Schwedens Leitzins nun bei -0,50% im negativen Bereich


12.02.16 09:40
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die schwedische Notenbank, die Riksbank, hat gestern überraschend ihren Leitzins um weitere 15 BP auf nun -0,50% gesenkt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Bereitschaft für weitere geldpolitische Expansionsmaßnahmen sei unterstrichen worden, sofern die Inflationsaussichten weiterhin mau bleiben sollten. Zum Euro habe die Schwedische Krone (SEK) gestern temporär auf rund 9,60 SEK nachgegeben, den tiefsten Stand seit knapp sechs Monaten. Seit mehr als fünf Jahren liege die Jahresteuerung nun schon unter der angestrebten Zielmarke von 2,0% - trotz rekordniedriger Zinsen und einem massivem Anleihekaufprogramm.

Die Währungshüter würden nun für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,5% erwarten, gefolgt von 2,8% für 2017 (HSBC: 4,0% bzw. 2,7%) Der Inflationsausblick, verglichen mit den Schätzungen aus dem Dezember 2015, sei für das laufende Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 0,7% reduziert worden und für 2017 prognostiziere man nun einen Wert von 2,1% statt bisher 2,5% (HSBC: 0,4% bzw. 0,5%).

Mit einem positiven Leitzins würden die Währungshüter erst wieder in 2018 rechnen. Die Käufe von Staatsleihen würden wie geplant im 1. Halbjahr 2016 weiter fortgeführt. Fällig werdende Anleihen und Kupons würden aber nun auch reinvestiert. Die schwedische Wirtschaft habe im 3. Quartal 2015 mit 3,9% in der Jahresrate expandieren können, bei fallender Arbeitslosigkeit. Die Notenbanker seien sich des Spagats zwischen der Wachstums- und Inflationsperspektiven durchaus bewusst. Diese würden zwar betonen, dass die Abwärtsrevision ihrer Inflationseinschätzungen zu einem großen Teil auf internationalen Entwicklungen beruhe. Die geldpolitischen Entscheidungen der Riksbank seien aber voll und ganz im Bann der Inflationsperspektiven.

Der Euro habe seine Aufwärtstendenz zum US-Dollar und zum Britischen Pfund gestern wieder aufnehmen können. Gegenüber dem Greenback habe er sich auf Kurse von rund 1,13 USD und gegenüber dem Britischen Pfund auf Werte jenseits der 0,78 GBP befestigt.

Der Notenbankchef der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, habe gestern betont, angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der Suche nach "sicheren Häfen" könnte zur Verhinderung einer Aufwertung des Schweizer Franken eine weitere Absenkung der heimischen Leitzinsen nicht ausgeschlossen werden. Demgegenüber habe die Russische Notenbankchefin, Elvira Nabiullina, ein Anziehen der geldpolitischen Zügel nicht ausgeschlossen, sofern die Inflationsrisiken (u. a. wegen des Rubelverfalls) weiter ansteigen würden. (12.02.2016/alc/a/a)





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