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Ein Schulden-Tsunami rast um die Welt
22.03.23 12:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ereignisse um die Silicon Valley Bank lenken den Fokus der Finanzmärkte wieder auf die weltweite Verschuldungsproblematik, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Der hohe Eigenbestand der Bank an US-Treasuries müsse durch die restriktivere Notenbankpolitik erhebliche Abschreibungen verkraften, die die Bank offensichtlich nicht tragen könne. Die Erinnerungen an die Kursentwicklung der Aktien- und Rentenmärkte im Jahr 2008 (Lehman Entwicklungen) würden zur Vorsicht mahnen. In Europa seien besonders Bankaktien betroffen, wie Crédit Suisse, die von der UBS habe übernommen werden müssen.
Im Kern aller konjunkturellen Probleme der Weltwirtschaft und der internationalen Finanzmärkte stünden zurzeit die Handelsbeschränkungen, Sanktionen und erhöhten Importzölle. Das betreffe insbesondere die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China. Und im Kern dieses Konfliktes würden sich die großen Ungleichgewichte im Welthandel befinden. Die USA müssten jedes Jahr ein riesiges Defizit in der Handels- und Leistungsbilanz hinnehmen, China dagegen verbuche einen hohen Überschuss. Ein US-Defizit von durchschnittlich ca. USD 500 Mrd. pro Jahr erhöhe die Auslandsverschuldung der USA, sodass in wenigen Jahren die USA in eine unhaltbare Abhängigkeit von ausländischen Gläubigern geraten sei. Ausländer würden insbesondere amerikanische Staatsanleihen und Aktien. Doch in den USA selbst sei das Haushaltsdefizit von derzeit USD 30 Billionen ein noch größeres Problem. Diese Schulden würden im Wesentlichen von der FED finanziert, die damit zum entscheidenden Verursacher der Inflation geworden sei.
Nach amerikanischem Vorbild sei dies in allen Haushalten rund um die Welt der Fall. Abzulesen im Verlauf der nebenstehenden Kurve des IWF. Wie ein Damoklesschwert hänge die absurd hohe Verschuldung aller Sektoren über der Weltwirtschaft. Viele private Haushalte, Unternehmen und Staatshaushalte hätten so hohe Kredite aufgenommen, dass eine Normalisierung der Zinsstrukturkurve sie unweigerlich in den Bankrott treiben würde.
Die internationalen Notenbanken wissen natürlich, dass eine Erhöhung der Zinsstrukturkurve nur um einen Prozentpunkt die Weltkonjunktur in ein Chaos stürzen könnte, so die Analysten von "fairesearch". Doch was könnten sie jetzt tun? Ihnen bleibe nur die Möglichkeit, die "Flucht nach vorn" zu betreiben und die Welt mit noch mehr billigem Geld zu versorgen, selbst zu höheren Leitzinsen. Immer mit der Hoffnung, hierdurch letzten Endes doch mehr Wachstum zu kreieren, sodass sich die Weltwirtschaft von allein saniere nach dem Motto von Münchhausen, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben solle.
Auf offene Ohren würden die Forderungen nach einer Erhöhung der Staatsverschuldung bei vielen Politikern stoßen, die die gegenwärtig schon absurd hohen Verbindlichkeiten der öffentlichen Hände durchaus noch zu erhöhen bereit seien. Der britische Nationalökonom John Maynard Keynes (1883-1946) habe die Meinung vertreten, im Falle einer Konjunkturflaute solle der Staat mit kreditfinanzierten Förderungsprogrammen die Gesamtnachfrage ankurbeln (Deficit Spending). Auch jetzt werde wieder in vielen Ländern nach Möglichkeiten zur Konjunkturstimulierung gesucht. Doch da die öffentlichen Kassen leer seien, gehe das nur über Kreditfinanzierung. Doch wieviel Wirtschaftswachstum bringe eigentlich staatliche Neuverschuldung?
Seit 1965 sei die US-Staatsverschuldung von etwa 0 auf jetzt USD 30 Billionen immer nur gestiegen. Ein Einfluss auf die Konjunkturentwicklung lasse sich dabei nicht erkennen. Das "Deficit Spending" funktioniere nicht. Völlig in Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in wirtschaftlich guten Zeiten die Schulden wieder zurück zu bezahlen. Was bedeute das für den Wechselkurs eines Landes, das immer mehr Schulden mache? Eine fundamentale Stärke sei das nicht, im Gegenteil! Es stehe inzwischen für die Industrieländer fest, dass ein weiterer Dollar oder Euro kreditfinanzierter Staatsausgaben immer weniger BIP-Wachstum produziere. Der Grenznutzen sinke in Richtung null, und eine Neuverschuldung bringe überhaupt kein Wachstum mehr. In Japan, den USA und der Südperipherie der Eurozone sowie in vielen Schwellenländern dürfte der Grenznutzen inzwischen sogar negativ sein.
Der steigende Schuldendienst in den Ländern bewirke, dass noch höhere kreditfinanzierte Staatsausgaben kontraproduktiv seien. Das "süße Leben auf Pump" scheitere. Anleger werden vorsichtiger und retten sich in Anlagen in Edelmetallen, so die Analysten von "fairesearch". (22.03.2023/alc/a/a)
Der hohe Eigenbestand der Bank an US-Treasuries müsse durch die restriktivere Notenbankpolitik erhebliche Abschreibungen verkraften, die die Bank offensichtlich nicht tragen könne. Die Erinnerungen an die Kursentwicklung der Aktien- und Rentenmärkte im Jahr 2008 (Lehman Entwicklungen) würden zur Vorsicht mahnen. In Europa seien besonders Bankaktien betroffen, wie Crédit Suisse, die von der UBS habe übernommen werden müssen.
Im Kern aller konjunkturellen Probleme der Weltwirtschaft und der internationalen Finanzmärkte stünden zurzeit die Handelsbeschränkungen, Sanktionen und erhöhten Importzölle. Das betreffe insbesondere die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China. Und im Kern dieses Konfliktes würden sich die großen Ungleichgewichte im Welthandel befinden. Die USA müssten jedes Jahr ein riesiges Defizit in der Handels- und Leistungsbilanz hinnehmen, China dagegen verbuche einen hohen Überschuss. Ein US-Defizit von durchschnittlich ca. USD 500 Mrd. pro Jahr erhöhe die Auslandsverschuldung der USA, sodass in wenigen Jahren die USA in eine unhaltbare Abhängigkeit von ausländischen Gläubigern geraten sei. Ausländer würden insbesondere amerikanische Staatsanleihen und Aktien. Doch in den USA selbst sei das Haushaltsdefizit von derzeit USD 30 Billionen ein noch größeres Problem. Diese Schulden würden im Wesentlichen von der FED finanziert, die damit zum entscheidenden Verursacher der Inflation geworden sei.
Die internationalen Notenbanken wissen natürlich, dass eine Erhöhung der Zinsstrukturkurve nur um einen Prozentpunkt die Weltkonjunktur in ein Chaos stürzen könnte, so die Analysten von "fairesearch". Doch was könnten sie jetzt tun? Ihnen bleibe nur die Möglichkeit, die "Flucht nach vorn" zu betreiben und die Welt mit noch mehr billigem Geld zu versorgen, selbst zu höheren Leitzinsen. Immer mit der Hoffnung, hierdurch letzten Endes doch mehr Wachstum zu kreieren, sodass sich die Weltwirtschaft von allein saniere nach dem Motto von Münchhausen, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben solle.
Auf offene Ohren würden die Forderungen nach einer Erhöhung der Staatsverschuldung bei vielen Politikern stoßen, die die gegenwärtig schon absurd hohen Verbindlichkeiten der öffentlichen Hände durchaus noch zu erhöhen bereit seien. Der britische Nationalökonom John Maynard Keynes (1883-1946) habe die Meinung vertreten, im Falle einer Konjunkturflaute solle der Staat mit kreditfinanzierten Förderungsprogrammen die Gesamtnachfrage ankurbeln (Deficit Spending). Auch jetzt werde wieder in vielen Ländern nach Möglichkeiten zur Konjunkturstimulierung gesucht. Doch da die öffentlichen Kassen leer seien, gehe das nur über Kreditfinanzierung. Doch wieviel Wirtschaftswachstum bringe eigentlich staatliche Neuverschuldung?
Seit 1965 sei die US-Staatsverschuldung von etwa 0 auf jetzt USD 30 Billionen immer nur gestiegen. Ein Einfluss auf die Konjunkturentwicklung lasse sich dabei nicht erkennen. Das "Deficit Spending" funktioniere nicht. Völlig in Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in wirtschaftlich guten Zeiten die Schulden wieder zurück zu bezahlen. Was bedeute das für den Wechselkurs eines Landes, das immer mehr Schulden mache? Eine fundamentale Stärke sei das nicht, im Gegenteil! Es stehe inzwischen für die Industrieländer fest, dass ein weiterer Dollar oder Euro kreditfinanzierter Staatsausgaben immer weniger BIP-Wachstum produziere. Der Grenznutzen sinke in Richtung null, und eine Neuverschuldung bringe überhaupt kein Wachstum mehr. In Japan, den USA und der Südperipherie der Eurozone sowie in vielen Schwellenländern dürfte der Grenznutzen inzwischen sogar negativ sein.
Der steigende Schuldendienst in den Ländern bewirke, dass noch höhere kreditfinanzierte Staatsausgaben kontraproduktiv seien. Das "süße Leben auf Pump" scheitere. Anleger werden vorsichtiger und retten sich in Anlagen in Edelmetallen, so die Analysten von "fairesearch". (22.03.2023/alc/a/a)


