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Rentenrenditen können auch bei unverändert niedrigen Geldmarktzinsen steigen
16.12.13 10:14
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In einer Untersuchung der Entwicklung der Staatsverschuldung kommt die OECD zu dem Ergebnis, die Verschuldung bleibt zumindest bis Ende 2015 in der ganzen Welt unverändert hoch und damit eine gefährliche Konjunkturbelastung, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Gesamtverschuldung (government debt) sei Anfang 2014 nur in Korea mit 36,0% des BIP vorbildlich. In Japan nähere sich diese Verschuldungsquote der Marke von 250%. In der Eurozone ebenso wie in den USA liege die Quote knapp über 100%, in Frankreich bei 115,8%, in Deutschland bei 83,4%.
Die Quote der Staatsverschuldung vermindere sich nicht, da in keinem der großen Industrieländer außer in Deutschland ein ausgeglichener Haushalt ohne Neuverschuldung (government deficit) bis 2015 erreicht werde. Trotz weltweit höchster Staatsverschuldung werde das Budgetdefizit in Japan noch in 2015 auf 7% des BIP geschätzt, in den USA und Großbritannien auf fast 5%, in Frankreich auf 3%. Die Einschätzung für Deutschland erscheine optimistisch, da die große Koalition Programme beschließen wolle, deren Mittelherkunft noch äußerst ungewiss sei. Alle Länder würden bei ihren Haushaltsplanungen von Steuermehreinnahmen aufgrund einer Konjunkturerholung ausgehen.
Das größte Risiko einer solchen Entwicklung der öffentlichen Haushalte liege in der Annahme, dass die Geldmarktzinsen und Rentenrenditen bis Ende 2015 etwa so niedrig bleiben würden wie gegenwärtig. Grundvoraussetzung hierfür sei ein weiterhin hohes Maß an Preisstabilität. Inflationsgefahren müssten sich nicht so schnell in den Konsumentenpreisen zeigen, aber es gebe noch andere Formen von Blasenbildungen, wie z.B. am Aktien- und Rentenmarkt, aufgeblasen einzig und allein durch QE. Sie würden eine Scheinblüte vorspiegeln, die nach dem Muster der Blase am US-Immobilienmarkt die ganze Weltwirtschaft schwer belasten könne.
Folgerung: das Risiko, das im steigenden Trend der Staatsverschuldung für die Konjunkturentwicklung liege, werde von den Finanzmärkten gegenwärtig nicht sehr ernst genommen. Rentenrenditen könnten auch bei unverändert niedrigen Geldmarktzinsen steigen. (Ausgabe vom 15.12.2013) (16.12.2013/alc/a/a)
Die Gesamtverschuldung (government debt) sei Anfang 2014 nur in Korea mit 36,0% des BIP vorbildlich. In Japan nähere sich diese Verschuldungsquote der Marke von 250%. In der Eurozone ebenso wie in den USA liege die Quote knapp über 100%, in Frankreich bei 115,8%, in Deutschland bei 83,4%.
Das größte Risiko einer solchen Entwicklung der öffentlichen Haushalte liege in der Annahme, dass die Geldmarktzinsen und Rentenrenditen bis Ende 2015 etwa so niedrig bleiben würden wie gegenwärtig. Grundvoraussetzung hierfür sei ein weiterhin hohes Maß an Preisstabilität. Inflationsgefahren müssten sich nicht so schnell in den Konsumentenpreisen zeigen, aber es gebe noch andere Formen von Blasenbildungen, wie z.B. am Aktien- und Rentenmarkt, aufgeblasen einzig und allein durch QE. Sie würden eine Scheinblüte vorspiegeln, die nach dem Muster der Blase am US-Immobilienmarkt die ganze Weltwirtschaft schwer belasten könne.
Folgerung: das Risiko, das im steigenden Trend der Staatsverschuldung für die Konjunkturentwicklung liege, werde von den Finanzmärkten gegenwärtig nicht sehr ernst genommen. Rentenrenditen könnten auch bei unverändert niedrigen Geldmarktzinsen steigen. (Ausgabe vom 15.12.2013) (16.12.2013/alc/a/a)


