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Die Schwäche der FED spricht gegen den Anstieg der Zinsen in den USA
23.02.17 13:14
Kames Capital
London (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank FED verfügt wohl nicht über ausreichende Mittel, um auf eine Abkühlung des BIP-Wachstums in den USA zu reagieren, so die Experten von Kames Capital.
Anleger sollten daher ihre Erwartungen auf Zinserhöhungen an diesem Punkt des Zyklus zügeln, meine John McNeill, Co-Manager des Kames Absolute Return Bond Global Fonds. Seiner Ansicht nach würden Anleger grundsätzlich davon ausgehen, dass die Zinsen in den USA angesichts der wirtschaftlichen Erholung kräftig steigen würden. Die Realität könnte dieses Mal jedoch ganz anders aussehen.
Die gegenwärtige Wachstumsphase bestehe inzwischen seit 90 Monaten und sei damit die drittlängste, die je verzeichnet worden sei. Angesichts dieser Reife werde der Leitzins kaum über das aktuelle Niveau von 0,75% steigen.
"Im historischen Vergleich war dies ein langer Zyklus. Das bedeutet nicht, dass er zu Ende gehen muss. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Massnahmen, die von Zentralbanken unternommen werden müssten, um einem künftigen Abschwung zu begegnen", so McNeill.
"Die Federal Reserve dreht zwar weiter an der Zinsschraube, aber sie wird den Leitzins nicht über 2% anheben können, ohne eine spürbare wirtschaftliche Abkühlung zu bewirken. In diesem Kontext erscheint das Risiko negativer Zinsen in den USA höher als die Aussicht auf eine Normalisierung", argumentiere McNeill weiter.
In früheren Zyklen hätten der US-Notenbank Federal Reserve und anderen Zentralbanken für Zinssenkungen deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestanden. Andrew Haldane, Chefvolkswirt der Bank of England, schätze, dass die Zinsen im Rahmen des "typischen" geldpolitischen Lockerungszyklus in Großbritannien, den USA, Japan und Deutschland seit 1970 um 300 bis 500 Basispunkten gesenkt worden seien.
Am Beispiel der USA erläutere McNeill, dass während der großen Finanzkrise der Leitzins der FED dem Muster entsprechend von 5,25% auf praktisch null gefallen sei und sich das Volumen der quantitativen Lockerung auf 4,5 Billionen USD belaufen habe. Die aktuelle Situation sei eine völlig andere. Daher wären nach Einschätzung von McNeill aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus vor einem zukünftigen Abschwung erneut unkonventionelle Maßnahmen erforderlich.
"Die aktuelle Rendite zehnjähriger US-Treasuries liegt bei 2,4%. Wenn der aktuelle Zyklus noch drei Jahre anhält, wird dies die historisch längste Wachstumsphase sein. Ungeachtet dessen preist der Markt die Rendite zehnjähriger US-Treasuries in drei Jahren bei ca. 3% ein. Aus diesen Gründen teilen wir nicht die allgemeine Einschätzung, dass die Renditen von Staatsanleihen deutlich steigen werden", erkläre der Fondsmanager.
Wann die Abkühlung einsetzen werde, lasse sich zwar kaum vorhersagen, doch angesichts der Länge der aktuellen Wachstumsperiode der US-Wirtschaft sollten sich Anleger nach Meinung von McNeill eher auf niedrigere als auf deutlich höhere Anleiherenditen einstellen.
"Eher werden die Staatsanleiherenditen in Zukunft extrem niedrig sein, als dass sie deutlich nach oben gehen werden", so McNeill. (23.02.2017/alc/a/a)
Anleger sollten daher ihre Erwartungen auf Zinserhöhungen an diesem Punkt des Zyklus zügeln, meine John McNeill, Co-Manager des Kames Absolute Return Bond Global Fonds. Seiner Ansicht nach würden Anleger grundsätzlich davon ausgehen, dass die Zinsen in den USA angesichts der wirtschaftlichen Erholung kräftig steigen würden. Die Realität könnte dieses Mal jedoch ganz anders aussehen.
Die gegenwärtige Wachstumsphase bestehe inzwischen seit 90 Monaten und sei damit die drittlängste, die je verzeichnet worden sei. Angesichts dieser Reife werde der Leitzins kaum über das aktuelle Niveau von 0,75% steigen.
"Im historischen Vergleich war dies ein langer Zyklus. Das bedeutet nicht, dass er zu Ende gehen muss. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Massnahmen, die von Zentralbanken unternommen werden müssten, um einem künftigen Abschwung zu begegnen", so McNeill.
In früheren Zyklen hätten der US-Notenbank Federal Reserve und anderen Zentralbanken für Zinssenkungen deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestanden. Andrew Haldane, Chefvolkswirt der Bank of England, schätze, dass die Zinsen im Rahmen des "typischen" geldpolitischen Lockerungszyklus in Großbritannien, den USA, Japan und Deutschland seit 1970 um 300 bis 500 Basispunkten gesenkt worden seien.
Am Beispiel der USA erläutere McNeill, dass während der großen Finanzkrise der Leitzins der FED dem Muster entsprechend von 5,25% auf praktisch null gefallen sei und sich das Volumen der quantitativen Lockerung auf 4,5 Billionen USD belaufen habe. Die aktuelle Situation sei eine völlig andere. Daher wären nach Einschätzung von McNeill aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus vor einem zukünftigen Abschwung erneut unkonventionelle Maßnahmen erforderlich.
"Die aktuelle Rendite zehnjähriger US-Treasuries liegt bei 2,4%. Wenn der aktuelle Zyklus noch drei Jahre anhält, wird dies die historisch längste Wachstumsphase sein. Ungeachtet dessen preist der Markt die Rendite zehnjähriger US-Treasuries in drei Jahren bei ca. 3% ein. Aus diesen Gründen teilen wir nicht die allgemeine Einschätzung, dass die Renditen von Staatsanleihen deutlich steigen werden", erkläre der Fondsmanager.
Wann die Abkühlung einsetzen werde, lasse sich zwar kaum vorhersagen, doch angesichts der Länge der aktuellen Wachstumsperiode der US-Wirtschaft sollten sich Anleger nach Meinung von McNeill eher auf niedrigere als auf deutlich höhere Anleiherenditen einstellen.
"Eher werden die Staatsanleiherenditen in Zukunft extrem niedrig sein, als dass sie deutlich nach oben gehen werden", so McNeill. (23.02.2017/alc/a/a)


