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Russland: Leitzinssenkung als Neujahrsvorhaben
16.12.15 07:21
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die russische Wirtschaft befindet sich gerade in einem Stabilisierungsprozess nach dem Ende der tiefen Rezession des ersten Halbjahres 2015, die durch die stark gesunkenen Ölpreise in Verbindung mit den westlichen Wirtschaftssanktionen verursacht worden ist, so die Analysten der DekaBank.
Die Rezession sei technisch gesehen überwunden und die Trends, die sich bereits seit dem Sommer abzeichnen, scheinen intakt. Die Industrieproduktion profitiere insbesondere in exportorientierten Sektoren von der Rubel-Schwäche und die Investitionstätigkeit stabilisiere sich auf einem niedrigen Niveau, während die Konsumstimmung stark unter dem realen Einkommensverlust leide.
Aufgrund der hohen Volatilität des Rubel-Wechselkurses lasse der Inflationsdruck nur äußerst langsam nach: Im November hätten die Verbraucherpreise 15% über dem Vorjahresniveau gelegen (Oktober: 15,6% yoy). Die neue Abwärtsspirale der Ölpreise habe den Rubel seit Anfang Dezember wieder auf Talfahrt geschickt, sodass die monatliche Teuerungsrate sogar ansteigen dürfte. Die Sanktionen, die Russland nach dem Abschuss seines Kampfjets durch die Türkei u.a. im Bereich der Lebensmittelimporte eingeführt habe, würden ebenfalls kaum zur Inflationsmoderierung beitragen. Angesichts der Rubel-Abwertung, der am 16. Dezember aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Leitzinswende in den USA sowie der aufgrund der russisch-türkischen Spannungen im Syrien-Konflikt erneut angestiegenen geopolitischen Risiken wundere es kaum, dass die russische Zentralbank ihren Leitzins am 11. Dezember bei 11% belassen habe. An ihrer Absicht, die Geldpolitik auf einem der nächst en Meetings in 2016 zu lockern - sobald die Inflationsdynamik und die Finanzmärkte das erlauben würden, halte die Zentralbank allerdings fest.
Eine Aufhebung der seit nun einem Jahr im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt geltenden Wirtschaftssanktionen des Westens würde der russischen Wirtschaft einen großen positiven Impuls geben. Doch eine solche Aufhebung sei an die Umsetzung des Minsk II-Abkommens gekoppelt. Hier gebe es zwar Fortschritte, doch für eine vorzeitige Aufhebung der Sanktionen reiche es bei Weitem nicht aus. Die Analysten der DekaBank würden davon ausgehen, dass die EU-Sanktionen im Dezember um ein weiteres halbes Jahr verlängert würden.
Seit Jahresanfang sei das Rating Russlands durch Moodys und S&P in den spekulativen Bereich heruntergestuft worden. Dank der niedrigen Staatsverschuldung, eines Leistungsbilanzüberschusses, des fiskalischen Puffers und der weiterhin komfortablen Höhe an Währungsreserven (ca. 360 Mrd. USD) könne der russische Staat eine vorübergehende Durststrecke auf dem Finanzmarkt ohne größere Probleme überstehen und sich auch eine erhebliche Ausweitung des Budgetdefizits leisten. Die Haushaltsplanung bleibe bislang allerdings konservativ und darauf bedacht, sparsam mit den Mitteln der Stabilitätsfonds umzugehen. So sollten in 2016 die Gehälter im öffentlichen Sektor und die Renten deutlich geringer steigen, als es für den Inflationsausgleich notwendig wäre. Da gäbe es vor den Parlamentswahlen Ende 2016 noch etwas Raum für eine zusätzliche Anhebung der Renten und Gehälter als "Wahlgeschenk". Mittelfristig seien die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sowie die Dynamik der Öl- und Gaspreise für das russische Rating entscheidend. Bislang könne bei diesen zwei Faktoren nicht von einer ausgeprägten Entspannung die Rede sein und so bleibe der Bonitätstrend weiterhin negativ. (16.12.2015/alc/a/a)
Die Rezession sei technisch gesehen überwunden und die Trends, die sich bereits seit dem Sommer abzeichnen, scheinen intakt. Die Industrieproduktion profitiere insbesondere in exportorientierten Sektoren von der Rubel-Schwäche und die Investitionstätigkeit stabilisiere sich auf einem niedrigen Niveau, während die Konsumstimmung stark unter dem realen Einkommensverlust leide.
Eine Aufhebung der seit nun einem Jahr im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt geltenden Wirtschaftssanktionen des Westens würde der russischen Wirtschaft einen großen positiven Impuls geben. Doch eine solche Aufhebung sei an die Umsetzung des Minsk II-Abkommens gekoppelt. Hier gebe es zwar Fortschritte, doch für eine vorzeitige Aufhebung der Sanktionen reiche es bei Weitem nicht aus. Die Analysten der DekaBank würden davon ausgehen, dass die EU-Sanktionen im Dezember um ein weiteres halbes Jahr verlängert würden.
Seit Jahresanfang sei das Rating Russlands durch Moodys und S&P in den spekulativen Bereich heruntergestuft worden. Dank der niedrigen Staatsverschuldung, eines Leistungsbilanzüberschusses, des fiskalischen Puffers und der weiterhin komfortablen Höhe an Währungsreserven (ca. 360 Mrd. USD) könne der russische Staat eine vorübergehende Durststrecke auf dem Finanzmarkt ohne größere Probleme überstehen und sich auch eine erhebliche Ausweitung des Budgetdefizits leisten. Die Haushaltsplanung bleibe bislang allerdings konservativ und darauf bedacht, sparsam mit den Mitteln der Stabilitätsfonds umzugehen. So sollten in 2016 die Gehälter im öffentlichen Sektor und die Renten deutlich geringer steigen, als es für den Inflationsausgleich notwendig wäre. Da gäbe es vor den Parlamentswahlen Ende 2016 noch etwas Raum für eine zusätzliche Anhebung der Renten und Gehälter als "Wahlgeschenk". Mittelfristig seien die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sowie die Dynamik der Öl- und Gaspreise für das russische Rating entscheidend. Bislang könne bei diesen zwei Faktoren nicht von einer ausgeprägten Entspannung die Rede sein und so bleibe der Bonitätstrend weiterhin negativ. (16.12.2015/alc/a/a)
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