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Schuldenpolitik der italienischen Regierung: Die Hütchenspieler vom Stiefel
17.07.17 11:52
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Obwohl bereits in der vorvergangenen Woche kurz erwähnt, erscheint die Schuldenpolitik der italienischen Regierung - nach einer Art konspirativen Sitzung in Rom - nochmals eine genauere Betrachtung wert, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Verwunderlich sei in diesem Zusammenhang, dass im Anschluss an dieses Treffen weder von der EU-Kommission noch von der bundesdeutschen Regierung Kommentare abgegeben worden seien. Ebenso wenig seien auf dem G20-Gipfel Misstöne zu vernehmen gewesen. Doch insbesondere vor dem Hintergrund leicht anziehender Refinanzierungskosten in der Eurozone würden sich immer mehr Investoren und Politiker die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit der italienischen Staatsschulden stellen.
Spätestens seit den ersten Hinweisen auf ein nahendes Ende der ultralockeren EZB-Geldpolitik sei man jenseits der Alpen bestrebt, eine Lösung des Schuldenproblems zu finden. Und hierbei scheine es keine Tabus zu geben. Die Möglichkeiten zur Reduzierung der drückenden Verbindlichkeiten Roms würden sich von einem Schuldenschnitt über die Einführung einer Parallelwährung bis hin zum Austritt aus der Währungsunion erstrecken. Die Überlegungen von Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern, Schuldenexperten und Investoren würden anscheinend insbesondere darauf abzielen, die Schmerzgrenzen Deutschlands auszuloten. Werde doch Deutschland bei jeder sich bietenden Gelegenheit als der große Profiteur der europäischen Finanzkrise genannt. Nicht nur durch die Ersparnisse bei der Haushaltsfinanzierung und die hohen Exportüberschüsse sei der Nutznießer der EZB-Geldpolitik ins Fadenkreuz der übrigen Euroländer geraten.
Wie verrückt die Welt inzwischen geworden sei, zeige sich daran, dass die ursprünglichen Verursacher der Krise nun sogar einen Teil der Ersparnisse Berlins für sich reklamieren würden, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sich auch ihre Zinslast mithilfe der EZB und somit Deutschlands drastisch verringert habe. Nur hätten die Politiker selbstzufrieden die erkaufte Zeit nicht für eine Haushaltssanierung genutzt.
Habe man in den vergangenen Wochen den Eindruck gewinnen können, dass nach den Frankreich-Wahlen in der Eurozone etwas Ruhe eingekehrt sei, so dürfte sich in den kommenden Wochen die Lage in der drittgrößten Wirtschaftsnation der Eurozone, Italien, wieder zuspitzen. Denn eines sollte allen Beteiligten klar sein, Italien sei nicht Griechenland und somit zu groß, um nebenbei gerettet werden zu können. Dass Italien gemäß Weltbank-Index auf dem zweitletzten Platz in der Eurozone vor Griechenland gelistet werde und das Pro-Kopf-BIP so langsam wachse wie in kaum einem anderen Euroland, lasse allerdings nur wenig Hoffnung auf Besserung aufkeimen.
Doch die Zeit dränge, denn die politischen Risiken der anstehenden Wahl in Italien sollten nicht unterschätzt werden, zumal über die Hälfte der zur Wahl stehenden Parteien nicht gerade als europafreundlich einzustufen seien. Die Eurozone brauche aber eine stabile, europafreundliche Regierung in Rom, um die Herausforderungen in Europa bewerkstelligen zu können. Sich zum jetzigen Zeitpunkt von dem europäischen Gedanken zu verabschieden, wäre allerdings das falsche Zeichen gegenüber den Machtblöcken Russland und den USA. Somit dürfe man gespannt sein, was den Hütchenspielern vom Stiefel in den kommenden Wochen und Monaten noch einfallen werde, um eine möglichst weitgehende Vergemeinschaftung der europäischen Schulden zu erreichen. In Italien werde sich das Schicksal der Eurozone entscheiden. Dessen sollte man sich bewusst sein!
Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 hätten Europas Banken einen Berg fauler Kredite angehäuft. Seitdem sei es insbesondere den Notenbanken und nur zu einem geringen Anteil den Politikern gelungen, einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Dennoch seien kleine Banken auf Altlasten in Höhe von rund einer Billion Euro sitzengeblieben. "Problemkredite", die über Jahrzehnte aufgebaut worden seien, würden sich eben nicht über Nacht aus der Welt schaffen lassen.
Das dürfte auch den EU-Finanzministern klar sein, welche die faulen Kredite so rasch wie möglich abbauen möchten. Ein entsprechender Aktionsplan sehe vor, unter anderem die Aufsicht zu stärken und die Regeln für die Gründung so genannter Bad Banks zu vereinheitlichen. Wolfgang Schäuble habe ja schon Recht, wenn er sage, man müsse es vorsichtig machen, aber man müsse es angehen. So dränge der deutsche Finanzminister darauf, die gute wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, um potenzielle Risiken abzubauen.
Allerdings zeige der Aktionsplan der EU-Finanzminister auch, welche Gratwanderung Brüssel hier eingehe. Denn wenn die Bankenaufsicht den Instituten künftig auferlegen könne, ihre Kapitalpuffer zur Risikovorsorge weiter zu erhöhen, sorge dies wiederum für einen eingeengten Spielraum bei der Kreditvergabe. Salopp gesagt, beiße sich die Katze hier in den Schwanz.
Bliebe also noch das Instrumentarium einer Bad Bank, an die man die faulen Kredite auslagern könnte. Immerhin, aus Angst vor einer Vergemeinschaftung der Bankrisiken sei eine gesamteuropäische Bad Bank vom Tisch. Stattdessen hätten sich die Minister auf EU-weite Regeln für nationale Verwertungsgesellschaften (AMC) verständigt - also Bad Banks auf Länderniveau, die Problemdarlehen zu Preisen ankaufe, welche für die Institute vorteilhaft seien, so zumindest die Theorie. Um Missbrauch zu verhindern, seien zugleich strikte Vorgaben für Staatshilfen geschaffen worden.
Ob die dann auch eingehalten würden, müsse man erst mal abwarten. Denn insbesondere die Banken der Südländer hätten teilweise ein solches Ausmaß an faulen Krediten in den Büchern, dass der Glaube an möglichst staatsferne Lösungen schwerfalle. So würden griechische Banken Problemkredite von 46% des gesamten Darlehensbestands aufweisen, Portugal fast 20% und Italien rund 15%. Der EU-Durchschnitt liege bei 5,1%. Deutsche Banken kämen auf 2,5%.
Im Schatten der Diskussion um faule Kredite bei Europas Banken habe auch ein deutsches Institut gehörig Schlagseite bekommen. Wackelige Schiffskredite über 10 Mrd. Euro hätten die HSH Nordbank so ins Schlingern gebracht, dass nach dem Willen der EU-Kommission bis Februar 2018 ein Käufer gefunden werden müsse.
Als Finanzinvestoren würden Apollo und Cerberus genannt. Aber auch die Beteiligungsgesellschaft Lone Star und der Investor J.C. Flowers, der einen Minderheitsanteil an der HSH halte, kämen infrage. Aber die hätten nur Interesse an den gesunden Teilen, die das profitable Kerngeschäft der HSH ausmachen würden. Von der internen Bad Bank, in der die faulen Schiffskredite eingebracht seien, möchten sie nichts wissen - es sei denn, die Eigner, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, würden noch etwas drauf legen. Das aber hieße, dass zusätzlich zu den Garantien, mit denen die Länder das Institut vor bestimmten Risiken abschirmen würden, ein weiterer Finanzbedarf von 3 bis 4 Mrd. Euro entstehen könnte.
Als wahrscheinlich gelte es, dass die bestehende Bad Bank (genannt "Abbaubank") mit weiteren Bürgschaften der Länder ausgestattet und unter deren Dach abgewickelt werde. Als Vehikel stünde dafür die HSH Portfoliomanagement AöR der Länder bereit, die von der HSH bereits faule Schiffskredite übernommen habe. Dazu könnte sich auch Niedersachsen gesellen, deren Nord LB selbst unter faulen Schiffskrediten leide.
Die Frage sei nun, ob eine separate Abwicklung der Abbaubank möglich sein werde, ohne ein weiteres Beihilfeverfahren der EU auszulösen. Brüssel habe die Unterstützung der Länder nur unter der Auflage genehmigt, dass die Bank privatisiert oder geschlossen werde. Sollte aber die komplette HSH abgewickelt werden, müssten die Länder mit weiteren Belastungen rechnen. Somit wären wohl auch private Anleger betroffen. Immerhin habe die HSH Investmentzertifikate über mehrere Milliarden Euro begeben, von denen das Gros von den Sparkassen an ihre Privatkunden verkauft worden sei. Sollte die HSH also geschlossen werden, drohe den Anlegern der Ausfall ihrer Forderungen. Denn laut EU-Bankenabwicklungs-Richtlinie müssten die Anleger für Verluste aus einer Bankenpleite haften. In einem solchen Fall würde sich zeigen, was den Sparkassen die "Institutssicherung" wert sei, nach der sie füreinander haften würden.
Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU werfe seinen langen Schatten voraus. So rechne die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) aufgrund der mit dem Brexit verbundenen Unsicherheit mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft. Für 2017 erwarte S&P nur noch ein Wachstum von 1,4% und 2018 gar von 0,9%. Im vergangenen Jahr sei die britische Wirtschaft noch um 1,8% gewachsen. Die Schätzung sei aber eher noch optimistisch, heiße es in einer Mitteilung der Ratingagentur. S&P führe seine Prognose insbesondere auf das schwache Britische Pfund und die dadurch gesunkene Kaufkraft einerseits sowie die zögerlichen Investitionen infolge der Brexit-Unsicherheiten andererseits zurück.
Inzwischen sei es bereits bei der ersten zentralen Frage der Brexit-Verhandlungen zum Zwist zwischen dem Europaparlament und der Regierung in London gekommen. Sollte Letztere das Angebot für Bleiberechte der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien nicht nachbessern, werde man notfalls ein Veto gegen das geplante Austrittsabkommen einlegen, habe Brüssel gedroht. Die Zukunft der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und der 1,2 Millionen Briten in der EU sei ein zentrales Thema für die zweite Verhandlungsrunde über den britischen EU-Austritt am kommenden Montag.
Premierministerin Theresa Mays Angebot vom Juni an alle EU-Bürger, sich um ein Bleiberecht bewerben zu können, reiche dem EU-Parlament nicht aus. Brüssel besitze hier einen starken Hebel, weil das Parlament einem Abkommen mit Großbritannien letztlich zustimmen müsse und damit eben auch blockieren könnte.
Zudem sei der Konjunkturoptimismus britischer Firmen im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Die Ursachen seien in den Wahlen vom Juni zu suchen, bei denen Mays Torys ihre Mehrheit verloren hätten. Hinzu komme, dass inzwischen das Gros der britischen Unternehmen Nachteile durch den Austritt aus der EU befürchte und daher einen sanften Brexit fordere.
Kein Zweifel, May wehe der Wind kräftig ins Gesicht. Nicht umsonst würden manche Beobachter derzeit bereits von der "Woche der Wahrheit" für die Premierministerin reden. Fast schon verzweifelt habe es da angemutet, als sie am Dienstag alle Parteien im britischen Unterhaus aufgefordert habe, in puncto Brexit Ideen und Ansichten beizusteuern, um diese Herausforderungen bewältigen zu können. Das sei schließlich ein Markenzeichen der Demokratie, habe May gesagt, die seit der von ihr selbst eingetüteten Neuwahl im Juni eine Minderheitsregierung anführe. Ihr jetziger Aufruf nach Zusammenarbeit mit den Oppositionsparteien klinge allerdings eher nach einem Hilferuf als nach einem Plan.
Emmanuel Macron versuche sich an der Quadratur des Kreises. So mute es zumindest an, wenn man sehe, was der neue französische Präsident alles gleichzeitig anpacke. Die französische Regierung wolle nicht nur sparen, um erstmals seit einem Jahrzehnt die europäische Defizitgrenze einzuhalten. Nein, sie wolle außerdem auch noch Unternehmen und Bürger steuerlich entlasten.
Durch einen Nachlass bei den Steuern in Höhe von fast 11 Mrd. Euro wolle Paris einen Schub für Investitionen, Beschäftigung und Wachstum auslösen. Erleichterungen solle es bei der Wohnungs-, der Vermögens- sowie der Unternehmenssteuer geben. Letztere solle schrittweise von 33,3% auf 25% gedrückt werden. Bis 2022 soll die Erleichterung bei der Steuerlast sogar auf 20 Mrd. Euro ansteigen.
Parallel dazu leite die Regierung Einsparungen in Höhe von 4,5 Mrd. Euro ein, die dafür sorgen sollten, dass Frankreich endlich wieder die europäische Defizitgrenze von 3% einhalten könne. Wie das erreicht werden solle? Das Gros der Einsparungen solle das Innen- und das Verteidigungsministerium tragen. Weder öffentliche Dienstleistungen noch Kommunen und Regionen sollten zur Finanzierung herangezogen werden. Vielmehr sei vorgesehen, dass etwa Ausschreibungen verbessert und der Fuhrpark effektiver gemanagt werden sollten. Es sei einfach eine Frage der Strenge, habe dazu Haushaltsminister Gerald Darmanin gesagt.
In Sachen Defizitgrenze werde man schon bald sehen, ob Macron hier reüssieren könne oder ob er sich doch an der Quadratur des Kreises versucht habe. Denn die gehöre ja bekanntlich zu den unlösbaren Aufgaben der Geometrie.
Auch in der vergangenen Berichtswoche hätten sich die meisten Unternehmen am Primärmarkt zurückgehalten und somit habe die Liste der Neuemissionen weiter ausgedünnt. Mit der französischen Reederei CMA CGM und dem staatlichen Energieversorger Lietuvos energija aus Litauen hätten sich immerhin zwei nicht unbekannte Unternehmen an den Kapitalmarkt gewagt und insgesamt 950 Mio. Euro eingesammelt.
CMA CGM sei ein Schifffahrts- und Logistikunternehmen mit Sitz in Marseille und derzeit mit 400 Containerschiffen die drittgrößte Reederei der Welt. Den Investoren der 650 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN XS1647100848 / WKN A19LKG) würden bei halbjährlicher Erstattung Zinsen in Höhe von 6,5% p.a. ausgezahlt. Der Bond sei am 15.07.2022 fällig und mit einer Make Whole Option sowie drei optionalen Kündigungsterminen und entsprechenden Rückzahlungskursen ausgestattet. Der erste sei am 15.07.2019 zu 103,25%, der zweite folge ein Jahr später am 15.07.2020 zu 101,625% und der letzte sei ein Jahr vor Endfälligkeit am 15.07.2021 zu 100%. Das Papier sei zu pari begeben worden, was einem Emissionsspread von +667 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichgekommen sei.
Der Energiekonzern Lietuvos energija habe ebenfalls erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. So seien 300 Mio. Euro in die Kassen des staatlichen Unternehmens mit Sitz in Vilnius geflossen. Der am 14.07.2027 endfällige Bond (ISIN XS1646530565 / WKN A19LD4) sei mit einem jährlichen Zins von 2% ausgestattet und der Emissionspreis habe 98,284% betragen, was einem Spread von +120 Bps über Mid Swap entsprochen habe.
Sowohl CMA CGM als auch Lietuvos energija hätten sich für eine Mindeststückelung von 100.000 Euro entschieden und daher dürften die Bonds eher für institutionelle Investoren interessant sein.
Noch vor wenigen Wochen hätten nur wenige Marktteilnehmer damit gerechnet, dass die irgendwann zu erwartende Marktkorrektur schon so kurz bevorstehe. Doch unverhofft komme oft und so gebe es an den Finanzmärkten weder eine Startaufstellung wie bei der Formel 1 noch die Regel, dass man erst losfahren dürfe, wenn die Ampeln ausgehen würden. An den Finanzmärkten gebe es nur "fliegende" Starts und somit müsse man jederzeit auf der Hut sein.
Natürlich ist es jetzt - nach einem Rückgang beim Rentenbarometer um fast 5 Punkte - ein Einfaches zu sagen: Das war's dann wohl, so die Analysten der Baader Bank. Doch so einfach sollte man es sich nicht machen. Sicherlich werde der Weg nach oben steinig sein, aber auszuschließen sei in diesen Zeiten nichts mehr. Obwohl sich erst mit einem nachhaltigen Unterschreiten der 10-Jahres-Rendite bei 0,50% die dunklen Wolken wieder verziehen würden. Jedoch wäre hierzu ein Anstieg beim Euro-Bund-Future über die psychologische Marke bei 162% notwendig und dazu müsse man schon viel Fantasie haben. Trotz der gestrigen Gegenbewegung lasse sich konstatieren, dass das Sorgenbarometer der Eurozone aktuell wirklich nicht besonders gesund aussehe.
Beim Blick auf den Chart ergebe sich eine erste Unterstützungslinie bei 160,71% und eine weitere bei 160,46%. Somit sei vorerst zu erwarten, dass in den kommenden Tagen die Tradingrange zwischen 160,71% und 161,52% nicht "freiwillig" verlassen werde. Die äußeren Einflüsse seitens der Notenbanker seien allerdings nicht vorhersehbar und daher sei jederzeit ein Test der Downside möglich. Am letzten Donnerstag habe der September-Kontrakt bei 161,31% notiert.
In der letzten Woche habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland planmäßig eine neue 10-jährige Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102424 / WKN 110242) aufgelegt. Für die mit einem Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro geplante Anleihe seien insgesamt Kaufaufträge für ca. 5,65 Mrd. Euro aufgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,59% erfolgt. Zur Marktpflege seien 990,4 Mio. Euro zurückbehalten worden. Nachdem noch im Vorjahr die damals aktuelle Anleihe (ISIN DE0001102408 / WKN 110240, 2026) mit einem Kupon von 0% ausgestattet worden sei, sei bereits bei der im Februar aufgelegten Gattung (ISIN DE0001102416 / WKN 110241, 2027) der Kupon mit 0,25% fixiert gewesen. Dieser Trend habe sich zwar auch bei diesem Tender fortgesetzt, aber man sollte nicht den Fehler machen, diese Schritte für zukünftige Neuemissionen als gegeben einzuplanen.
Aber auch andere Euroländer hätten sich in der letzten Woche am Kapitalmarkt aktiv gezeigt. So hätten die Niederlande eine Anleihe (ISIN NL0010721999 / WKN A1ZDY6, 2047) und Portugal zwei Bonds (ISIN PTOTEUOE0019 / WKN A19BUN, 2027; ISIN PTOTEBOE0020 / WKN A1ZU1N, 2045) aufgestockt. Am 13. Juli hätten Irland nochmals die Emissionsvolumina von zwei Anleihen (ISIN IE00BJ38CQ36 / WKN A1ZUS5, 2022; ISIN IE00BV8C9186 / WKN A1ZVUJ, 2045) und Italien von vier Bonds mit Fälligkeiten in drei, sieben, 15 und 20 Jahren erhöht.
In den USA hätten Investoren die Chance gehabt, sich an der Refinanzierung des Haushaltes mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu beteiligen. Zuvor seien bereits die üblichen Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten für insgesamt 112 Mrd. USD offeriert worden. Aber auch für T-Notes mit Fälligkeiten in drei bzw. zehn Jahren seien Käufer gesucht worden. Mit diesen Kapitalmarkttiteln seien zusätzlich 56 Mrd. USD aufgenommen worden.
Bei der europäischen Gemeinschaftswährung sei in den vergangenen Monaten eine klare Richtung zu erkennen gewesen und so habe sie in den vergangenen Handelstagen ihre Dominanz, abgesehen von kleineren Rücksetzern, weiter ausbauen können.
Zum wiederholten Male habe der Euro von negativen Nachrichten in Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl profitiert. Diese möchten auch nach über einem halben Jahr Trump-Präsidentschaft nicht enden. Zudem seien es Äußerungen von FED-Vertretern zur künftigen Geldpolitik und gute EU-Konjunkturdaten gewesen, die sich ebenfalls belastend auf den Greenback ausgewirkt hätten. Somit habe der Euro nicht nur von seiner eigenen Stärke profitiert, sondern auch von der Schwäche des US-Dollar. Dementsprechend sei ein neues 14-Monats-Hoch mit 1,1489 USD die logische Konsequenz gewesen. Nach der Anhörung der FED-Chefin Yellen vor dem US-Kongress und der Veröffentlichung des Beige Book sei die Einheitswährung am Donnerstagmorgen bei 1,1450 USD in den Handel gestartet.
Neben dem schwachen US-Dollar habe es auch das Britische Pfund sehr schwer, positiv zu überzeugen. So habe EUR/GBP bei einem Wechselkurs von 0,89489 GBP gehandelt, so hoch wie zuletzt im November 2016.
Innerhalb der vergangenen Handelswoche hätten insbesondere Währungsanleihen auf US-Dollar sowie Russische Rubel im Fokus der Privatanleger gestanden. Darüber hinaus seien Bonds lautend auf Norwegische Kronen, Südafrikanische Rand und Türkische Lira mehrheitlich nachgefragt gewesen.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 13.07.2017) (17.07.2017/alc/a/a)
Verwunderlich sei in diesem Zusammenhang, dass im Anschluss an dieses Treffen weder von der EU-Kommission noch von der bundesdeutschen Regierung Kommentare abgegeben worden seien. Ebenso wenig seien auf dem G20-Gipfel Misstöne zu vernehmen gewesen. Doch insbesondere vor dem Hintergrund leicht anziehender Refinanzierungskosten in der Eurozone würden sich immer mehr Investoren und Politiker die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit der italienischen Staatsschulden stellen.
Spätestens seit den ersten Hinweisen auf ein nahendes Ende der ultralockeren EZB-Geldpolitik sei man jenseits der Alpen bestrebt, eine Lösung des Schuldenproblems zu finden. Und hierbei scheine es keine Tabus zu geben. Die Möglichkeiten zur Reduzierung der drückenden Verbindlichkeiten Roms würden sich von einem Schuldenschnitt über die Einführung einer Parallelwährung bis hin zum Austritt aus der Währungsunion erstrecken. Die Überlegungen von Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern, Schuldenexperten und Investoren würden anscheinend insbesondere darauf abzielen, die Schmerzgrenzen Deutschlands auszuloten. Werde doch Deutschland bei jeder sich bietenden Gelegenheit als der große Profiteur der europäischen Finanzkrise genannt. Nicht nur durch die Ersparnisse bei der Haushaltsfinanzierung und die hohen Exportüberschüsse sei der Nutznießer der EZB-Geldpolitik ins Fadenkreuz der übrigen Euroländer geraten.
Wie verrückt die Welt inzwischen geworden sei, zeige sich daran, dass die ursprünglichen Verursacher der Krise nun sogar einen Teil der Ersparnisse Berlins für sich reklamieren würden, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sich auch ihre Zinslast mithilfe der EZB und somit Deutschlands drastisch verringert habe. Nur hätten die Politiker selbstzufrieden die erkaufte Zeit nicht für eine Haushaltssanierung genutzt.
Habe man in den vergangenen Wochen den Eindruck gewinnen können, dass nach den Frankreich-Wahlen in der Eurozone etwas Ruhe eingekehrt sei, so dürfte sich in den kommenden Wochen die Lage in der drittgrößten Wirtschaftsnation der Eurozone, Italien, wieder zuspitzen. Denn eines sollte allen Beteiligten klar sein, Italien sei nicht Griechenland und somit zu groß, um nebenbei gerettet werden zu können. Dass Italien gemäß Weltbank-Index auf dem zweitletzten Platz in der Eurozone vor Griechenland gelistet werde und das Pro-Kopf-BIP so langsam wachse wie in kaum einem anderen Euroland, lasse allerdings nur wenig Hoffnung auf Besserung aufkeimen.
Doch die Zeit dränge, denn die politischen Risiken der anstehenden Wahl in Italien sollten nicht unterschätzt werden, zumal über die Hälfte der zur Wahl stehenden Parteien nicht gerade als europafreundlich einzustufen seien. Die Eurozone brauche aber eine stabile, europafreundliche Regierung in Rom, um die Herausforderungen in Europa bewerkstelligen zu können. Sich zum jetzigen Zeitpunkt von dem europäischen Gedanken zu verabschieden, wäre allerdings das falsche Zeichen gegenüber den Machtblöcken Russland und den USA. Somit dürfe man gespannt sein, was den Hütchenspielern vom Stiefel in den kommenden Wochen und Monaten noch einfallen werde, um eine möglichst weitgehende Vergemeinschaftung der europäischen Schulden zu erreichen. In Italien werde sich das Schicksal der Eurozone entscheiden. Dessen sollte man sich bewusst sein!
Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 hätten Europas Banken einen Berg fauler Kredite angehäuft. Seitdem sei es insbesondere den Notenbanken und nur zu einem geringen Anteil den Politikern gelungen, einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Dennoch seien kleine Banken auf Altlasten in Höhe von rund einer Billion Euro sitzengeblieben. "Problemkredite", die über Jahrzehnte aufgebaut worden seien, würden sich eben nicht über Nacht aus der Welt schaffen lassen.
Das dürfte auch den EU-Finanzministern klar sein, welche die faulen Kredite so rasch wie möglich abbauen möchten. Ein entsprechender Aktionsplan sehe vor, unter anderem die Aufsicht zu stärken und die Regeln für die Gründung so genannter Bad Banks zu vereinheitlichen. Wolfgang Schäuble habe ja schon Recht, wenn er sage, man müsse es vorsichtig machen, aber man müsse es angehen. So dränge der deutsche Finanzminister darauf, die gute wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, um potenzielle Risiken abzubauen.
Allerdings zeige der Aktionsplan der EU-Finanzminister auch, welche Gratwanderung Brüssel hier eingehe. Denn wenn die Bankenaufsicht den Instituten künftig auferlegen könne, ihre Kapitalpuffer zur Risikovorsorge weiter zu erhöhen, sorge dies wiederum für einen eingeengten Spielraum bei der Kreditvergabe. Salopp gesagt, beiße sich die Katze hier in den Schwanz.
Bliebe also noch das Instrumentarium einer Bad Bank, an die man die faulen Kredite auslagern könnte. Immerhin, aus Angst vor einer Vergemeinschaftung der Bankrisiken sei eine gesamteuropäische Bad Bank vom Tisch. Stattdessen hätten sich die Minister auf EU-weite Regeln für nationale Verwertungsgesellschaften (AMC) verständigt - also Bad Banks auf Länderniveau, die Problemdarlehen zu Preisen ankaufe, welche für die Institute vorteilhaft seien, so zumindest die Theorie. Um Missbrauch zu verhindern, seien zugleich strikte Vorgaben für Staatshilfen geschaffen worden.
Ob die dann auch eingehalten würden, müsse man erst mal abwarten. Denn insbesondere die Banken der Südländer hätten teilweise ein solches Ausmaß an faulen Krediten in den Büchern, dass der Glaube an möglichst staatsferne Lösungen schwerfalle. So würden griechische Banken Problemkredite von 46% des gesamten Darlehensbestands aufweisen, Portugal fast 20% und Italien rund 15%. Der EU-Durchschnitt liege bei 5,1%. Deutsche Banken kämen auf 2,5%.
Im Schatten der Diskussion um faule Kredite bei Europas Banken habe auch ein deutsches Institut gehörig Schlagseite bekommen. Wackelige Schiffskredite über 10 Mrd. Euro hätten die HSH Nordbank so ins Schlingern gebracht, dass nach dem Willen der EU-Kommission bis Februar 2018 ein Käufer gefunden werden müsse.
Als Finanzinvestoren würden Apollo und Cerberus genannt. Aber auch die Beteiligungsgesellschaft Lone Star und der Investor J.C. Flowers, der einen Minderheitsanteil an der HSH halte, kämen infrage. Aber die hätten nur Interesse an den gesunden Teilen, die das profitable Kerngeschäft der HSH ausmachen würden. Von der internen Bad Bank, in der die faulen Schiffskredite eingebracht seien, möchten sie nichts wissen - es sei denn, die Eigner, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, würden noch etwas drauf legen. Das aber hieße, dass zusätzlich zu den Garantien, mit denen die Länder das Institut vor bestimmten Risiken abschirmen würden, ein weiterer Finanzbedarf von 3 bis 4 Mrd. Euro entstehen könnte.
Als wahrscheinlich gelte es, dass die bestehende Bad Bank (genannt "Abbaubank") mit weiteren Bürgschaften der Länder ausgestattet und unter deren Dach abgewickelt werde. Als Vehikel stünde dafür die HSH Portfoliomanagement AöR der Länder bereit, die von der HSH bereits faule Schiffskredite übernommen habe. Dazu könnte sich auch Niedersachsen gesellen, deren Nord LB selbst unter faulen Schiffskrediten leide.
Die Frage sei nun, ob eine separate Abwicklung der Abbaubank möglich sein werde, ohne ein weiteres Beihilfeverfahren der EU auszulösen. Brüssel habe die Unterstützung der Länder nur unter der Auflage genehmigt, dass die Bank privatisiert oder geschlossen werde. Sollte aber die komplette HSH abgewickelt werden, müssten die Länder mit weiteren Belastungen rechnen. Somit wären wohl auch private Anleger betroffen. Immerhin habe die HSH Investmentzertifikate über mehrere Milliarden Euro begeben, von denen das Gros von den Sparkassen an ihre Privatkunden verkauft worden sei. Sollte die HSH also geschlossen werden, drohe den Anlegern der Ausfall ihrer Forderungen. Denn laut EU-Bankenabwicklungs-Richtlinie müssten die Anleger für Verluste aus einer Bankenpleite haften. In einem solchen Fall würde sich zeigen, was den Sparkassen die "Institutssicherung" wert sei, nach der sie füreinander haften würden.
Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU werfe seinen langen Schatten voraus. So rechne die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) aufgrund der mit dem Brexit verbundenen Unsicherheit mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft. Für 2017 erwarte S&P nur noch ein Wachstum von 1,4% und 2018 gar von 0,9%. Im vergangenen Jahr sei die britische Wirtschaft noch um 1,8% gewachsen. Die Schätzung sei aber eher noch optimistisch, heiße es in einer Mitteilung der Ratingagentur. S&P führe seine Prognose insbesondere auf das schwache Britische Pfund und die dadurch gesunkene Kaufkraft einerseits sowie die zögerlichen Investitionen infolge der Brexit-Unsicherheiten andererseits zurück.
Inzwischen sei es bereits bei der ersten zentralen Frage der Brexit-Verhandlungen zum Zwist zwischen dem Europaparlament und der Regierung in London gekommen. Sollte Letztere das Angebot für Bleiberechte der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien nicht nachbessern, werde man notfalls ein Veto gegen das geplante Austrittsabkommen einlegen, habe Brüssel gedroht. Die Zukunft der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und der 1,2 Millionen Briten in der EU sei ein zentrales Thema für die zweite Verhandlungsrunde über den britischen EU-Austritt am kommenden Montag.
Premierministerin Theresa Mays Angebot vom Juni an alle EU-Bürger, sich um ein Bleiberecht bewerben zu können, reiche dem EU-Parlament nicht aus. Brüssel besitze hier einen starken Hebel, weil das Parlament einem Abkommen mit Großbritannien letztlich zustimmen müsse und damit eben auch blockieren könnte.
Zudem sei der Konjunkturoptimismus britischer Firmen im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Die Ursachen seien in den Wahlen vom Juni zu suchen, bei denen Mays Torys ihre Mehrheit verloren hätten. Hinzu komme, dass inzwischen das Gros der britischen Unternehmen Nachteile durch den Austritt aus der EU befürchte und daher einen sanften Brexit fordere.
Kein Zweifel, May wehe der Wind kräftig ins Gesicht. Nicht umsonst würden manche Beobachter derzeit bereits von der "Woche der Wahrheit" für die Premierministerin reden. Fast schon verzweifelt habe es da angemutet, als sie am Dienstag alle Parteien im britischen Unterhaus aufgefordert habe, in puncto Brexit Ideen und Ansichten beizusteuern, um diese Herausforderungen bewältigen zu können. Das sei schließlich ein Markenzeichen der Demokratie, habe May gesagt, die seit der von ihr selbst eingetüteten Neuwahl im Juni eine Minderheitsregierung anführe. Ihr jetziger Aufruf nach Zusammenarbeit mit den Oppositionsparteien klinge allerdings eher nach einem Hilferuf als nach einem Plan.
Durch einen Nachlass bei den Steuern in Höhe von fast 11 Mrd. Euro wolle Paris einen Schub für Investitionen, Beschäftigung und Wachstum auslösen. Erleichterungen solle es bei der Wohnungs-, der Vermögens- sowie der Unternehmenssteuer geben. Letztere solle schrittweise von 33,3% auf 25% gedrückt werden. Bis 2022 soll die Erleichterung bei der Steuerlast sogar auf 20 Mrd. Euro ansteigen.
Parallel dazu leite die Regierung Einsparungen in Höhe von 4,5 Mrd. Euro ein, die dafür sorgen sollten, dass Frankreich endlich wieder die europäische Defizitgrenze von 3% einhalten könne. Wie das erreicht werden solle? Das Gros der Einsparungen solle das Innen- und das Verteidigungsministerium tragen. Weder öffentliche Dienstleistungen noch Kommunen und Regionen sollten zur Finanzierung herangezogen werden. Vielmehr sei vorgesehen, dass etwa Ausschreibungen verbessert und der Fuhrpark effektiver gemanagt werden sollten. Es sei einfach eine Frage der Strenge, habe dazu Haushaltsminister Gerald Darmanin gesagt.
In Sachen Defizitgrenze werde man schon bald sehen, ob Macron hier reüssieren könne oder ob er sich doch an der Quadratur des Kreises versucht habe. Denn die gehöre ja bekanntlich zu den unlösbaren Aufgaben der Geometrie.
Auch in der vergangenen Berichtswoche hätten sich die meisten Unternehmen am Primärmarkt zurückgehalten und somit habe die Liste der Neuemissionen weiter ausgedünnt. Mit der französischen Reederei CMA CGM und dem staatlichen Energieversorger Lietuvos energija aus Litauen hätten sich immerhin zwei nicht unbekannte Unternehmen an den Kapitalmarkt gewagt und insgesamt 950 Mio. Euro eingesammelt.
CMA CGM sei ein Schifffahrts- und Logistikunternehmen mit Sitz in Marseille und derzeit mit 400 Containerschiffen die drittgrößte Reederei der Welt. Den Investoren der 650 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN XS1647100848 / WKN A19LKG) würden bei halbjährlicher Erstattung Zinsen in Höhe von 6,5% p.a. ausgezahlt. Der Bond sei am 15.07.2022 fällig und mit einer Make Whole Option sowie drei optionalen Kündigungsterminen und entsprechenden Rückzahlungskursen ausgestattet. Der erste sei am 15.07.2019 zu 103,25%, der zweite folge ein Jahr später am 15.07.2020 zu 101,625% und der letzte sei ein Jahr vor Endfälligkeit am 15.07.2021 zu 100%. Das Papier sei zu pari begeben worden, was einem Emissionsspread von +667 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichgekommen sei.
Der Energiekonzern Lietuvos energija habe ebenfalls erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. So seien 300 Mio. Euro in die Kassen des staatlichen Unternehmens mit Sitz in Vilnius geflossen. Der am 14.07.2027 endfällige Bond (ISIN XS1646530565 / WKN A19LD4) sei mit einem jährlichen Zins von 2% ausgestattet und der Emissionspreis habe 98,284% betragen, was einem Spread von +120 Bps über Mid Swap entsprochen habe.
Sowohl CMA CGM als auch Lietuvos energija hätten sich für eine Mindeststückelung von 100.000 Euro entschieden und daher dürften die Bonds eher für institutionelle Investoren interessant sein.
Noch vor wenigen Wochen hätten nur wenige Marktteilnehmer damit gerechnet, dass die irgendwann zu erwartende Marktkorrektur schon so kurz bevorstehe. Doch unverhofft komme oft und so gebe es an den Finanzmärkten weder eine Startaufstellung wie bei der Formel 1 noch die Regel, dass man erst losfahren dürfe, wenn die Ampeln ausgehen würden. An den Finanzmärkten gebe es nur "fliegende" Starts und somit müsse man jederzeit auf der Hut sein.
Natürlich ist es jetzt - nach einem Rückgang beim Rentenbarometer um fast 5 Punkte - ein Einfaches zu sagen: Das war's dann wohl, so die Analysten der Baader Bank. Doch so einfach sollte man es sich nicht machen. Sicherlich werde der Weg nach oben steinig sein, aber auszuschließen sei in diesen Zeiten nichts mehr. Obwohl sich erst mit einem nachhaltigen Unterschreiten der 10-Jahres-Rendite bei 0,50% die dunklen Wolken wieder verziehen würden. Jedoch wäre hierzu ein Anstieg beim Euro-Bund-Future über die psychologische Marke bei 162% notwendig und dazu müsse man schon viel Fantasie haben. Trotz der gestrigen Gegenbewegung lasse sich konstatieren, dass das Sorgenbarometer der Eurozone aktuell wirklich nicht besonders gesund aussehe.
Beim Blick auf den Chart ergebe sich eine erste Unterstützungslinie bei 160,71% und eine weitere bei 160,46%. Somit sei vorerst zu erwarten, dass in den kommenden Tagen die Tradingrange zwischen 160,71% und 161,52% nicht "freiwillig" verlassen werde. Die äußeren Einflüsse seitens der Notenbanker seien allerdings nicht vorhersehbar und daher sei jederzeit ein Test der Downside möglich. Am letzten Donnerstag habe der September-Kontrakt bei 161,31% notiert.
In der letzten Woche habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland planmäßig eine neue 10-jährige Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102424 / WKN 110242) aufgelegt. Für die mit einem Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro geplante Anleihe seien insgesamt Kaufaufträge für ca. 5,65 Mrd. Euro aufgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,59% erfolgt. Zur Marktpflege seien 990,4 Mio. Euro zurückbehalten worden. Nachdem noch im Vorjahr die damals aktuelle Anleihe (ISIN DE0001102408 / WKN 110240, 2026) mit einem Kupon von 0% ausgestattet worden sei, sei bereits bei der im Februar aufgelegten Gattung (ISIN DE0001102416 / WKN 110241, 2027) der Kupon mit 0,25% fixiert gewesen. Dieser Trend habe sich zwar auch bei diesem Tender fortgesetzt, aber man sollte nicht den Fehler machen, diese Schritte für zukünftige Neuemissionen als gegeben einzuplanen.
Aber auch andere Euroländer hätten sich in der letzten Woche am Kapitalmarkt aktiv gezeigt. So hätten die Niederlande eine Anleihe (ISIN NL0010721999 / WKN A1ZDY6, 2047) und Portugal zwei Bonds (ISIN PTOTEUOE0019 / WKN A19BUN, 2027; ISIN PTOTEBOE0020 / WKN A1ZU1N, 2045) aufgestockt. Am 13. Juli hätten Irland nochmals die Emissionsvolumina von zwei Anleihen (ISIN IE00BJ38CQ36 / WKN A1ZUS5, 2022; ISIN IE00BV8C9186 / WKN A1ZVUJ, 2045) und Italien von vier Bonds mit Fälligkeiten in drei, sieben, 15 und 20 Jahren erhöht.
In den USA hätten Investoren die Chance gehabt, sich an der Refinanzierung des Haushaltes mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu beteiligen. Zuvor seien bereits die üblichen Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten für insgesamt 112 Mrd. USD offeriert worden. Aber auch für T-Notes mit Fälligkeiten in drei bzw. zehn Jahren seien Käufer gesucht worden. Mit diesen Kapitalmarkttiteln seien zusätzlich 56 Mrd. USD aufgenommen worden.
Bei der europäischen Gemeinschaftswährung sei in den vergangenen Monaten eine klare Richtung zu erkennen gewesen und so habe sie in den vergangenen Handelstagen ihre Dominanz, abgesehen von kleineren Rücksetzern, weiter ausbauen können.
Zum wiederholten Male habe der Euro von negativen Nachrichten in Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl profitiert. Diese möchten auch nach über einem halben Jahr Trump-Präsidentschaft nicht enden. Zudem seien es Äußerungen von FED-Vertretern zur künftigen Geldpolitik und gute EU-Konjunkturdaten gewesen, die sich ebenfalls belastend auf den Greenback ausgewirkt hätten. Somit habe der Euro nicht nur von seiner eigenen Stärke profitiert, sondern auch von der Schwäche des US-Dollar. Dementsprechend sei ein neues 14-Monats-Hoch mit 1,1489 USD die logische Konsequenz gewesen. Nach der Anhörung der FED-Chefin Yellen vor dem US-Kongress und der Veröffentlichung des Beige Book sei die Einheitswährung am Donnerstagmorgen bei 1,1450 USD in den Handel gestartet.
Neben dem schwachen US-Dollar habe es auch das Britische Pfund sehr schwer, positiv zu überzeugen. So habe EUR/GBP bei einem Wechselkurs von 0,89489 GBP gehandelt, so hoch wie zuletzt im November 2016.
Innerhalb der vergangenen Handelswoche hätten insbesondere Währungsanleihen auf US-Dollar sowie Russische Rubel im Fokus der Privatanleger gestanden. Darüber hinaus seien Bonds lautend auf Norwegische Kronen, Südafrikanische Rand und Türkische Lira mehrheitlich nachgefragt gewesen.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 13.07.2017) (17.07.2017/alc/a/a)
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




