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Rück- und Ausblick auf die Schwellenländer - Anleihen schlagen sich ordentlich


10.01.17 12:27
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Anleger, die vor einem Jahr auf Anleihen der Schwellenländer setzten, konnten sich zu Weihnachten über eine ordentliche Wertentwicklung freuen - und das trotz der vielen Aufregerthemen des vergangenen Jahres, einschließlich des Brexit und der US-Wahlen, so die Experten von M&G Investments.

Da diese Anlageklasse mit niedriger Bewertung und einem gewissen Pessimismus in 2016 gestartet sei, sei viel vom folgenden Aufschwung und der Kurserholung hängen geblieben. "Im Durchschnitt erzielten Anleger 2016 mit Schwellenländeranleihen Gesamterträge von rund 10 Prozent, und zwar sowohl bei Hartwährungs-, Lokalwährungs- und Unternehmensanleihen", sage Claudia Calich, Managerin des M&G Global Emerging Markets Bond Fund.

Die einzelnen Märkte hätten sich dabei häufig spiegelbildlich zum Vorjahr entwickelt: Mit Ausnahme der Ukraine hätten 2016 diejenigen Schwellenländer vorn gelegen, die 2015 schlecht abgeschnitten hätten. Eine große Rolle habe dabei die Erholung des Ölpreises und anderer Rohstoffe gespielt. Klarer Spitzenreiter seien brasilianische Staatsanleihen gewesen, die auf Real begeben worden seien - damit hätten Anleger 2016 eine Gesamtperformance von 58,5 Prozent einstreichen können. Die Türkei und Mexiko hätten dagegen die höchsten Verluste eingebracht und im Jahresverlauf 9,4 beziehungsweise 16,8 Prozent verloren.

Nach Claudia Calich Einschätzung seien die meisten Schwellenmärkte für 2017 gut gerüstet: "Da die Währungen überwiegend fair oder sogar etwas unterbewertet sind, können die Länder auch höhere Zinsen in den USA und einen stärkeren Dollar verkraften." Größter Unsicherheitsfaktor sei jedoch der Chinesische Renminbi, dessen Entwicklung stark von der zukünftigen US-Handelspolitik abhänge.

Eine chinaunfreundliche US-Politik könne auch die feste Anbindung an den Dollar in Gefahr bringen. "Ich gehe zwar nicht davon aus, dass China dieses Jahr zu flexiblen Wechselkursen übergehen wird, es bleibt jedoch ein Risiko", sage Calich. Insgesamt erwarte die Fondsmanagerin, dass es 2017 weniger um die Allokation zwischen Hart- und Lokalwährungsanleihen gehen werde. Wichtiger werde es sein, die Volatilität und allgemeine Marktrisiken im Auge zu behalten. (10.01.2017/alc/a/a)