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Schuldenexplosion wird eine immer stärkere Belastung für die Finanzmärkte
19.02.18 11:15
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum ersten Mal seit 70 Jahren wird das Budgetdefizit in den USA in Friedenszeiten in einer Phase konjunktureller Expansion wieder steigen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Von einer Politik des Sparens und der Sanierung des US-Bundeshaushaltes könne keine Rede sein. Die Staatsschulden seien inzwischen (13.02.2018, 18 Uhr) auf über USD 20.600 Mrd. (20,6 Billionen = 20,6 multipliziert mit 10 12) gestiegen. Sie würden nie wieder zurückbezahlt. Auf jeden einzelnen Steuerzahler würden davon USD 170.377 entfallen (Quelle: US Debt Clock).
Am 09.02.2018 habe der amerikanische Kongress den Haushaltsumfang für die nächsten zwei Jahre beschlossen. Von dem Minimalziel, wenigstens keine Neuverschuldung zuzulassen, sei der Beschluss weit entfernt. Das Gesetz sehe eine Erhöhung der Ausgaben von mehr als USD 300 Mrd. vor. Im kommenden Haushaltsjahr werde so mit einem Defizit von USD 1,1 Billionen zu rechnen sein.
Neu sei der Regierungsvorschlag, Investitionen in die Infrastruktur in der Größenordnung von USD 1.500 Mrd. zu planen. Hiervon sollten rund USD 200 Mrd. vom Staatshaushalt aufgebracht werden. Damit würde das jährliche Defizit schnell auf USD 1,5 Billionen steigen. Die nationale Verschuldung belaufe sich in 2020/2021 schätzungsweise auf USD 25 Billionen.
Die Abgeordneten beider großen Parteien seien immer weniger besorgt über die steigende Staatsverschuldung. Auch die Republikaner, die unter Obama die öffentliche Verschuldung so sehr kritisiert hätten, seien stumm geworden.
Mit der rasch steigenden Staatsverschuldung stelle sich das Problem des Schuldendienstes (Tilgungen plus Soll-Zinsen). Die Zinsen in den USA würden in diesem Jahr von der FED vermutlich noch drei- bis viermal und 2019 zweimal um jeweils 0,25% angehoben. Für die Notenbank gehe es dabei nicht um einen restriktiveren Kurs der Geldpolitik, sondern um eine Rückkehr zur Normalität, zu einem Kurs, der weder restriktiv noch expansiv wirke, aber die Nachteile der allzu lockeren Geldpolitik verhindere. Eine "normale Zinsstrukturkurve" könnte Geldmarktzinsen von 2% bis 3% und Renditen 10-jähriger Staatsanleihen (Treasuries) von 4% bis 5% bieten. Schon jetzt lägen diese Renditen bei 2,95%. Unter der Annahme, dass sich der durchschnittliche Zinssatz für die Soll-Zinsen auf 4% im Haushaltsjahr 2020/2021 belaufe, würden sich Sollzinszahlungen in Höhe von USD 1 Billion ergeben. Sie müssten im jährlichen Staatshaushalt verbucht werden.
Größte Sorgen bereite den Finanzmärkten ein allzu rascher Zinsanstieg. Die FED könnte dazu gezwungen sein, wenn die Inflationsraten wieder stärker ansteigen sollten. Das Ziel der US-Notenbank für die Teuerungsrate laute 2%. Im Januar habe sich der Konsumentenpreisindex (CPI) um 2,1% erhöht. Bei diesem Stand könne man noch nicht von "Inflation" reden. Die Produzentenpreise würden um 2,7% steigen. Die Konjunkturerholung und die gesunkene Arbeitslosigkeit könnten doch zu höheren Lohnsteigerungen führen. Um eine Überhitzung zu vermeiden, bliebe der FED dann nur noch eine straffere Geldpolitik übrig.
Derzeit lägen die Leitzinsen bei 1,25% bis 1,50%. Die obige Annahme von 4% Soll-Zinsen in 2020/2021 werde immer wahrscheinlicher. Doch wer seien die Käufer dieser riesigen Menge von US-Staatsanleihen in Höhe von USD 20 Billionen? Ausländer würden derzeit USD 6,3 Billionen halten. China mit USD 1,176 Billionen und Japan mit USD 1,084 Billionen seien die größten Gläubiger. Die Vereinigten Staaten seien damit sehr abhängig vom Vertrauen ihrer ausländischen Gläubiger und deren Überzeugung in die Stabilität der US-Valuta. Doch dieses Vertrauen sei in den letzten zwölf Monaten hohen Belastungen ausgesetzt worden. Der USD sei keineswegs ein "sicherer Hafen".
Die Entwicklung der US-Verschuldung, die weniger expansive Geldpolitik, drohende Inflationsgefahren und die Abhängigkeit der USA von ausländischen Investoren seien ernst zu nehmende Belastungsfaktoren. (19.02.2018/alc/a/a)
Von einer Politik des Sparens und der Sanierung des US-Bundeshaushaltes könne keine Rede sein. Die Staatsschulden seien inzwischen (13.02.2018, 18 Uhr) auf über USD 20.600 Mrd. (20,6 Billionen = 20,6 multipliziert mit 10 12) gestiegen. Sie würden nie wieder zurückbezahlt. Auf jeden einzelnen Steuerzahler würden davon USD 170.377 entfallen (Quelle: US Debt Clock).
Am 09.02.2018 habe der amerikanische Kongress den Haushaltsumfang für die nächsten zwei Jahre beschlossen. Von dem Minimalziel, wenigstens keine Neuverschuldung zuzulassen, sei der Beschluss weit entfernt. Das Gesetz sehe eine Erhöhung der Ausgaben von mehr als USD 300 Mrd. vor. Im kommenden Haushaltsjahr werde so mit einem Defizit von USD 1,1 Billionen zu rechnen sein.
Neu sei der Regierungsvorschlag, Investitionen in die Infrastruktur in der Größenordnung von USD 1.500 Mrd. zu planen. Hiervon sollten rund USD 200 Mrd. vom Staatshaushalt aufgebracht werden. Damit würde das jährliche Defizit schnell auf USD 1,5 Billionen steigen. Die nationale Verschuldung belaufe sich in 2020/2021 schätzungsweise auf USD 25 Billionen.
Mit der rasch steigenden Staatsverschuldung stelle sich das Problem des Schuldendienstes (Tilgungen plus Soll-Zinsen). Die Zinsen in den USA würden in diesem Jahr von der FED vermutlich noch drei- bis viermal und 2019 zweimal um jeweils 0,25% angehoben. Für die Notenbank gehe es dabei nicht um einen restriktiveren Kurs der Geldpolitik, sondern um eine Rückkehr zur Normalität, zu einem Kurs, der weder restriktiv noch expansiv wirke, aber die Nachteile der allzu lockeren Geldpolitik verhindere. Eine "normale Zinsstrukturkurve" könnte Geldmarktzinsen von 2% bis 3% und Renditen 10-jähriger Staatsanleihen (Treasuries) von 4% bis 5% bieten. Schon jetzt lägen diese Renditen bei 2,95%. Unter der Annahme, dass sich der durchschnittliche Zinssatz für die Soll-Zinsen auf 4% im Haushaltsjahr 2020/2021 belaufe, würden sich Sollzinszahlungen in Höhe von USD 1 Billion ergeben. Sie müssten im jährlichen Staatshaushalt verbucht werden.
Größte Sorgen bereite den Finanzmärkten ein allzu rascher Zinsanstieg. Die FED könnte dazu gezwungen sein, wenn die Inflationsraten wieder stärker ansteigen sollten. Das Ziel der US-Notenbank für die Teuerungsrate laute 2%. Im Januar habe sich der Konsumentenpreisindex (CPI) um 2,1% erhöht. Bei diesem Stand könne man noch nicht von "Inflation" reden. Die Produzentenpreise würden um 2,7% steigen. Die Konjunkturerholung und die gesunkene Arbeitslosigkeit könnten doch zu höheren Lohnsteigerungen führen. Um eine Überhitzung zu vermeiden, bliebe der FED dann nur noch eine straffere Geldpolitik übrig.
Derzeit lägen die Leitzinsen bei 1,25% bis 1,50%. Die obige Annahme von 4% Soll-Zinsen in 2020/2021 werde immer wahrscheinlicher. Doch wer seien die Käufer dieser riesigen Menge von US-Staatsanleihen in Höhe von USD 20 Billionen? Ausländer würden derzeit USD 6,3 Billionen halten. China mit USD 1,176 Billionen und Japan mit USD 1,084 Billionen seien die größten Gläubiger. Die Vereinigten Staaten seien damit sehr abhängig vom Vertrauen ihrer ausländischen Gläubiger und deren Überzeugung in die Stabilität der US-Valuta. Doch dieses Vertrauen sei in den letzten zwölf Monaten hohen Belastungen ausgesetzt worden. Der USD sei keineswegs ein "sicherer Hafen".
Die Entwicklung der US-Verschuldung, die weniger expansive Geldpolitik, drohende Inflationsgefahren und die Abhängigkeit der USA von ausländischen Investoren seien ernst zu nehmende Belastungsfaktoren. (19.02.2018/alc/a/a)


