Engagements durch den umfangreichen Einsatz von Hebelinstrumenten und ebenfalls durch Carry Trades verstärken. Der hochspekulative Markt der Derivate sei - gemessen an den zu Grunde liegenden Nominalwert - mit ca. USD 700 Billionen zehnmal höher als das Welt BIP.
Hinter den umfangreichen Käufen Belgiens stecke der Finanzdienstleister Euroclear Bank SA, der aber bisher über seinen Auftraggeber keine Auskunft gegeben habe. Diese Beträge seien insgesamt so groß, dass als Erwerber nur eine oder eine Gruppe von Zentralbanken infrage komme.
Von einer Rückführung der Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken könne keine Rede sein. Die latente Gefahr für die Stabilität der Rentenmärkte werde durch die Notenbanken nur zeitlich verschoben. Die konzentrierte Käuferstruktur spiegele ein sehr spekulatives Anlegerverhalten wider. Im Falle von Gewinnmitnahmen werde es zu hoher Volatilität kommen. (Ausgabe vom 06.04.2015) (07.04.2015/alc/a/a)


