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Richtungssuche bei Staatsanleihen
22.11.24 10:14
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Nach dem überraschendem Ampel-Aus könnte die deutsche Konjunktur nach vier Jahren Stillstand endlich vor einem Neustart stehen, so die Analysten der Weberbank.
Für Ungewissheit sorge allerdings neben hausgemachten Problemen die künftige Ausrichtung der US-Handelspolitik.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt habe im dritten Quartal überraschend um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen können - allerdings nur, weil man sich im Quartal davor verschätzt habe und die Wachstumsrate auf -0,3 Prozent herunterrevidiert worden sei. Mit anderen Worten: Die Hürde, die es zu nehmen gegolten habe, habe niedriger gelegen, und die Meldung zum dritten Quartal sei weniger positiv als sie erscheine.
Im Gesamtjahr 2024 dürfte die deutsche Volkswirtschaft zum zweiten Mal in Folge schrumpfen. Es wäre erst das zweite Mal seit der Wiedervereinigung. Seit der Corona-Pandemie sei die deutsche Wirtschaft in Summe quasi nicht gewachsen, während sich die USA, aber auch viele Euronachbarländer, in der gleichen Zeit deutlich besser hätten entwickeln können. Zurückhaltender Konsum und ausbleibende Investitionen seien hierbei zentrale Ursachen. Die politische Unsicherheit in Folge des Auseinanderbrechens der Ampel-Koalition trage ebenfalls zu diesem schwierigen Umfeld bei.
Vor diesem Hintergrund ruhe viel Hoffnung auf den kommenden Quartalen: Eine neue handlungsfähige Regierung könnte große Herausforderungen wie die Energiekrise oder eine Antwort auf die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten angehen. Sinkende Inflationsraten und steigende Reallöhne sollten den Verbrauchern mehr Zuversicht zum Konsum verleihen. Dringend benötigte Investitionen in die (digitale) Infrastruktur oder Bildung könnten Deutschland wieder auf einen langfristigen Wachstumspfad führen. Nach vier Jahren Stagnation sei es an der Zeit, sich diesen Aufgaben entschlossen zu stellen.
Die Renditen für Staatsanleihen suchten derzeit nach Orientierung. In den USA notierten die zehnjährigen Staatsanleihen nur noch knapp über dem Niveau von vor der Wahl vor zwei Wochen. In Deutschland sei die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bereits wieder unter dieses Niveau gesunken. Zu unklar seien aktuell das Ausmaß und die möglichen Folgen der künftigen US-Handelspolitik.
Wer müsse wann mit Zöllen rechnen und in welcher Höhe? Ein exportorientiertes Land wie Deutschland, dessen wichtigster Handelspartner zudem auch noch die USA seien, würde von solchen Zöllen zunächst natürlich empfindlich getroffen. Die große Zahl an Handelspartnern könnte es jedoch auch ermöglichen, recht schnell neue Handelswege zu etablieren. Dafür sei eine stabile politische Führung, die verlässliche Rahmenbedingungen garantiere, unabdingbar.
Aktienanleger - bekannt für ihren Optimismus - fokussierten sich derweil auf die möglichen positiven Folgen der US-Wahl. Dazu zählten neben Deregulierungsvorhaben vor allem angekündigte Steuersenkungen. Davon profitierten zunächst natürlich primär US-Unternehmen bzw. solche Unternehmen, die einen signifikanten Teil ihrer Umsätze dort erwirtschafteten. Entsprechend seien die Kursgewinne nach Bekanntwerden des Wahlausgangs in den USA überproportional hoch ausgefallen. Über anderen Unternehmen schwebe jedoch die Ungewissheit, wie sie von der künftigen US-Politik betroffen sein würden. Entsprechend verhalten hätten sich seitdem die Aktienkurse im Rest der Welt entwickelt.
Der deutsche Aktienindex DAX, aber auch europaweite Indizes wie der Euro-STOXX 50, hätten zuletzt wieder unter ihren Ständen von Anfang November notiert. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung wird uns noch bis ins nächste Jahr hinein begleiten, so die Analysten der Weberbank. Bis dahin werde jede Aussage zur künftigen Ausrichtung der US-Politik auf globaler Ebene genauestens verfolgt und bewertet werden. Die Analysten würden bei ihrer Empfehlung bleiben, US-Aktien überzugewichten. (22.11.2024/alc/a/a)
Für Ungewissheit sorge allerdings neben hausgemachten Problemen die künftige Ausrichtung der US-Handelspolitik.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt habe im dritten Quartal überraschend um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen können - allerdings nur, weil man sich im Quartal davor verschätzt habe und die Wachstumsrate auf -0,3 Prozent herunterrevidiert worden sei. Mit anderen Worten: Die Hürde, die es zu nehmen gegolten habe, habe niedriger gelegen, und die Meldung zum dritten Quartal sei weniger positiv als sie erscheine.
Im Gesamtjahr 2024 dürfte die deutsche Volkswirtschaft zum zweiten Mal in Folge schrumpfen. Es wäre erst das zweite Mal seit der Wiedervereinigung. Seit der Corona-Pandemie sei die deutsche Wirtschaft in Summe quasi nicht gewachsen, während sich die USA, aber auch viele Euronachbarländer, in der gleichen Zeit deutlich besser hätten entwickeln können. Zurückhaltender Konsum und ausbleibende Investitionen seien hierbei zentrale Ursachen. Die politische Unsicherheit in Folge des Auseinanderbrechens der Ampel-Koalition trage ebenfalls zu diesem schwierigen Umfeld bei.
Die Renditen für Staatsanleihen suchten derzeit nach Orientierung. In den USA notierten die zehnjährigen Staatsanleihen nur noch knapp über dem Niveau von vor der Wahl vor zwei Wochen. In Deutschland sei die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bereits wieder unter dieses Niveau gesunken. Zu unklar seien aktuell das Ausmaß und die möglichen Folgen der künftigen US-Handelspolitik.
Wer müsse wann mit Zöllen rechnen und in welcher Höhe? Ein exportorientiertes Land wie Deutschland, dessen wichtigster Handelspartner zudem auch noch die USA seien, würde von solchen Zöllen zunächst natürlich empfindlich getroffen. Die große Zahl an Handelspartnern könnte es jedoch auch ermöglichen, recht schnell neue Handelswege zu etablieren. Dafür sei eine stabile politische Führung, die verlässliche Rahmenbedingungen garantiere, unabdingbar.
Aktienanleger - bekannt für ihren Optimismus - fokussierten sich derweil auf die möglichen positiven Folgen der US-Wahl. Dazu zählten neben Deregulierungsvorhaben vor allem angekündigte Steuersenkungen. Davon profitierten zunächst natürlich primär US-Unternehmen bzw. solche Unternehmen, die einen signifikanten Teil ihrer Umsätze dort erwirtschafteten. Entsprechend seien die Kursgewinne nach Bekanntwerden des Wahlausgangs in den USA überproportional hoch ausgefallen. Über anderen Unternehmen schwebe jedoch die Ungewissheit, wie sie von der künftigen US-Politik betroffen sein würden. Entsprechend verhalten hätten sich seitdem die Aktienkurse im Rest der Welt entwickelt.
Der deutsche Aktienindex DAX, aber auch europaweite Indizes wie der Euro-STOXX 50, hätten zuletzt wieder unter ihren Ständen von Anfang November notiert. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung wird uns noch bis ins nächste Jahr hinein begleiten, so die Analysten der Weberbank. Bis dahin werde jede Aussage zur künftigen Ausrichtung der US-Politik auf globaler Ebene genauestens verfolgt und bewertet werden. Die Analysten würden bei ihrer Empfehlung bleiben, US-Aktien überzugewichten. (22.11.2024/alc/a/a)


