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Rosige Aussichten für High Yield Bonds


16.03.17 09:15
Kames Capital

London (www.anleihencheck.de) - High Yield Bonds bleiben auch 2017 Nutznießer des Anlagenotstandes, so die Experten von Kames Capital.

Nach dem Rekordjahr 2016 rechne Kames Capital 2017 mit Renditen zwischen 4 und 7 Prozent. "Ein Ende des Anlagenotstandes ist nicht in Sicht. Die Zinsen bleiben niedrig", sage David Ennett.

Trotz der zweistelligen Zuwächse des Vorjahres sei die Bewertung attraktiv. "HY-Bonds sind nicht billig, aber auch nicht teuer. Vor allem durch den Ausverkauf der Hochzinsbonds aus dem Energiesektor hinkt die Bewertung des HY-Marktes hinterher. Im historischen Vergleich befindet sich die Bewertung des HY-Marktes in der Nähe des historischen Durchschnitts. In einer Welt, in der viele Assetklassen deutlich überbewertet sind, ist das attraktiv", sage Ennett.

Viele Anleger würden sich wegen der steigenden Zinsen sorgen. Doch die seien für den HY-Bereich im Unterschied zu Investment-Grade- und Staatsanleihen nicht zuletzt durch deren kürzere Laufzeiten eine geringere Bedrohung. "Bezüglich der Zinsen sind wir im HY-Bereich entspannt. Bisher haben HY-Bonds in Zinserhöhungszyklen eine positive Rendite gebracht. Das ist so, weil die Zinsen typischerweise dann erhöht werden, wenn die Wirtschaft und damit die Profitabilität der HY-Emittenten wächst. Bis zum 4. oder 5. Anstieg verkraftet der HY-Markt steigende Zinsen sehr gut. Problematisch wird es, wenn die Zinsen zu schnell und zu stark steigen. Doch so ein Szenario ist gegenwärtig weit und breit nicht in Sicht", sage Kames-Experte Ennett.

Um die Rückzahlung der Bonds zu gewährleisten, müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. "Wir glauben, dass wir 2017 moderate Wachstumsraten sehen werden, die den HY-Markt unterstützen. In den USA dürften Steuersenkungsprogramme sowohl bei Konsumenten als auch bei Unternehmen greifen und zu verstärkten Ausgaben führen. Von Stimulus-Programmen profitieren Emittenten mit einem Fokus auf den US-Markt", füge Ennet hinzu.

In Europa beginne die geldpolitische Lockerung der EZB zu wirken. Die Wirtschaft der Eurozone erhole sich Schritt für Schritt. Während oberflächlich noch von Stagnation die Rede sei, expandiere die Industrie bereits das dritte Jahr in Folge. Für HY-Bonds sei das positiv. HY-Bonds in Pfund würden gerade einmal 3 Prozent des weltweiten HY-Marktes ausmachen. Damit werde der Brexit für den HY-Markt zu einem Nebenschauplatz.

Für HY-Investoren entscheidend sei die Rückzahlung der Bonds. Für dies spreche der Konservativismus, die Zurückhaltung der Unternehmen. Die Ausgaben und die Verschuldungsgrade würden sich in Grenzen halten. Im Zentrum stehe das Cash-Flow-Management.

Der Konservativismus verringere die Gefahr von Pleiten. In den vergangenen zwölf Monaten habe die Default-Rate bei 4,6 Prozent gelegen. Der größte Teil der Ausfälle gehe auf Unternehmen aus dem Energie- und Rohstoffsektor zurück. "Da die Pleiten jetzt abgewickelt werden und sich die Rohstoffpreise erholt haben, sollte sich die Default-Rate deutlich reduzieren", sei Ennett überzeugt. Außerhalb des Energie-, Metall- und Minen-Sektors sei die Gefahr von Ausfällen mit einer Default Rate von nur 0,75 Prozent selbst in den USA gering.

Die größten Chancen sehe Kames bei HY-Bonds mit einem B-Rating. Dort seien die Laufzeit und die Qualität der Kredite etwas geringer, aber das Risiko werde durch eine deutlich höhere Rendite kompensiert. "Das B-Segment ist der Sweet-Spot." Die Preise im BB-Segment seien durch verstärkte Käufe von Investment-Grade Investoren verzerrt, die ihre Rendite auf dem HY-Markt aufbessern wollten, glaube Kames. Die EZB kaufe Staatsanleihen und IG-Bonds. Kames meide das CCC-Segment. "Das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt dort nicht. Dieses Segment steht für 50 Prozent der Pleiten, aber nur für 15 Prozent der Yields", sage Ennett. Insgesamt sei die Qualität im HY-Markt auf einem Rekordniveau. Noch nie sei der Anteil der Bonds, die ein Rating von BB- hätten, so hoch gewesen. Gleichzeitig sei die Zahl der Bonds mit einem CCC-Segment niedrig wie nie.

Der globale HY-Markt sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen, so könnten die Fondsmanager von Kames aus mehr als 3500 Bonds wählen. Da der Fonds mit 115 bis 130 Positionen im Vergleich zu vielen Konkurrenten ein überschaubar großes Portfolio habe, könne stark selektiert werden. Emerging Marktes High Yield Bonds würden gemieden. In vielen Ländern wie Brasilien seien Anleihengläubiger Aktionären rechtlich gleichgestellt. "Das ist nicht in Ordnung, da das Aufwärtspotenzial bei Bonds anders als bei Aktien begrenzt ist. Aus diesen Gründen sind wir in den Emerging Markets kaum investiert", erkläre Ennett. (Ausgabe vom 15.03.2017) (16.03.2017/alc/a/a)