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Russland: CBR beginnt, den Leitzins zu senken
15.06.16 08:30
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Russische Zentralbank hat nun doch bereits im Juni ihre Bedenken über Bord geworfen und ihren Leitzins um 50 BP auf 10,50% gesenkt, so die Analysten der DekaBank.
Wie Notenbankchefin Nabiullina habe verlauten lassen, sei seit der letzten Zinsentscheidung Ende April die Unsicherheit über den Inflationsausblick merklich zurückgegangen. Vor allem die positive Entwicklung des Ölpreises, der auch dem Russischen Rubel Kraft verliehen habe, sei ein entscheidender Faktor gewesen. Auch sei ein Anstieg der Inflationsrate durch Basiseffekte bislang ausgeblieben. Sorgen der CBR um erhöhte Inflationserwartungen, Überschussliquidität im Bankensektor und Unsicherheit über die Fiskalpolitik seien allerdings nicht so leicht vom Tisch zu wischen gewesen, und so habe sich die Bank auch nicht auf weitere Schritte festlegen lassen.
Auch die Lohnentwicklung dürften die Geldpolitiker noch im Auge behalten, nachdem Sorgen um exzessive Zuwächse im April nur beruhigt, nicht aber völlig entkräftet worden seien. Die besser als erwartete Konjunkturentwicklung im ersten Quartal und die Aussicht auf eine Rückkehr in positives Wachstumsterritorium in der zweiten Jahreshälfte könnten für Lohndruck sorgen, zumal die Arbeitslosigkeit mit 5,9% nahe historischen Tiefständen liege (zum Vergleich: in der Rezession 2008/09 sei ein Hoch von 9,4% erreicht worden). Bei anhaltend solider Entwicklung der Ölpreise sowie einer Anpassung der Inflationserwartungen nach unten sollten allerdings noch Zinssenkungen in Höhe von 100 bis 150 BP in diesem Jahr möglich sein.
Eine Aufhebung der im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt geltenden Wirtschaftssanktionen des Westens würde der russischen Wirtschaft einen großen positiven Impuls geben. Doch eine solche Aufhebung sei an die Umsetzung des Minsk II-Abkommens gekoppelt, die sehr schleppend verlaufe. Ende 2015 seien die EU-Sanktionen um ein weiteres Halbjahr verlängert worden, und aktuell seien die Bedingungen für eine Aufhebung der Sanktionen in 2016 nicht gegeben, auch wenn es zwischen Russland und der EU Zeichen einer Wiederannäherung gebe.
Nachdem Moody's noch im März angekündigt habe, aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise das Rating in den kommenden Monaten erneut auf eine Herabstufung hin zu prüfen, habe es bereits einen Monat später die Entwarnung gegeben, als sich die Anzeichen für eine Stabilisierung sowohl der Ölpreise als auch der wirtschaftlichen Lage gemehrt hätten.
Auch die fiskalische Lage Russlands sei durchaus solide: Die Staatsverschuldung lieg unter 15% des BIP, und die Mittel der fiskalischen Reservefonds würden für 2016 selbst dann für die Finanzierung des Budgetdefizits ausreichen, wenn die Regierung keine Budgetkürzungen gegenüber dem ursprünglichen Budgetentwurf vornehme, der von einem durchschnittlichen Ölpreis von 50 USD/Fass ausgehe. Die Fiskal- und Geldpolitik würden konservativ ausgerichtet bleiben. Die Auslandsverschuldung des Privatsektors sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, und auch die Kapitalabflüsse hätten deutlich abgenommen, sodass die Währungsreserven weiterhin solide knapp unter 400 Mrd. USD lägen.
Mittelfristig seien die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sowie die Dynamik der Öl- und Gaspreise für das russische Rating entscheidend. Bislang könne bei diesen zwei Faktoren noch nicht von einer ausgeprägten Entspannung die Rede sein, und so bleibe der Bonitätsausblick weiterhin negativ.
Im September 2016 würden in Russland Wahlen für die Unterkammer des Parlamentes (Duma) stattfinden. Die Regierungspartei "Einiges Russland" werde zwar deutlich weniger unterstützt als der Präsident und der Ministerpräsident persönlich, die Analysten würden allerdings keine grundlegenden politischen Änderungen im Zusammenhang mit den Wahlen erwarten, sodass sie für das Rating neutral bleiben dürften. (Ausgabe vom 14.06.2016) (15.06.2016/alc/a/a)
Wie Notenbankchefin Nabiullina habe verlauten lassen, sei seit der letzten Zinsentscheidung Ende April die Unsicherheit über den Inflationsausblick merklich zurückgegangen. Vor allem die positive Entwicklung des Ölpreises, der auch dem Russischen Rubel Kraft verliehen habe, sei ein entscheidender Faktor gewesen. Auch sei ein Anstieg der Inflationsrate durch Basiseffekte bislang ausgeblieben. Sorgen der CBR um erhöhte Inflationserwartungen, Überschussliquidität im Bankensektor und Unsicherheit über die Fiskalpolitik seien allerdings nicht so leicht vom Tisch zu wischen gewesen, und so habe sich die Bank auch nicht auf weitere Schritte festlegen lassen.
Auch die Lohnentwicklung dürften die Geldpolitiker noch im Auge behalten, nachdem Sorgen um exzessive Zuwächse im April nur beruhigt, nicht aber völlig entkräftet worden seien. Die besser als erwartete Konjunkturentwicklung im ersten Quartal und die Aussicht auf eine Rückkehr in positives Wachstumsterritorium in der zweiten Jahreshälfte könnten für Lohndruck sorgen, zumal die Arbeitslosigkeit mit 5,9% nahe historischen Tiefständen liege (zum Vergleich: in der Rezession 2008/09 sei ein Hoch von 9,4% erreicht worden). Bei anhaltend solider Entwicklung der Ölpreise sowie einer Anpassung der Inflationserwartungen nach unten sollten allerdings noch Zinssenkungen in Höhe von 100 bis 150 BP in diesem Jahr möglich sein.
Nachdem Moody's noch im März angekündigt habe, aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise das Rating in den kommenden Monaten erneut auf eine Herabstufung hin zu prüfen, habe es bereits einen Monat später die Entwarnung gegeben, als sich die Anzeichen für eine Stabilisierung sowohl der Ölpreise als auch der wirtschaftlichen Lage gemehrt hätten.
Auch die fiskalische Lage Russlands sei durchaus solide: Die Staatsverschuldung lieg unter 15% des BIP, und die Mittel der fiskalischen Reservefonds würden für 2016 selbst dann für die Finanzierung des Budgetdefizits ausreichen, wenn die Regierung keine Budgetkürzungen gegenüber dem ursprünglichen Budgetentwurf vornehme, der von einem durchschnittlichen Ölpreis von 50 USD/Fass ausgehe. Die Fiskal- und Geldpolitik würden konservativ ausgerichtet bleiben. Die Auslandsverschuldung des Privatsektors sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, und auch die Kapitalabflüsse hätten deutlich abgenommen, sodass die Währungsreserven weiterhin solide knapp unter 400 Mrd. USD lägen.
Mittelfristig seien die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sowie die Dynamik der Öl- und Gaspreise für das russische Rating entscheidend. Bislang könne bei diesen zwei Faktoren noch nicht von einer ausgeprägten Entspannung die Rede sein, und so bleibe der Bonitätsausblick weiterhin negativ.
Im September 2016 würden in Russland Wahlen für die Unterkammer des Parlamentes (Duma) stattfinden. Die Regierungspartei "Einiges Russland" werde zwar deutlich weniger unterstützt als der Präsident und der Ministerpräsident persönlich, die Analysten würden allerdings keine grundlegenden politischen Änderungen im Zusammenhang mit den Wahlen erwarten, sodass sie für das Rating neutral bleiben dürften. (Ausgabe vom 14.06.2016) (15.06.2016/alc/a/a)
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