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Risiken durch zu lockere Geldpolitik?


09.08.16 08:58
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Der Markt hat kurz nach der Ankündigung zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ziemlich lebhaft reagiert, sich aber relativ schnell erholt, so Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Allerdings sei der von vielen Experten erwartete Schock für die Finanzmärkte durch den Brexit ausgeblieben.

"Dass sich die Lage an den Finanzmärkten im Juli wieder entspannt hat, war durchaus nachvollziehbar", habe Melman gesagt. In seiner jüngsten Asset Allocation Strategy erkläre er, warum sich die Märkte so rasch erholt hätten und mahne gleichzeitig zur Vorsicht.

Für den Anlageexperten gebe es drei Aspekte, die es in nächster Zeit zu beobachten gelte:

- Der Brexit könnte immer noch negative Folgen auslösen, die Investoren bisher übersehen hätten.

-Die Märkte würden eine zu lockere Geldpolitik in den kommenden Monaten antizipieren. Es werde erwartet, dass die Bank of England ihre quantitative Lockerung fortführe. Außerdem gebe es Spekulationen, ob sich die Bank of Japan für die Einführung von "Helikoptergeld" entschließe. Der Handlungsspielraum der Europäischen Zentralbank habe sich währenddessen verkleinert, sodass vielmehr von reaktiven Maßnahmen auszugehen sei.

"Wir sehen im Moment, dass die Inflationsraten weltweit sehr niedrig sind. Dies dürfte sich in nächster Zeit wieder ändern, weshalb Vorsicht geboten ist, denn die währungspolitische Euphorie könnte schnell vorbei sein", schätze Melman.

- Auf der politischen Agenda stünden wichtige Ereignisse wie das Referendum über die Verfassungsreform in Italien, die Präsidentschaftswahlen in Österreich und in den USA an. All diese politischen Ereignisse würden je nach Ausgang der Wahlen ein gewisses Risiko mit sich tragen.

"Trotz der bevorstehenden Ereignisse gibt es derzeit keinen Anlass, unsere Portfolio-Zusammensetzung gravierend zu ändern. Stattdessen gilt es, das Risiko an die aktuelle Marktlage anzupassen. Dazu haben wir die Übergewichtung in Hochzinsanleihen etwas reduziert und die Investitionen in den US-Aktienmarkt leicht gesenkt. Die nächsten Wochen erfordern ein weiteres taktisches Vorgehen. Bis dahin bleiben wir auf dem europäischen Aktienmarkt übergewichtet", erläutere der Anlagespezialist aus dem Hause Edmond de Rothschild Asset Management. (09.08.2016/alc/a/a)